Medizinische Grundversorgung

Damit Hausarztmedizin nicht zum Notfall wird: Es braucht einen Effort im Kanton

Auch im Kanton Solothurn wird es zunehmend schwieriger, für Hausärzte Nachfolger zu finden.

Auch im Kanton Solothurn wird es zunehmend schwieriger, für Hausärzte Nachfolger zu finden.

Noch beurteilt die Regierung die Grundversorgung im Kanton als «ausreichend». Doch es braucht Anstrengungen, dass dies zumindest so bleibt.

Wie präsentiert sich die Grundversorgung im Kanton Solothurn? Wie hoch ist die Ärztedichte bei den Allgemeinmedizinern? Und welche Massnahmen zur Sicherstellung der Versorgung hat der Kanton im Auge? Die Fragen treiben das Gesundheitsamt seit einiger Zeit um. Allerdings sei es nicht ganz einfach, den Status quo im Detail zu erfassen, sagt Heinrich Schwarz, Chef des Gesundheitsamts im Departement von Regierungsrätin Susanne Schaffner.

Zahlen aus dem Jahr 2015 zeigen, dass der Kanton Solothurn mit 168 Ärztinnen und Ärzten im ambulanten Bereich auf 100'000 Einwohner eine tiefe Ärztedichte aufweist. Sie ist zwar etwas höher als im Aargau (165/100'000), aber deutlich tiefer als im Baselbiet (262/100'000). Am tiefsten ist die Ärztedicht im Kanton Jura, wo 142 Ärzte auf 100'000 Einwohner kommen.

Nachfolgeregelung im ländlichen Raum ist schwierig

«Wir erachten die Versorgungssituation insgesamt als ausreichend, auch wenn es in ländlichen Gebieten des Kantons Solothurn äusserst schwierig ist, für Einzelpraxen Nachfolger zu finden», schrieb der Regierungsrat im vergangenen Jahr in seiner Antwort auf eine Interpellation von Kantonsrat Simon Bürki (SP, Biberist). Dass es einen Effort für die Hausarztmedizin braucht, ist für die Regierung unbestritten. Es sei denn auch schon einiges gegangen in der Sache – zum Beispiel mit der Einführung des Amteiarztsystems, das die Hausärzteschaft entlastet. Weiter beteiligt sich der Kanton massgeblich an der Finanzierung von Praxisassistenzstellen, indem junge Ärzte, die bei der Solothurner Spitäler AG (soH) arbeiten, sechsmonatige Praktika in Hausarztpraxen absolvieren.

Zudem plant die soH nach Aussage von Gesundheitsamt-Chef Schwarz, eine Stelle «Förderung Hausarztmedizin» zu schaffen, deren Aufgabe es ist, Assistenzärzte in das Aufgabenspektrum des Hausarztes einzuführen. So, wie es in anderen Kantonen bereits erfolgreich praktiziert wird, wo die Spitäler ebenso wie in Solothurn eine zunehmend wichtige Rolle in der ambulanten Grundversorgung spielen.

Sollten in der Sache weitergehende Massnahmen durch den Kanton nötig werden, hat der Gesetzgeber im Übrigen vorgesorgt: Das kantonale Gesundheitsgesetz sieht ausdrücklich vor, dass der Kanton ambulante Einrichtungen in Bereichen unterstützen kann, «in denen eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung anderweitig nicht sichergestellt ist».

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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