Aus Grossbritannien
Coronavirus-Variante wurde auch schon im Kanton Solothurn nachgewiesen

Die strengeren Massnahmen auf nationaler Ebene führen im Kanton sogar zu gewissen Lockerungen. Die Coronavirus-Variante B. 1.1.7 macht Sorgen. Auch im Kanton Solothurn wurde es schon nachgewiesen.

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77 neue Fälle meldete der Kanton am Donnerstag.

77 neue Fälle meldete der Kanton am Donnerstag.

KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi

Während der vergangenen Wochen gehörte Solothurn zu denjenigen Kantonen, die im nationalen Vergleich strengere Regeln erlassen hatten, um die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus zu senken. Damit ist nun aber Schluss: Die neuen nationalen Vorgaben sorgen dafür, dass in allen Kantonen die gleichen Regeln gelten, wie sie hier schon seit Dezember umgesetzt werden.

Aus Sicht des Kantons seien die einheitlichen Massnahmen begrüssenswert, betonte Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner. «Das erleichtert alles, und es ist auch notwendig, wenn wir die anstehenden Herausforderungen richtig anpacken wollen.»

Zwar sind die Fallzahlen auf nationaler sowie auf kantonaler Ebene in den vergangenen Tagen leicht gesunken. Im Kanton wurden am Donnerstag 77 neue, laborbestätigte Infektionen gemeldet, am Mittwoch waren es 88 Fälle. In den Wochen davor waren fast täglich mehr als 100 Infektionen gemeldet worden.

Virusmutation soll möglichst lange kontrolliert werden

Zeit zum Aufatmen ist aber trotzdem noch nicht. Der Grund dafür ist die Coronavirus-Variante B. 1.1.7, die im Dezember in Grossbritannien entdeckt wurde. Studien weisen darauf hin, dass diese Virusvariante leichter übertragbar ist als die bisher in Europa dominierende Variante. Sie könnte deshalb zu einem schnellen, erneuten Anstieg der Fallzahlen führen.

Bisher gab es im Kanton 14 Verdachtsfälle, bei einer Person wurde die neue Variante tatsächlich festgestellt. Das kantonale Contact-Tracing konnte laut Angaben von Kantonsarzt Lukas Fenner alle Kontaktpersonen der betroffenen Person kontaktieren und rechtzeitig in Quarantäne schicken.

Die Ausbreitung der neuen Variante soll durch das gezielte Tracing möglichst verlangsamt werden, damit die steigenden Fallzahlen das kantonale Gesundheitswesen nicht erneut an den Anschlag bringen. Seit Wochen hilft Personal aus der Privatklinik Obach und aus den Pallas Kliniken AG in den Kantonsspitälern aus, um das Personal zu entlasten, und nicht-dringende Eingriffe werden regelmässig verschoben.

Für die Ertragsausfälle wird die Solothurner Spitäler AG vom Kanton mit rund 16 Millionen Franken entschädigt, wie die Regierung diese Woche mitteilte. Die Finanzkommission des Kantonsrats hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie dieses Vorhaben unterstützt.

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