Bei der 23. Durchführung diesmal in Schwarzsee sind 54 Jugendliche aus Breitenbach, vom Oberstufenzentrum Derendingen-Luterbach sowie die Abschlussklasse Sek E aus der Schule Kollegium in Solothurn mit dabei.

Auf die Frage, was die 16 Klassenmitglieder denn von diesem Lager erwarten, antwortete Achmed für alle: «Spass, Freude und das Kennenlernen unbekannter Sportarten.» «Da werdet ihr voll auf eure Kosten kommen», erläuterte Lager-Koordinator Bruno Huber im Klassengespräch im Schulhaus Kollegium die 20 in Schwarzsee angebotenen Disziplinen. Neben den geläufigen Ballspielen wie Fussball, Volleyball und Hockey sind Tanzen, Fechten, Klettern, Kanu und das neuartige «Stand-up»-Paddeln neben Weiterem im Angebot.

Die jungen Leute haben bereits im Vorfeld eine persönliche Auswahl getroffen, die im Zeitplan und in der Lektionszuteilung berücksichtigt ist. Huber sicherte zu, dass für alle Aktivitäten genügend Zeit in der Woche bleibt. «Wer hat sich denn für Basketball angemeldet?» Das wird laut Huber in Schwarzsee nämlich als Rollstuhlball gespielt, und da haben die echten Rollstuhlfahrer ganz überlegen die Nase vorn.

Das Zusammenspiel und Zusammenwirken von Jugendlichen mit und ohne Unterstützungsbedarf ist in jeder Sportgruppe ein wesentliches Element dieses einzigartigen Lagers. Christoph Büschi ist für die Administration zuständig, und als technischer Leiter ist wie im Vorjahr Dominic Dornbierer im Einsatz.

2011 wurde die Lagerorganisation mit dem Solothurner Sozialpreis ausgezeichnet. Bruno Huber, der dank seines Beziehungsnetzes eine wichtige Triebfeder dieses Angebots darstellt, gehört seit 23 Jahren zum Leitungsteam und wurde 2013 mit dem Kantonalen Sportpreis geehrt. Ihm zur Seite stehen diesmal 63 Erwachsene, die als Betreuer, Sportinstruktoren und als geradezu sensationelle Küchenmannschaft tätig sind. «Ihr könnt euch auf köstliches Essen freuen», steigerte Huber die Vorfreude der Sek-E-Klasse. Begleitet wird die Klasse in der Woche vom 1. bis 7. Juni von ihrem Lehrer Alain Gantenbein, der im Lager mit seiner Erfahrung aus bereits 40 absolvierten Schullagern auch als Sportleiter eingesetzt ist. «Das Andere Lager» ist für mich allerdings eine neue Erfahrung», meinte er. Auch für die ganze Klasse werde dies gewiss eine Herausforderung darstellen. Aber er sei sicher, dass diese jungen Leute ihre Beteiligung im Lager mit «Respekt und Reife» absolvieren würden. «Ich halte aber viel vom Sprung ins kalte Wasser, wo sich jedes Klassenmitglied bewähren wird», zeigte sich Gantenbein überzeugt.

So ganz ohne Vorkenntnisse reisen alle drei Klassen nicht nach Schwarzsee. Alle erlebten einen Besuchstag in einer Sonderschule. Die Kollegiums-Klasse war in der HPS am Solothurner Hirschweg zu Gast. «Und wie war das für Euch?» «Ganz normal. Denn wir wollen niemanden wegen seiner Behinderung ausgrenzen», betonte Zeliha. Der ganzen Klasse ist indes bewusst, dass es ein grösseres Quantum Rücksicht braucht, damit sich alle gemeinsam wohl fühlen.

Für die Lagerwoche bezahlen die jungen Leute selbst 100 Franken. Mit weiteren 120 Franken unterstützt sie die Stadt Solothurn. Genau gerechnet kostet gemäss Huber aber jeder Lagerplatz rund 600 Franken, die von verschiedensten Sponsoren und aus dem kantonalen Sport-Fonds dahin aufgerundet werden. Damit sind alle Kosten gedeckt, um Busreise, Unterkunft, Verpflegung, Materialbezug und Ausflug zu begleichen. «Das ist nur möglich, weil bei uns ehrenamtlich gearbeitet wird, Industrie, Gewerbe und auch Service-Clubs als Gönner viel Verständnis entgegenbringen», bekräftigte der Lagerkoordinator die wirtschaftliche Seite des Unternehmens. «Im Anschluss gehe ich dann auf ‹Merci-Tour›, und danach beginnen schon bald die Planungen für ‹Das Andere Lager 2015›.»