Energiewende

CVP-Politiker im Wechselbad der Energien

Stefan Aeschimann, Leiter Group Public Affairs des Stromkonzerns Alpiq, referiert am 17. CVP-Wirtschaftsgipfel in Balsthal.at.

Stefan Aeschimann, Leiter Group Public Affairs des Stromkonzerns Alpiq, referiert am 17. CVP-Wirtschaftsgipfel in Balsthal.at.

Am CVP 17. Wirtschaftsgipfel zu Energiefragen in Balsthal konnten die Besucher einen Blick hinter die Kulissen der Pelletproduktion im grössten Pelletwerk der Schweiz werfen.

Die Besucherinnen und Besucher des 17. «Wirtschaftsgipfels» der kantonalen CVP in Balsthal begaben sich ins Wechselbad der Gefühle bezüglich Energiewende des Bundesrates. Zuversichtlich stimmte zunächst ein Rundgang durch das AEK-Pelletwerk, der Marktführerin in der Schweiz in Sachen Holzpellet-Herstellung zu Heizzwecken.

Der Preis der Energiewende

Nachdenklicher stimmte ein Referat von Alpiq-Vertreter Stefan Aeschimann, der mit Zahlenvergleichen aufzeigte, wie lange und wie anstrengend der Weg noch ist, bis ein substanzieller Teil der Stromerzeugung durch Photovoltaik erbracht sein wird. Als PR-Verantwortlicher einer AKW-Betreiberin zielte er darauf ab, die Rolle der Solarenergie noch auf lange Zeit hinaus als unerheblich darzustellen. «Die Stromproduktion des Solarkraftwerkes auf dem Stade des Suisse von einem Jahr wird vom Kernkraftwerk Gösgen in einer Stunde erzeugt», setzte er die Relationen.

In der Tat wird immer wieder von eindrücklichen Spitzenleistungen von Photovoltaik-Anlagen berichtet und dabei ausgeklammert, dass diese den Strom vor allem im Sommer und nur tagsüber liefern. «Im Sommer aber haben wir bereits mehr als genug Strom durch unsere Flusskraftwerke», betonte Aeschimann. Um den Strom in Pumpspeicherwerken zu speichern, seien «hunderte» neue derartige Anlagen nötig.

Die «Energiewende», also die Abschaltung der Kernkraftwerke werde ohne weitere Massnahmen zu einer Stromlücke im Winter führen. Diese will der Bundesrat durch Gas-Kombikraftwerke decken. Sechs bis zehn solcher Grossanlagen mit Kühltürmen sind dafür laut Aeschimann nötig. Insgesamt seien für die erste Phase der «Energiewende» Investitionen von rund 150 Milliarden Fr. nötig. Von energieintensiven Industrien (z. B. Stahlwerken) müsse man sich gleichzeitig verabschieden. Global sei ohnehin mit einer erhöhten Kohlenutzung zu rechnen, auch weil sich der Gesamtenergieverbrauch bis 2050 verdoppeln werde.

In einer Betriebsführung durch die Produktion der AEK Pellet AG wurde eine Heizmethode vorgestellt, die auf nachhaltigen einheimischen Rohstoffen beruht, und die – zumindest bei Neubauten – die Ölheizung bereits verdrängt hat. «Zurzeit ist heizen mit Pellets rund 40 Prozent billiger als mit Öl», erklärte Geschäftsführer Bruno Jordi. Allerdings kostet die Heizanlage mehr. In Balsthal werden hauptsächlich aus Sägereiabfällen jährlich 60 000 Tonnen Pellets hergestellt.

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