Wahlen 2021

CVP stellt drei Regierungsrats-Kandidaten zur Auswahl für ein Zweierticket

Vorgeschlagen sind (vl.): Georg Nussbaumer, Kantonsrat aus Hauenstein; Parteipräsidentin und Kantonsrätin Sandra Kolly (Neuendorf) und Thomas Müller, alt Kantonsrat und Gemeindepräsident von Lostorf.

Vorgeschlagen sind (vl.): Georg Nussbaumer, Kantonsrat aus Hauenstein; Parteipräsidentin und Kantonsrätin Sandra Kolly (Neuendorf) und Thomas Müller, alt Kantonsrat und Gemeindepräsident von Lostorf.

Für die Regierungsratswahlen 2021 wird die CVP Kanton Solothurn mit zwei Kandidaturen antreten. Der Parteivorstand empfiehlt eine Kandidatin und zwei Kandidaten zur Wahl: Sandra Kolly, Thomas Müller sowie Georg Nussbaumer.

Mit wem FDP und SVP Jagd auf den zweiten Regierungssitz der CVP machen wollen, steht noch in den Sternen. Klarer ist, mit wem die CVP ihre Doppelvertretung verteidigen will: Sie präsentiert der Parteibasis dafür eine Dreierauswahl. Die Delegierten haben am 5. November für das Zweierticket die Wahl zwischen Parteipräsidentin Sandra Kolly, Kantonsrat Georg Nussbaumer und Thomas Müller, ehemaligem Kantonsrat und Gemeindepräsident von Lostorf. Eine Ausmarchung zwischen zwei Anwärtern auf einen zu besetzenden Platz, das ist nicht aussergewöhnlich.

Aber drei Vorschläge für die Nachfolge von Finanzdirektor Roland Heim und Baudirektor Roland Fürst, muss sich da der oder die Unterlegene nicht wie das fünfte Rad am Wagen und ziemlich brüskiert vorkommen? Man habe das Vorgehen eingehend diskutiert, sagt CVP-Vizepräsident Stefan Müller-Altermatt. Man wolle nicht den Eindruck entstehen lassen, die Parteibasis vor einen «Fait accompli» zu stellen, das würde schlecht ankommen.

Im Übrigen seien die Orts- und Amteiparteien auch frei, noch weitere Kandidaturen zu stellen. Das Trio mit Kolly, Nussbaumer und Müller erfüllt allerdings nach Ansicht der Findungskommission – man habe eine Vielzahl an intensiven Gesprächen geführt – die für die Kandidatensuche ins Zentrum gerückten Kriterien offensichtlich am besten: Erfahrungen aus Politik oder Verwaltung, Führungserfahrung und vertiefte Kenntnisse der zentralen politischen Dossiers.

Der Anwalt oder der «grüne Schwarze»?

Um beim Stimmvolk zu punkten, kann sicher auch ein möglichst grosser Bekanntheitsgrad nicht schaden. Über den verfügt sicher Sandra Kolly, schliesslich ist sie schon seit 2013 Parteipräsidentin und sitzt sogar schon seit 2009 im Kantonsrat. Dort politisiert sie eher unauffällig, aber sie ist natürlich im Kanton bestens vernetzt. Das zeigte sich auch bei den Nationalratswahlen 2019, als es Kolly auf den ersten Ersatzplatz hinter Stefan Müller-Altermatt schaffte. Beruflich ist Sandra Kolly, Jahrgang 1970, als kaufmännische Leiterin bei einem Treuhandunternehmen in Olten tätig. Wohnhaft ist sie in Neuendorf, wo sie auch im Gemeinderat sitzt.

Die Parteichefin: Sandra Kolly.

Die Parteichefin: Sandra Kolly.

Die Kandidatur der Parteipräsidentin war allgemein erwartet worden, die beiden anderen Namen sind schon überraschender. Thomas Müller war zwischen 2005 und 2013 Kantonsrat, bis er das Mandat aufgeben musste, weil er das Präsidium des Versicherungsgerichts übernahm. Zumindest ausserhalb der Region Olten und neben dem Gemeindepräsidium von Lostorf ist er seither politisch kaum in Erscheinung getreten, auch wenn er als Vizepräsident der Kantonalpartei amtet. Für Stefan Müller-Altermatt kein Nachteil, denn: «Niemand wird bezweifeln, dass Thomas Müller ein äusserst fähiger Regierungsrat wäre», so der CVP-Vize. Beruflich ist Thomas Müller, Jahrgang 1964, als Rechtsanwalt in Olten tätig.

Der Gemeindepräsident: Thomas Müller

Der Gemeindepräsident: Thomas Müller

Kantonsrat Georg Nussbaum, Jahrgang 1964, kommt aus Hauenstein-Ifenthal, wo er von 1997 bis 2009 Gemeindepräsident war. Der Revierförster und Leiter des Forstbetriebs Unterer Hauenstein sitzt ebenfalls schon seit 2009 im Kantonsrat. Dort fällt er vor allem als engagierter Umweltpolitiker und vehementer Verfechter der Energiewende auf. Er setzte sich zum Beispiel an vorderster Front für das Energiegesetz ein, das dann allerdings an der Urne kläglich scheiterte.

Der Förster: Georg Nussbaumer

Der Förster: Georg Nussbaumer

Ist er fast zu grün für einen «schwarzen» Regierungsratskandidaten? «Keinesfalls», findet CVP-Vize Müller-Altermatt: «Georg Nussbaumer ist ein profilierter und renommierter Kantonsrat, der wie kein anderer für die Nachhaltigkeit einsteht.» Dass das auch vom Stimmvolk honoriert wird, würden seine exzellenten Wahlresultate zeigen. Nussbaumer wurde bei den letzten Kantonsratswahlen 2017 mit dem besten Resultat in der Amtei Olten-Gösgen wiedergewählt, er machte noch mehr Stimmen als SP-Topkandidatin Susanne Schaffner, die dann im zweiten Wahlgang in den Regierungsrat gewählt wurde.

Meistgesehen

Artboard 1