Corona
Diese Restaurants im Kanton Solothurn werden Betriebskantinen

Ab Montag können bewilligte Restaurants im Kanton Solothurn ihre Mahlzeiten Berufstätigen im Ausseneinsatz anbieten. Einige Betriebe haben sich schon als Betriebskantine angemeldet. Jedoch rechnen die Wenigsten mit einem grossen Ansturm.

Joel Dähler
Merken
Drucken
Teilen
Restaurants müssen sich in der Corona-Zeit Einiges einfallen lassen. (Symbolbild)

Restaurants müssen sich in der Corona-Zeit Einiges einfallen lassen. (Symbolbild)

Britta Gut

Wer die Anforderungen des Kanton Solothurn inklusive Schutzkonzept erfüllt, kann sein Restaurant als Betriebskantine eintragen lassen. Dies ermöglicht, dass man Mahlzeiten an Berufstätige im Ausseneinsatz anbieten darf. Stand Freitag 16:00 haben sich im Kanton Solothurn 18 Betriebe eintragen lassen als Betriebskantinen:

  • byMas- all you can eat in Dulliken
  • Café Knaus in Oensingen
  • Coop Restaurant in Egerkingen
  • DogSportWorld GmbH in Bellach
  • Gasthof Kreuz in Egerkingen 
  • Gasthof National in Langendorf
  • Gasthof zum weissen Rössli in Erschwil
  • Hotel Restaurant Martinshof in Zuchwil
  • Marché Restaurant, Raststätte Deitingen Nord
  • Marché Restaurant, Raststätte Deitingen Süd
  • Cindy's Diner, Raststätte Deitingen Süd
  • Oltech GmbH in Olten
  • Restaurant Genusswerkstatt (VEBO) in Oensingen
  • Restaurant Pizzeria Kreuz in Nunnigen
  • Restaurant Rössli in Selzach
  • Restaurant Saalbau Bad in Derendingen
  • Restaurant Tennis-Chugele AG in Grenchen
  • Urs und Viktor in Bettlach

Noch keine Anfrage erhalten

Zu den teilnehmenden Restaurants gehört auch das Restaurant Rössli in Selzach. Der Pächter Roland Kocher sagt, dass die aktuelle Lage «beschissen» sei. Jedoch seien sie schon letzten Frühling auf ein Takeaway-Angebot umgestiegen, daher sei die Anmeldung zur Betriebskantine ein sinnvoller weiterer Schritt. Es sei auch genügend Platz im Saal vorhanden, um die Abstände gewährleisten zu können, meint Kocher. Jedoch sagt er auch:

«Diese Betriebskantinen-Regelung wird vielleicht etwas überbewertet. Man redet da ja immer von den Bauarbeitern. Ich glaube nicht, dass jetzt viele Bauarbeiter zu uns ins Restaurant kommen. Die Meisten sind ja eher Ausländer und gehen nicht in so ein Restaurant.»

Bisher gebe es auch noch keine Anfrage von jenen, die von der Betriebskantine profitieren könnten. Das Angebot nutzen können Mitarbeitende im Landwirtschaftssektor, Handwerker, Bau- und Strassenarbeiter, sowie Berufstätige im Bereich Montageservice. Immerhin sei der Aufwand, sich als Betriebskantine anzumelden sehr klein. Das sei schon mit einem Email erledigt gewesen, so Kocher.

Hemmschwelle sehr hoch

Denise Reinhard ist Geschäftsführerin des Martinshofs in Zuchwil. Zum Martinshof gehört nebst den Restaurants auch noch das Hotel. Immerhin gebe es einige wenige Hotelgäste. Viel laufe aber nicht, so Reinhard.
Da sowieso für die Hotelgäste gekocht werde, sei es kein grosser Mehraufwand, sich auch noch als Betriebskantine eintragen zu lassen. Dennoch ist sie sehr skeptisch:

«Die Hemmschwelle ist sehr hoch. Das Bauunternehmen muss zuerst einen schriftlichen Vertrag schicken, dass deren Mitarbeiter ins Restaurant kommen können. Und auch wenn zwei Kollegen vom gleichen Bau kommen, müssen sie trotzdem jederzeit 1.5 Meter Abstand halten.»

Sie habe schon Rückmeldung an den Kanton gegeben, dass diese Auflagen es den Restaurants schwer machen. Sie glaubt, dass die Leute so oder so lieber draussen Mittag machen möchten. Es werden daher nicht viele zusätzliche Gäste erwartet.

In den sozialen Medien wird das neue Angebot von den meisten Restaurants aber auch nicht aktiv beworben. Zumindest der Gasthof National in Langendorf hingegen bewirbt sein neues Betriebskantinen-Angebot auf Facebook:

Wie viele Nutzer die Betriebskantinen im Kanton Solothurn wirklich haben werden und wie sinnvoll die Regelungen sind, wird sich erst noch herausstellen. Bis dahin kann man sich immer noch bei der zuständigen Stelle des Kanton Solothurn anmelden.