Corona
Der Kanton will weiter vorwärtsmachen mit Impfen, behält aber eine kleine Reserve

Neu erhalten auch Personen unter 65 und ohne Vorerkrankung im Kanton einen Impftermin. Damit will der Kanton dafür sorgen, dass die Bevölkerung rasch geimpft wird. Für Mai ist ausserdem eine weitere Informationskampagne geplant.

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Der Zeitpunkt der Anmeldung spielt für die Vergabe des Impftermins eine zentrale Rolle.

Der Zeitpunkt der Anmeldung spielt für die Vergabe des Impftermins eine zentrale Rolle.

Bruno Kissling

Ab Mai erhalten im Kanton Solothurn auch Personen unter 65 Jahren Impftermine. Das schreibt der Kanton am Dienstag in einer Medienmitteilung. Bislang wurden nur bestimmte Personengruppen wie Hochrisikopatientinnen und -patienten, über 65-Jährige sowie Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt für die Covid-19-Impfung priorisiert. Anfang Mai werden nun alle bereits registrierten Personen, die zu den erwähnten Risikogruppen zählen, mindestens ihre Erstimpfung erhalten haben.

Deshalb öffnet nun der Kanton Solothurn die Vergabe von Impfterminen für die breite Bevölkerung, so dass spätestens ab Mitte Mai die ersten Personen unabhängig von Alter und Vorerkrankung geimpft werden können. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass es zu keinen Verzögerungen bei der Lieferung der Impfstoffe kommt, wie es in der Mitteilung der Staatskanzlei heisst.

In den vergangenen Tagen übten mehrere Kantone Kritik am BAG, weil dieses immer wieder Verzögerungen bei der Lieferung von Impfdosen bekannt gab. Auch an der Medienkonferenz am Dienstag stellte das BAG eine Lieferverzögerung für den Mai in Aussicht.

Der Kanton Solothurn verzichtet zwar anders als etwa der Kanton Bern darauf, für alle Erstimpfungen eine zweite Dosis zurückzuhalten. Aber auch er achtet auf eine Reserve: So hält der Kanton Solothurn eine gewisse Anzahl Dosen zurück, und könnte damit laut Angaben des Gesundheitsamts Impfverzögerungen von rund einer Woche auffangen. Wenn es zu weiteren Verzögerungen kommt, werden Ersttermine nicht vergeben oder verschoben.

«First come, first served»

Der Zeitpunkt der Anmeldung spielt für die Vergabe des Impftermins eine zentrale Rolle, denn das System funktioniert nach dem Prinzip «first come, first ­served». Das heisst: Wer sich früher anmeldet, erhält auch früher einen Impftermin. Weiterhin gilt: Alle Personen aus den heutigen Risikogruppen, die sich nachträglich für eine Impfung entscheiden, werden auch künftig prioritär behandelt.

Zur Sensibilisierung der breiten Bevölkerung startet der Kanton ab Mai auch eine neue Plakatkampagne, die dazu motivieren soll, sich zu schützen, zu testen und zu impfen. Ziel ist es laut dem Gesundheitsamt, eine Impfquote von 75 Prozent zu erreichen. Bisher haben sich 41 Prozent der Gesamtbevölkerung für eine Impfung angemeldet. Das entspricht 95'334 Personen.

Laut den Impfzahlen des Kantons sollen sich auch schon 58'773 Personen unter 65 Jahren für eine Impfung vorangemeldet haben.

Solothurner Impfstrategie in Zahlen, Stand 20. April 2021

Wer Anzahl Anteil an Gesamtbevölkerung
Zur Impfung angemeldete Personen, > 75 J. 19’323 75 %
Zur Impfung angemeldete Personen, 65 ­- 74 J. 17’239 61 %
Zur Impfung angemeldete Personen, < 65 J. 58’773 33 %
Total angemeldete Personen 95’334 41 %
Erwachsene mit mind. einer Erstimpfung 46’517 20 %
Erwachsene mit Erst- und Zweitimpfung 25’401 11 %
Total verimpfte Impfdosen 71’918

Im Dreiklang den Alltag zurückholen

«Wir sind der Überzeugung, dass es einen wirksamen Weg aus der Pandemie gibt und der lautet: Wir müssen uns alle an die geltenden Schutzmassnahmen halten, uns regelmässig testen und impfen lassen», heisst es vom Gesundheitsamt auf Anfrage. «Nur in diesem Dreiklang können wir unseren Alltag, den wir alle so sehr vermissen, zurückholen».

Neben Plakaten sollen laut der Verwaltungauch Flyer in verschiedenen Sprachen verteilt werden. «Bei Bedarf werden wir zudem flankierende Massnahmen für spezifische Zielgruppen einleiten», heisst es weiter. (szr/rba)

Anmeldung Impftermin: so.impfung-covid.ch