Soletta 13
«Crash» zwischen Zug und Bus versetzt Attisholz-Areal in Ausnahmezustand

Bei der «Soletta 13» proben Kanton und Militär den Ernstfall. An der Teilübung «Crash» vom Montagabend wurde das Industriegelände in Luterbach zum Schauplatz eines tragischen Unfalls.

Christoph Neuenschwander
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Die Businsassen wollen raus. Sie müssen sich aber gedulden
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Baumstamm versperrt den Eingang zum Bus
Die Feuerwehr mit der Kettensäge am Werk
Es funkt
Der Unfall wurde aufwendig inszeniert
Aus einem Bahnwaggon trat Schwefel aus
Ambulanz in Anfahrt
Bus und Zug kollidieren auf Attisholz-Areal, mehrere Verletzte - Es war nur eine Übung!
Die «verletzten» Statisten in einem der aufgestellten Zelte
Die Rettungskräfte müssen aufmerksam sein
Ein Verletzter wird versorgt
Ärze beurteilen den Gesundheitszustand der Businsassen
Auch das Militär ist vor Ort
Super-Puma im Anflug Mit ihm werden die Schwer-Verletzten ausgeflogen.

Die Businsassen wollen raus. Sie müssen sich aber gedulden

Felix Gerber

Was passiert, wenn ein Zug mit gefährlicher Ladung einen Bus rammt? Wenn die Sanitäter nicht alle Verletzten alleine versorgen können, die Feuerwehr an ihre Grenzen stösst? Am Montagabend wurde auf dem Areal der «Borregaard» in Luterbach genau dieser Ernstfall geprobt. Im Rahmen der dreitägigen Übung «Soletta 13» nahm die Katastrophe ab 19 Uhr ihren Lauf.

 Die Ruhe vor dem Sturm: Die Zivilschützer, Besucher und Statisten eine halbe Stunde vor dem Einsatz.
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 Die Statisten wurden teilweise mit Wunden versehen
 Das Szenario: Ein mit Holz beladener Zug ist in einen Bus gerast. Zudem wurden Autos herumgeschleudert.
 Das Szenario: Ein mit Holz beladener Zug ist in einen Bus gerast. Zudem wurden Autos herumgeschleudert.
 Das Szenario: Ein mit Holz beladener Zug ist in einen Bus gerast. Zudem wurden Autos herumgeschleudert.

Die Ruhe vor dem Sturm: Die Zivilschützer, Besucher und Statisten eine halbe Stunde vor dem Einsatz.

Lea Durrer

Eingesperrte Verwundete

Kurz nachdem die Übungsleitung Alarm geschlagen hatte, fuhr die Polizei vor und verschaffte sich einen Überblick. Nebst Bus und Zug waren einige Autos in den Unfall verwickelt. Die Bustür war blockiert - und überall stöhnten und schrien verwundete Passagiere um Hilfe. Nur wenig später erreichte die Luterbacher Feuerwehr den Unfallort, kümmerte sich um die Verletzten und machte sich daran, die eingesperrten Businsassen zu befreien. Zu allem Übel entwichen dem Chlorgas-Tank des Zuges auch noch weisse Schwaden, die unter Kontrolle gebracht werden mussten.

Die Übung «Crash» entwickelte sich, wie es sich die Einsatzleitung vorgestellt hatte: Die Feuerwehr forderte Unterstützung an, der Zivilschutz wurde aufgeboten, Zelte aufgestellt, Unfallopfer verarztet. Das Militär schirmte das Gelände vor Gaffern ab. Und bald einmal landete ein «Super Puma»-Helikopter, um Verletzte auszufliegen.

Drehbuch kennen nur Übungsleiter

Es ist das erste Mal, dass im Kanton Solothurn in diesem Ausmass das Zusammenspiel zwischen zivilen Behörden und dem Militär auf den Prüfstand gestellt wird. 650 Angehörige des Infanteriebataillons 56 und rund 200 zivile Einsatzkräfte des Kantons sind an den diversen Übungen der «Soletta 13» beteiligt; die allermeisten wissen nicht, was auf sie zukommt. Schliesslich soll getestet werden, ob im Ernstfall richtig reagiert wird. Nur gerade den Übungsleitern ist das gesamte Drehbuch bekannt.

Schnittstellen ohne Bruchstellen

«Das ist eine Volltruppenübung auf ziviler wie auch militärischer Seite», sagt Diego Ochsner, Chef des Kantonalen Führungsstabes. Brigadier Daniel Keller, sozusagen der Trainingspartner des Kantons, ergänzt: «Damit Schnittstellen nicht zu Bruchstellen werden, muss man trainieren. Wir erhalten von den zivilen Behörden den Auftrag und müssen versuchen, die Leistungen umzusetzen.»

Im Verlauf der Übung, die von Montag bis Mittwoch dauert, müssen die Geprüften etliches leisten: etwa Konferenzen sichern oder Überwachungen durchführen und viele weitere Einsätze «zwischen Oensingen und Grenchen» bestreiten, die im Moment noch geheim bleiben.