CVP Kanton Solothurn
CVP: «Die zwei Rolands können überall Stimmen holen»

Am Montagabend hat die CVP Kanton Solothurn in einer Sitzung über das weitere Vorgehen im zweiten Wahlgang beraten. Sie will links Stimmen holen, rechts Stimmen holen und selbst eisern «zweimal Roland» stimmen.

Christian von Arx
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Wie im Vatikan? Martin Wey (Mitte) diskutiert mit Roland Fürst (links) und Roland Heim.

Wie im Vatikan? Martin Wey (Mitte) diskutiert mit Roland Fürst (links) und Roland Heim.

Bruno Kissling

«Die Chancen auf zwei Sitze in der Regierung sind intakt, unsere Ausgangslage ist besser, als uns viele vorausgesagt haben», stellte CVP-Präsident Stefan Müller am Parteitag seiner Kantonalpartei in Olten fest. «Links von uns ist nur noch Brigit Wyss, rechts Remo Ankli – und in der Mitte die zwei Roland, die können überall Stimmen holen.»

Entsprechend gab Müller den etwa 60 treuen Parteifreunden für den zweiten Wahlgang der Regierungsrats- und Stadtratswahlen vom 14. April den Auftrag, «links und rechts zu grasen». Natürlich würden Linke eher für Roland Heim stimmen, Rechte eher für Roland Fürst. Vor allem aber müsse die eigene Basis der CVP eines beherzigen: «Auf den Zettel gehören beide Roland, und sonst gar nichts.» Dass diese Rechnung aufgehe, habe gar nichts mit «Schwarzer Magie» zu tun, sondern sei «pure Mathematik», so der Parteipräsident.

Prophylaktisch wies Stefan Müller auch das Argument zurück, dass die CVP, die bei den Kantonsratswahlen 18,4 Prozent der Stimmen erhielt, keinen Anspruch auf zwei von fünf Sitzen im Regierungsrat habe: «Der Mitte-Block ist immer noch der grösste Block im neuen Kantonsrat.» Und: «Was heisst da Übervertretung?», fragte Müller. «Die Grünen haben nur 7,7 Prozent, wären also weit mehr übervertreten. Und die FDP hat mit ihren 24,8 Prozent schon einen Sitz.»

Die beiden Regierungsratskandidaten selbst bewegten sich auf der gleichen Linie. Man sollte sich nicht dadurch verunsichern lassen, dass der Staatspersonalverband nur Roland Heim unterstütze und der Gewerbeverband nur Roland Fürst, meinte dieser. «Die Stimmen der CVP-Basis für beide Rolis sind die Basis für unseren Erfolg.» Roland Heim ergänzte einige Vorzüge der CVP-Kandidaten: «Wir haben beide politische Führungserfahrung. Wir kennen den Kanton Solothurn so gut wie sonst niemand von den andern Kandidaten. Und wir setzen uns für alle Regionen ein, nicht nur für eine.»

Guten Mutes zeigte sich auch Martin Wey für die zweite Runde der Oltner Stadtratswahlen. Die CVP sei in Olten eine kleine, aber starke Gruppe, die zusammen mit dem Stadtrat an der Zukunft der Stadt arbeite. Der Wahlkampf, der in Olten fast das ganze Jahr 2013 dauere, werde von Bauprojekten und dem finanziellen Engpass geprägt sein. Während des Wahlkampfs herrsche aber kein Stillstand, vielmehr seien die politischen Gremien laufend am Entscheiden.

Nicht zum Diskutieren, sondern zum Einschwören sei dieser Parteitag bestimmt, hatte Stefan Müller gesagt. Wer trotzdem eine kleine Differenz suchte, fand sie im Blick nach Rom: Stadtratskandidat Martin Wey wünschte sich «vatikantische Verhältnisse», weil diese in nur zwei Tagen einen neuen Papst gebracht hatten, während in Olten (für die Neubesetzung des Stadtpräsidiums) noch bis in den September gewählt werden müsse: «Schnellerer weisser Rauch wäre wünschbar», so Wey. Roland Heim dagegen zeigte sich als kühler Rechner froh, dass die vatikanischen Regeln bei den Regierungsratswahlen nicht gelten: «Für die Papstwahl braucht es eine Zweidrittelsmehrheit im Konklave ...»