Kanton Solothurn

Nicht nur Bezirk: Coronazahlen sollen künftig auf Gemeindeebene publiziert werden

Wo die positiv getesteten Personen leben, soll aufgeschlüsselt werden. Der Kanton betont jedoch, dass der Wohnort wenig relevant ist für die Bevölkerung.

Wo die positiv getesteten Personen leben, soll aufgeschlüsselt werden. Der Kanton betont jedoch, dass der Wohnort wenig relevant ist für die Bevölkerung.

Das Gesundheitsamt des Kantons Solothurn arbeitet daran, dass der Wohnort der positiv getesteten Personen publiziert wird.

Der Grenchner Sonderstab Corona hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass bisher 35 Einwohner an Covid-19 erkrankt sind. Die Daten wurden vom Kanton zur Verfügung gestellt. Stadtpräsident François Scheidegger äusserte den Wunsch, dass künftig Zahlen auf Gemeindeebene analog wie im Kanton Bern publiziert würden. «Das würde helfen, Pandemieherde zu identifizieren und entsprechende Massnahmen zu ergreifen», sagte er an der Medienkonferenz. 

Sein Wunsch soll bald erfüllt werden, wie auf Anfrage beim Kanton zu erfahren ist. «Wir sind daran, die Zahlen so aufzubereiten, dass wir sie in Zukunft aufgeschlüsselt auf Gemeinden auf unserer Webseite publizieren können», sagt Kantonsarzt Lukas Fenner. Er betont aber, dass der Wohnort der positiv getesteten Personen wenig relevant sei für die betroffene Wohnbevölkerung. «Entscheidend ist nicht der Wohnort, sondern die Bewegungs- und Verhaltensmuster der Personen in Bezug auf mögliche Ansteckungen.»

Ein Nachbar sei nicht zwingend eine Kontaktperson, falls nie enger Kontakt bestand. «Auf der anderen Seite können Übertragungen auf dem Arbeitsweg der positiv getesteten Person, an der Schule, in der Freizeit oder in einem Club passieren.» Oder eine erkrankte Person, die ausserhalb des Kantons wohnt, aber hier arbeitet, steckt jemanden an.  

Wo es bisher am meisten Corona-Fälle gab und ob irgendwelche Herde festgestellt werden konnten, wird nicht angegeben. Auch wenn in einer Gemeinde gehäuft Meldungen vorkommen, bedeutet dies laut Lukas Fenner nicht zwingend, dass dies lokale Übertragungs-Cluster sind. «Der kantonsärztliche Dienst klärt dies im Rahmen des Contact Tracing stets ab», sagt der Kantonsarzt.

Am meisten Fälle im Bezirk Gösgen

In Grenchen sind es bisher 35 Fälle, was 0.2 Prozent der Bevölkerung entspricht. In Solothurn wurden 18 Corona-Erkrankte (0.1%) registriert. Die Zahl aus der Ambassadorenstadt ist aus der bestehenden Tabelle, die vom Kanton jeden Tag aktualisiert wird und nach Bezirken geordnet ist, herauszulesen. Die Zahlen zur Stadt Olten sind auf Anfrage nicht zu erfahren. Im ganzen Bezirk gab es bisher 141 Fälle. Total sind es Stand 20.August 2020 640.

Eine Leserin dieser Zeitung fragte sich: «Warum hat die Stadt Solothurn nie einen neuen Corona-Fall, aber das Wasseramt ständig neue?» Laut Fenner würden die Unterschiede von einer Vielzahl von Faktoren abhängen; unter anderem von der Bevölkerungsstruktur, der Bevölkerungsdichte und den im Verlaufe der Zeit geänderten Test- und Meldekriterien. Unterschiede könnten aber auch rein zufällig sein.

Zentral: Testen und Kontaktabklärung

Zentral für die Eindämmung der Pandemie sei das frühe Erkennen einer Infektion durch Testen und die nachfolgenden Kontaktabklärungen. Das Vorgehen nennt man «Test&Trace». Ebenso wichtig ist laut Kanton, dass die durch den kantonsärztlichen Dienst angeordneten Isolations- und Quarantänemassnahmen strikte eingehalten werden.

Zurzeit befinden sich im Kanton Solothurn 311 Personen in angeordneter Quarantäne, und 288 Personen befinden sich in Quarantäne nach Rückkehr aus einem COVID-19-Risikogebiet. Reisen als Ansteckungsquelle betrifft rund ein Drittel der Neuerkrankungen.

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