EBM
Conrad Ammann: «Der Standort Olten bleibt langfristig»

Conrad Ammann, CEO der neuen Avag-Mehrheitsaktionärin Elektra Birseck Münchenstein (EBM), sendet beruhigende Signale an die Region Olten.

Christian von Arx
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Conrad Ammann, CEO der neuen Avag-Mehrheitsaktionärin EBM.

Conrad Ammann, CEO der neuen Avag-Mehrheitsaktionärin EBM.

Samuel Thomi

Herr Ammann, die EBM und ihre Partner sbo und UBS-Ceis zahlen der Alpiq 312 Millionen Franken für die Avag-Aktien. Ein stolzer Kaufpreis.

Conrad Ammann: Es ist kein Fantasiepreis. Wir haben Berechnungsmodelle eingesetzt und Szenarien zugrunde gelegt zum möglichen Wechsel von Kunden, wenn die volle Marktöffnung eintritt.

Was wird sich in Olten bei der Aare Energie AG (a.en) ändern, der gemeinsamen Betriebsgesellschaft von Avag und sbo?

Per sofort ändert sich gar nichts, weder für die Mitarbeiter noch für die Kunden der a.en.

Und auf längere Sicht?

Der Standort Olten bleibt langfristig. Die EBM hat heute schon vier Standorte: Neben dem Hauptsitz Münchenstein haben wir einen zweiten Sitz in St-Louis (Frankreich) mit hoher Eigenständigkeit, dazu zwei Monteurposten für den Leitungsbau in Breitenbach und in Therwil BL. Nun kommt der Standort Olten hinzu.

Aber Sie könnten ihn jederzeit aufheben.

Sie dürfen nicht vergessen: An der Betriebsgesellschaft a.en sind die Avag und die sbo zu je 50 Prozent beteiligt. Die sbo haben also eine starke Stellung.

Heisst das, dass die EBM die Arbeitsplätze der a.en garantiert?

Es ist klar, dass wir längerfristig keine Doppelspurigkeiten zwischen unseren Standorten wollen. Aber wir erwarten nicht, dass alles von Olten nach Münchenstein umzieht. Es können auch EBM-Dienstleistungen in Olten angesiedelt werden. Ich erinnere daran, dass die a.en bisher Dienstleistungen ausgelagert hatte, zum Beispiel im Unterhalt des Hochspannungsnetzes. Das Ziel muss sein, die vorhandenen Infrastrukturen optimal zu nutzen.

UBS-CEIS

Geldanlage für Pensionskassen

Neben dem regionalen Partner sbo und dem in der Energieszene bestens bekannten Player EBM sitzt als «geheimnisvoller Dritter» die UBS Clean Energy Infrastructure Switzerland, kurz UBS-Ceis, im Boot des Konsortiums, das den Oltner Energieversorger Avag gekauft hat. Es handelt sich um einen Fonds, der ein Kapital von 400 Mio. Franken von 36 Schweizer Pensionskassen und Versicherungen anlegt. «Wir sind ein Finanzinvestor, der auf stark verankerte Partner im Energiesektor setzt», erläuterte Beat Huber, ehemaliger Manager der Industriellen Werke Basel (IWB), der heute als Partner und Anlagechef der Fontavis AG (Baar) den UBS-Ceis berät und vertritt. «Die Avag ist eine grundsolide Firma. Für uns ein langfristiges Wunsch-Investment: wenig Risiko, konstante Rendite.» (cva)

Für die sbo allein war eine Übernahme der Avag-Aktien der Alpiq finanziell ausserhalb der Reichweite. Warum kann die EBM als Mehrheitsaktionär auftreten?

Die sbo haben etwa 10'000 Kunden, die EBM 120'000 Kunden. Das sind schon verschiedene Grössenordnungen. Auch für uns ist die Finanzierung unseres 67-Prozent-Anteils am Avag-Paket kein Pappenstiel.

Warum ist die Avag für die EBM interessant? Sind Sie generell auf Expansionskurs?

Die Avag ist ein erfolgreiches, gut geführtes Versorgungsunternehmen. Mit ihren 30'000 Kunden erreichen wir eine Grösse, die Effizienzgewinne ermöglicht. Die geografische Nähe war für unseren Entscheid wichtig.

Die EBM löst jetzt Alpiq als Mehrheitsaktionärin der Avag ab. Wer ist EBM, und wem gehört sie?

Die EBM ist eine privatrechtliche Genossenschaft. Ihre mehr als 50'000 Genossenschafter sind private Hausbesitzer, Firmen, Gemeinden und Institutionen in unserem Versorgungsgebiet in Baselland, Solothurn und Elsass.