Coronademo in Solothurn
«Flächenbrand» verhindert, 123 Wegweisungen ausgesprochen: So fällt die Bilanz der Kantonspolizei zum Einsatz gegen die Coronademo aus

Zu einer grossen Coronademo ist es am Samstag in Solothurn definitiv nicht gekommen. Dafür zu einem sehr grossen Polizeieinsatz – mehrere hundert Polizistinnen und Polizisten waren im Einsatz. Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei, zieht Bilanz.

Noëlle Karpf
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Es gab kein zweites Liestal, kein zweites Aarau am Samstag in Solothurn. Das liess sich schon im Vorfeld vermuten – in Genf ging nämlich eine Demo gegen das Covid-19-Gesetz über die Bühne. So zog es keine Massen in die Kantonshauptstadt. Hinzu kommt, dass die Kantonspolizei schon im Vorfeld darum gebeten hatte, nicht an Kundgebungen teilzunehmen, und entsprechende Konsequenzen auch schon angetönt hatte.

Zwei Demos waren ursprünglich geplant gewesen: eine Coronademo, die keine Bewilligung erhalten hatte, dann offiziell abgesagt wurde – und eine Gegenaktion gegen die Coronademo, für welche ebenfalls keine Bewilligung vorlag. Auch diese Kundgebung wurde, einige Stunden vor dem ursprünglich geplanten Start, abgeblasen.

Die Polizei war bereits am Vormittag auf dem Märet präsent, führte aber auch an den verschiedenen Eingängen zur Stadt sowie am Bahnhof Kontrollen durch.
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Nicht nur in der Stadt und am Stadtrand führt die Polizei Kontrollen durch - auch in der Umgebung wird kontrolliert, wer Richtung Stadt unterwegs ist. So etwa in Biberist.
Auch die Autofahrer, die in die Parkhäuser wollten, wurden kontrolliert und auf die geplanten illegalen Kundgebungen hingewiesen.
Ein Corso von Polizeifahrzeugen vor dem Märetplatz.
Den Wasserwerfer hat die Kapo von der Kapo Bern ausgeliehen.
Hier kontrolliert die Kapo den Eingang zum Söitörli.
Auch die Gegner:innen der Coronademo machen sich bemerkbar.
Am Mittag sind die Märetstände bereits geräumt, davor ist die Polizei auch in der Stadt präsent.
«Solothurn hält Abstand»: Dieses Plakat ist am Landhausquai zu sehen.
Wer in die Stadt will, muss erklären, was er oder sie hier verloren hat. Zudem kontrollierten die Einsatzkräfte Taschen und Gepäckstücke.
Zugangskontrolle bei der Kreuzackerbrücke.
Brunnen auf dem Märetplatz ist eingekesselt. Hinein und hinaus kommt niemand mehr.
Polizisten bereiten sich vor der Kathedrale auf den Einsatz vor.
Laut Polizei kamen nur rund 20 Personen im Zentrum des Platzes zusammen, die demonstrierten und eingekesselt wurden.
VIele Polizistinnen und Polizisten kamen in Vollmontur.
Im Kreis der Eingekesselten fanden sich coronakritische Personen - und Medienschaffende.
Auch mit Schutzschildern ausgerüstet hielten die Einsatzkräfte die Stellung.
Bis um 16 Uhr war die Polizei auf dem Märetplatz präsent. Später waren dort nur noch vereinzelt Polizistinnen und Polizisten zu sehen. Auch die Eingänge - hier das Baseltor - wurden am frühen Abend nicht mehr bewacht.

Die Polizei war bereits am Vormittag auf dem Märet präsent, führte aber auch an den verschiedenen Eingängen zur Stadt sowie am Bahnhof Kontrollen durch.

Noëlle Karpf

Von beiden Gruppierungen gab es am Samstagnachmittag Anhängerinnen und Anhänger in der Stadt. Viele waren es nicht. Bereits am Morgen begann die Kantonspolizei, jede einzelne Person, die in die Stadt wollte, zu kontrollieren; ebenso hielt sie Fahrzeuge auf den Zufahrtsstrassen an und Autos, die in Solothurner Parkhäuser fuhren.

Etwas Aufregung am Nachmittag: Polizei kesselt Minidemo ein

Zu einer Art Minidemo kam es dann am Nachmittag, eine Handvoll Personen versammelte sich in der Mitte des Märetplatzes, mit Schweizer Fahnen und Transparenten. Ziemlich schnell wurde diese Gruppe von den Einsatzkräften eingekesselt. Einzelne Personen wurden abgeführt und befragt. Nach rund zwei Stunden war die Absperrung aber bereits wieder aufgehoben, auf dem Märetplatz noch vereinzelt Polizistinnen und Polizisten und ansonsten nur Passantinnen und Passanten zu sehen.

123 Wegweisungen wurden im Verlaufe des Tages ausgesprochen, auch zu Bussen und Strafanzeigen ist es gekommen – um wie viele es geht, ist noch nicht bekannt. Gemäss Einschätzung der Polizei hätten mehrere hundert Personen versucht, an Kundgebungen in der Stadt teilzunehmen. Im Video zieht Mediensprecher Bruno Gribi Bilanz über den Einsatz der Polizei:

Interview mit Bruno Gribi, Mediensprecher Kapo Solothurn.

Noëlle Karpf

Der Ticker mit der Live-Berichterstattung können Sie hier nachlesen: