Corona
Solothurner Gewerbeverband warnt: Terrassenöffnung kann zu Kürzungen der Härtefallgelder führen

Eine (Teil-)-Öffnung des eigenen Betriebs muss wohlüberlegt sein. Darauf weist der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband in einem Schreiben an seine Mitglieder hin.

Rebekka Balzarini
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Das Lokal «Riva Café & Weinbar» in Olten hat sich für eine Öffnung entschieden.

Das Lokal «Riva Café & Weinbar» in Olten hat sich für eine Öffnung entschieden.

Patrick Luethy

Ob Restaurants, Bars oder Kulturlokale ihre Aussenbereiche öffnen wollen, müssen sie sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht gut überlegen. Darauf weist der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband in seinem jüngsten Corona-Update hin, das er regelmässig an seine Mitglieder verschickt. «Es ist gemäss Sekretariat der Volkswirtschaftsdirektoren grundsätzlich so, dass die Terrassenöffnung zu einer Teilschliessung führt», schreibt der kgv. «Bei Nichtöffnung besteht der Anspruch auf Härtefallmassnahmen weiterhin.»

Jeder Gastronom müsse sich also genau ausrechnen, was für ihn rentabler sei ‒ weiterhin die Terrasse geschlossen halten, und dafür wie bisher im Rahmen der Härtefallmassnahmen unterstützt werden, oder aber den Aussenbereich öffnen, und dafür allenfalls Auswirkungen auf die Höhe der Härtefallgelder in Kauf zu nehmen.

Mit dem Hinweis im Corona-Update wolle man niemanden davon abhalten, den Betrieb wieder zu öffnen. Das betont Andreas Gasche, Geschäftsführer des kgv. «Aber wir wollen Frust im Gewerbe verhindern.» In der Vergangenheit sei es mehrfach vorgekommen, dass sich Gewerblerinnen und Gewerbler gewundert hätten, warum ihr Betrieb «nur» als teilgeschlossen und nicht als geschlossen gilt. Deshalb habe man die Mitglieder für die Konsequenzen einer Öffnung der Aussenbereiche sensibilisieren wollen.

Im Kanton gilt die Zehn-Prozent-Regel

In den Kantonen werden die Beträge, welche die Betriebe im Rahmen der Härtefallentschädigung erhalten, unterschiedlich berechnet. Im Kanton Solothurn betrifft eine Besonderheit Betriebe, die sich neben ihrem Hauptgeschäft noch einen Nebenverdienst aufgebaut haben. Um als geschlossener Betrieb zu gelten, darf der Umsatz aus der Nebentätigkeit in den Jahren 2019, 2020 und 2021 nicht mehr als zehn Prozent am Gesamtumsatz betragen.

Wird diese Grenze überschritten, dann gilt ein Betrieb als teilgeschlossen. Um Hilfe in Form von Härtefallgelder zu erhalten, müssen diese Betriebe nachweisen, dass sie durch die Massnahmen der Behörden einen Umsatzrückgang von mehr als 25 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Jahresumsatz der Jahre 2018 und 2019 erlitten haben. Das hat nicht nur einen möglichen Einfluss auf die Höher der Beträge, welche die Betriebe erhalten, sondern bedeutet auch mehr Papierkram, der bewältigt werden muss.