Winterdienst
Dank dem milden Winter konnten die Städte Tausende Franken sparen

Für die Strassenmeister brachte der milde Winter eine Entlastung, sie konnten sich früher um Unterhaltsarbeiten kümmern. Auch die Gemeinden und der Kanton profitierten und sparten Kosten. Der Kanton kann sogar bis zu 2 Millionen Franken sparen.

Simon Binz
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War diesen Winter ein seltenes Bild: Ein Mitarbeiter des kantonalen Winterdienstes füllt sein Streufahrzeug beim Kreisbauamt in Zuchwil.

War diesen Winter ein seltenes Bild: Ein Mitarbeiter des kantonalen Winterdienstes füllt sein Streufahrzeug beim Kreisbauamt in Zuchwil.

Felix Gerber

Viele Strassenmeister beschreiben den Winter 2013/2014 als den «mildesten», den sie je erlebt haben. Die lauen Temperaturen seien für sie eine «extreme» Entlastung gewesen – vor allem im Vergleich zu den überdurchschnittlich harten Wintern der letzten Jahre.

Sie konnten sich nämlich frühzeitig anderen anfallenden Unterhaltsarbeiten widmen, so zum Beispiel Reparaturen von Belagschäden. Wie eine Umfrage zeigt, brachte der milde Winter den Winterdiensten aber nicht nur Entlastung, sondern auch Einsparungen.

Städte sparen Tausende Franken

«Wir haben diesen Winter nur ein paar hundert Kilo Salz verbraucht», sagt Claude Barbey, Stadtbaumeister von Grenchen. Er schätzt, dass Grenchen dadurch zwischen 30 000 und 40 000 Franken einsparen wird.

Trotz der lauen Temperaturen seien aber einige Frostschäden an den Strassen entstanden. Auch Solothurn darf sich freuen: «Im Vergleich zum letzten Winter sparen wir rund 63 000 Franken», sagt Patrick Schärer, Chef des städtischen Werkhofs.

Dies vor allem, weil man auf die Unterstützung der vier externen Kräfte verzichten konnte. Schärer rechnet vor: Im Winter 2012/2013 hatte Solothurn eine Rechnung von 50 000 Franken für die Schneeräumung Dritter – diesen Winter fielen dafür «nur» 20 000 Franken an.

«Das ist die Pauschale für das Vorhalten der Maschinen und das Bereitstehen über den ganzen Winter hindurch», erklärt Schärer. Die Kosteneinsparungen des Winterdienstes werden sich laut dem Werkhof-Chef aber erst im Budget 2014 niederschlagen. «Zwar hatten wir sehr wenig Salzverbrauch, die Kosten für die Beschaffung im Herbst fielen aber genau gleich an.»

Etwas zurückhaltender zeigt sich Thomas Blum, Geschäftsführer des Verbands der Solothurner Einwohnergemeinden. Er spricht zwar davon, dass der reduzierte Winterdienst die Strassenkassen entlaste, meint aber: «Die Kostenvergleiche im Winterdienst bedürfen einer längerfristigen Analyse.» Seiner Ansicht nach dürften vor allem auch die weniger gravierenden Strassenschäden zum Tragen kommen.

Kanton kann bis zu 2 Mio. sparen

Während die Städte einige zehntausend Franken einsparen können, rechnet sich der milde Winter besonders für das kantonale Strasseninspektorat, das für den Unterhalt von 611 Strassenkilometer zuständig ist.

Rudolf Schluep, Abteilungsleiter: «Ja, wir konnten massiv Geld einsparen.» Er relativiert aber gleich: «Unsere Rechnungsperiode läuft von Anfang bis Ende Jahr. Februar und März 2013 belasteten unsere Strassenkasse ungemein, der schwache November und Dezember 2013 haben dies ausgeglichen.»

Das bedeute, dass erst richtig Geld eingespart werden kann, wenn heuer dieselben Monate wieder so mild ausfallen. «Dann sparen wir zwischen ein und zwei Millionen Franken», so Schluep. Zum Verständnis liefert er einige Zahlen: In den letzten sechs Jahren kostete der Winterdienst des Kantons im Durchschnitt 7000 Franken pro Kilometer (Gesamtkosten 4,4 Mio. Franken).

2007 fiel dabei mit 4000 Franken pro Kilometer und Gesamtkosten von rund 2,6 Mio. am günstigsten aus. Das Jahr 2010 war dagegen mit 11 000 Franken pro Kilometer (Gesamtkosten 6,8 Mio. Franken) am teuersten.

Laut Schluep werde 2013 der Betrag bei ungefähr 9000 Franken liegen. Wären aber November und Dezember nicht so mild ausgefallen, dann wäre 2013 wohl zum neuen Rekordjahr mit Kosten von 14 000 Franken pro Kilometer (Gesamthaft 8,6 Mio. Franken) geworden. Wenn jetzt also der Herbst 2014 mild ausfalle, koste der Kilometer in diesem Jahr «nur» maximal 3000 Franken.

Trotz allem – der Staatskasse spielt der milde Winter weniger in die Hände. Weil nämlich die Schweizer Rheinsalinen signifikant weniger Streusalz verkauften als in vergangenen Jahren, rechnet Geschäftsführer Urs Christoph Hofmeier mit einem kleineren Unternehmensgewinn und damit einer geringeren Dividende für die Kantone, in deren Besitz sich die Rheinsalinen befinden.

Dies sagte er im Februar gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Da im Kanton Solothurn die Dividende aber nicht dem Winterdienst zugute kommt, sondern eben der Staatskasse, darf Rudolf Schluep trotzdem von Einsparungen seiner Abteilung sprechen.