Covid-19
Neuer Janssen-Impfstoff: Am Freitag wurden im Kanton Solothurn die ersten Dosen verabreicht

Seit Freitagnachmittag kann man sich im Impfzentrum in Selzach mit dem neuen Impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen. Dazu gibt es neue Pläne für die mobilen Impfteams – Leiter Fachstab Pandemie Beat Kamber zeigt sich zuversichtlich.

Anja Neuenschwander
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Schlangestehen im Impfzentrum Selzach.

Schlangestehen im Impfzentrum Selzach.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Der Parkplatz vor dem Impfzentrum in Selzach ist am Freitagnachmittag gut besetzt. Auch im Zentrum herrscht reges Treiben: Ab 14 Uhr werden die ersten Dosen des neuen Janssen-Impfstoffs verabreicht. Hinter den Kulissen werden die Impfdosen sorgfältig vorbereitet. Für jeden der drei verfügbaren Impfstoffe gibt es einen separaten Container, in denen Pflegekräfte die Spritzen befüllen.

Janssen-Dosen reichen voraussichtlich bis im Winter

Stand Freitagmorgen seien 470 Anmeldungen für die Janssen-Impfung eingegangen, informiert der Leiter des Fachstabs Pandemie Beat Kamber. Etwas weniger als 10 Prozent der insgesamt 4800 Dosen sind damit bereits vergeben. Kamber sagt:

«Wir gehen davon aus, dass wir bis im Winter genügend auf Vorrat haben.»

Ein Vorteil des neuen Impfstoffs sei, dass man ihn länger lagern könne als diejenigen von Pfeizer oder Moderna. Wenn alle Janssen-Dosen verimpft sind, werde man weitere beim BAG bestellen.

Laut Kamber habe sich die Nachfrage bei den verschiedenen Impfstoffen mit der Einführung des Johnson-&-Johnson-Impfstoffs etwas verschoben: Mehr Leute hätten sich für den Janssen-Impfstoff angemeldet, während die Nachfrage bei Pfizer und Moderna etwas zurückgegangen sei. Die Gesamtanzahl der Anmeldungen sei aber ungefähr gleich geblieben.

Wer sich mit dem Janssen-Impfstoff impfen lassen will, muss im Impfzentrum vorbeigehen. Wegen der relativ geringen Anzahl Dosen wird er nicht in den Walk-ins verabreicht. Impfwillige mit einer Unverträglichkeit gegen den mRNA-Impfstoff werden bei den Anmeldungen bekanntlich priorisiert. Im Kanton Solothurn seien dies etwa 36 Personen. Von ihnen hätten sich am Freitag bereits sechs für eine Janssen-Dosis angemeldet.

Neue Impfmobile kommen in die Gemeinden

Der Kanton hat Busse für die mobilen Impfteams angeschafft.

Der Kanton hat Busse für die mobilen Impfteams angeschafft.

Anja Neuenschwander

«Der Kanton Solothurn war bis jetzt sehr innovativ während der Impfkampagne», sagt Kamber. Er erwähnt die Drive-ins und die Aktion an der Volkshochschule mit Dolmetschern für Fremdsprachige, um Unsicherheiten vor dem Impfen zu klären. Vor dem Impfzentrum steht die neuste Anschaffung des Kantons: Den mobilen Impfteams stehen nun drei Fahrzeuge zur Verfügung. Auf Raten des Bundes hin wolle man die mobilen Impfungen nämlich fortführen. Die Booster-Impfungen für die älteren Generationen hätten aber zuerst noch Vorrang.

Danach seien in den kommenden Monaten regelmässige Impfaktionen in den Gemeinden geplant. Damit habe man sehr gute Erfahrungen gemacht. Kamber zeigt sich zuversichtlich: «Wenn wir so dranbleiben und die Leute weiterhin gut informieren, dann wird schlussendlich 80 bis 85 Prozent der Bevölkerung im Kanton geimpft sein.»

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