Coronavirus

Contact Tracing: Über 40 Personen im Kanton Solothurn sind isoliert und in Quarantäne

Wer positiv auf das Virus getestet wurde, wird isoliert. Das Contact Tracing Team macht dann die Kontakte ausfindig.

Wer positiv auf das Virus getestet wurde, wird isoliert. Das Contact Tracing Team macht dann die Kontakte ausfindig.

Das Contact Tracing-Team im Kanton Solothurn besteht derzeit aus fünf Personen. Sie überwachen die Neuansteckungen und deren Kontaktpersonen.

Am Donnerstag wurden drei neue positiv getestete Coronafälle im Kanton gemeldet. Die Zahl stieg damit auf 439. Am Freitag kamen keine neuen Fälle dazu. Jede Neuansteckung wird von einem vom kantonsärztlichen Dienst des Kantons Solothurn aufgebauten Team nachverfolgt. Das Ziel: Neue Covid-19-Fälle sollen möglichst frühzeitig und vollständig erfasst sowie Kontakte unter Quarantäne gestellt werden. 

Am Freitag befanden sich 17 Personen in Isolation und 25 Kontaktpersonen in Quarantäne, wie es beim Kanton auf Anfrage heisst. «Personen in Quarantäne werden vom ‹Team Contact Tracing› regelmässig zu Hause angerufen», erklärt Lukas Fenner, der als Kantonsarzt auch den kantonalen Sonderstab Corona leitet. Dies soll die Personen unterstützen, die Quarantäne einzuhalten und den Gesundheitszustand selber zu überwachen.

Wie viele Personen seit Beginn der Pandemie schon in Quarantäne mussten, kann man beim Kanton nicht sagen. «Wir führen keine Gesamtstatistiken», sagt Fenner. Mit der Einführung der neuen Software SORMAS für die Datenerfassung und das Kontaktmanagement soll die statistische Grundlage aber verbessert werden. Zudem soll das Tool die täglichen Arbeiten verbessern. SORMAS ist speziell für Infektionskrankheiten ausgelegt. Bald soll auch eine App für Kontaktpersonen zur Verfügung stehen. Durch die Softwarelösung kann das Gesundheitsamt die Ausbreitung des Virus im Kanton noch besser beobachten und auf Neuinfektionen schneller reagieren.

Regeln für die Quarantäne

Zahlen zur Quarantäne gibt es keine. Was aber bekannt ist: Alle Personen konnten im häuslichen Umfeld in Quarantäne gehen. Erfahrungsgemäss werde es in aller Regel auch in Zukunft so sein, meint Lukas Fenner. Niemand musste also bisher einen vom Zivilschutz gesuchten externen Standort beziehen. Diese wären beispielsweise für Personen ohne festen Wohnsitz, ausländische Personen oder für Personen, welche mit besonders gefährdeten Personen zusammenleben und ein Zusammenleben unter Quarantänebedingungen im häuslichen Umfeld nicht möglich ist, vorgesehen. 

Für Personen in Quarantäne gelten die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit. Sie müssen zuhause bleiben, Kontakt mit anderen Personen vermeiden und strikte die Hygiene- und Verhaltensregeln einhalten. Wenn sie das Haus beispielsweise für einen Arzttermin verlassen müssen, muss eine Maske getragen werden. Über die Regeln werden die Betroffenen mündlich und schriftlich vom Contact Tracing-Team informiert. 

Und was passiert, wenn sich jemand weigert, in Quarantäne zu gehen? Beim Kanton geht man von eigenverantwortlichem Verhalten aus. «Falls nötig können wir die Massnahmen auch per Verfügung anordnen», sagt der Kantonsarzt. Das Epidemiengesetz sehe sogar Bussen bei Übertretungen vor. Davon habe man allerdings noch nie Gebrauch machen müssen. Auch nicht in früheren Jahren bei Kontaktabklärungen zu Tuberkulose- oder Masernfällen.

Team bleibt bis auf Weiteres bestehen

Derzeit besteht das Team aus fünf Mitarbeitenden des Departementes des Innern. «Weitere zehn können bei Bedarf aufgeboten werden», informiert Lukas Fenner. Man habe zurzeit aber genügend Kapazitäten. Zusätzlich würden auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte das Contact Tracing unterstützen. 

So rasch wird das Team seine Arbeit nicht aufgeben können. «Das Team Contact Tracing wird bis auf Weiteres bestehen, nähere Angaben können wir dazu zurzeit nicht machen», so Fenner. Im Bezug auf die Coronavirus-Pandemie werde allgemein vom einem Zeithorizont von 12 bis 24 Monaten ausgegangen.

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