Massnahmen
Damit sich das Corona-Virus nicht ausbreitet: Die Solothurner Spitäler schränken Besuche ein

Die Solothurner Spitäler AG schränkt Spitalbesuche ein, um Ansteckungen zu vermeiden.

Rebekka Balzarini
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Das Bürgerspital in Solothurn.

Das Bürgerspital in Solothurn.

Rebekka Balzarini

Die Frau stellt vorsichtig einen Blumenstrauss auf die Theke des Empfangs im Bürgerspital Solothurn. «Rein darf ich ja nicht mehr, aber darf ich etwas abgeben?», fragt sie unsicher. Die Frau hinter dem Empfang nickt freundlich. «Natürlich», sagt sie. «Stellen Sie ihn einfach hin.»

Besucherinnen und Besucher müssen in den Spitälern im Kanton Solothurn seit Donnerstag Nachmittag mehrheitlich draussen bleiben. Das gab die Solothurner Spitäler AG am Nachmittag bekannt. Im Bürgerspital in Solothurn und im Spital in Dornach sind Besuche nur noch in begründeten Fällen erlaubt. Im Spital in Olten ist die Besucherzahl pro Patient auf eine Person pro Tag reduziert, Kinder unter 16 Jahren müssen ganz draussen bleiben. Dies ist eine Vorsichtsmassnahme, damit sich das Corona-Virus nicht ausbreitet.

Die Spitäler vor Herausforderungen

Die Spitäler der soH in Olten, Solothurn und Dornach sind in diesen Tagen gefordert. So wie alle Gesundheitsinstitute in der Schweiz auch. An den jeweiligen Standorten hat die soH Container aufgestellt, wo Patienten, die sich möglicherweise mit dem Corona-Virus angesteckt haben, melden können. In Solothurn weist ein oranger Wegweiser neben dem Eingang auf die Container hin, die Anmeldung für Patienten mit Corona-Verdacht ist von 8.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Nach 17.00 Uhr werden die Patienten auf der normalen Notfallstation betreut.

Mediensprecher Gian Trionfini nimmt sich Zeit für einen kurzen Rundgang im Spital. An diesem Donnerstagabend ist alles ruhig. «Die Lage ist angespannt, aber stabil», erklärt er. Besonders zu schaffen macht dem Personal in den Spitälern, dass viele Patienten ohne Anmeldung auf dem Notfall Hilfe suchen. Viele erhalten keinen Termin mehr beim Hausarzt, oder finden auf der Hotline des Bundesamtes für Gesundheit BAG keine Hilfe. Die Ressourcen, die das Personal für diese Patienten aufbringen muss, können an anderen Stellen fehlen. Denn neben den Patienten, die sich Sorgen wegen einer Ansteckung mit dem Corona-Virus machen, brauchen auch die Patienten Betreuung, die aus anderen Gründen den Notfall besuchen. «Es gibt Tage, an denen wir auf dem Notfall bis zu 40 Prozent mehr Patienten aufnehmen», erklärt Trionfini.

Für die Spitäler ist es anspruchsvoll, den weiteren Verlauf exakt zu planen. Die Ausgangslage ändert sich ständig, genauso wie die Anweisungen von Bund und Kanton. «Gestern haben wir eine Massnahme beschlossen, und sie dann heute wieder verworfen, bevor sie überhaupt in Kraft gesetzt wurde», sagt Trionfini. Wie gut die soH für die ungewöhnliche Situation gerüstet ist, kann Gian Trionfini nicht abschliessend sagen. «Wir werden das im Nachhinein wissen, wenn wir zurückblicken. Das betrifft aber nicht nur uns, sondern alle Beteiligten.» Täglich stelle man sich den Anforderungen in den Solothurner Spitälern. «Mit besten Wissen und Gewissen», sagt Trionfini abschliessend.