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Dank Solothurner Verein werden jetzt schweizweit SBB-Schalter angepasst

Man suchte das Gespräch, und nun werden 120 SBB-Schalter dank der Intervention des Vereins Selbstvertretung Kanton Solothurn in der ganzen Schweiz angepasst.

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Der Hauptbahnhof Solothurn erfüllt mit der Schaltertheke, die eine Höhe von 115 cm beträgt, nicht die Vorgaben nach der SIA-Norm für hindernisfreies Bauen. (Symbolbild)

Der Hauptbahnhof Solothurn erfüllt mit der Schaltertheke, die eine Höhe von 115 cm beträgt, nicht die Vorgaben nach der SIA-Norm für hindernisfreies Bauen. (Symbolbild)

Keystone

Der Verein Selbstvertretung Kanton Solothurn setzt sich für die Anliegen von Menschen mit einer körperlichen, kognitiven, psychischen, oder einer Sinnes-Beeinträchtigung ein. Nach wie vor müssen sich Personen mit Beeinträchtigungen mit einer Vielzahl verschiedenster Barrieren auseinandersetzen. Zum Beispiel am Hauptbahnhof in Solothurn.

Bei der Überprüfung der Schalterhalle stellte der Verein fest, dass die Theke mit einer Höhe von 115 cm die zulässige Vorgabe nach der SIA-Norm für hindernisfreies Bauen nicht erfüllt. Darum ist man mit der SBB in Kontakt getreten und hat das Gespräch gesucht. Ergebnis: Ein kleiner Klapptisch bietet nun die Möglichkeit, Unterlagen bequem im Sitzen zu studieren, Dokumente zu unterzeichnen oder auch eine Zahlung am Automaten und auf Sichthöhe zu tätigen.

Der Tisch fügt sich optisch einwandfrei in das bestehende Mobiliar ein und kann bei Bedarf vom Schalterpersonal schnell und unkompliziert hoch- und wieder runtergeklappt werden. Mit einer Unterkanten-Höhe von 80 cm lässt sich die Tischfläche gut von Personen im Rollstuhl unterfahren. Auch Menschen mit einer Gehbehinderung haben die Möglichkeit, sich im Sitzen zu informieren oder bedienen zu lassen.

Zuerst war mehrere Monate ein Prototyp im Einsatz, um so die Akzeptanz und die Benutzerfreundlichkeit zu testen. Seit kurzer Zeit konnte diese Phase erfolgreich abgeschlossen werden. Und nun werden die SBB-Verkaufsanlagen schweizweit angepasst. Der Roll-Out startet am 16. April und ist bis zum 13. Juni abgeschlossen. Das heisst: Bis Ende des zweiten Quartals werden 120 Verkaufs-Anlagen im ganzen Land nachgerüstet. (szr)