Seitens der Stadt weiss man davon seit Oktober – und diese Woche verkündete es auch das Konkursamt Oberland der Öffentlichkeit: Die in Gunten BE domizilierte Dinett Holding AG – Muttergesellschaft der CIS Solothurn AG – ist konkurs. Bereits im Juli wurde die vorläufige Konkursanzeige publik, nach einer abgelehnten Einsprache ist der Konkurs nun definitiv.

Doch welche konkreten Auswirkungen hat dies für den hiesigen Sportbetrieb? Immerhin hat auch die CIS mit finanziellen Problemen zu kämpfen: Aufgrund des schlechten Hallenzustands zahlt die Stadt als Nutzerin für ihre Vereine die Miete nur noch auf ein Sperrkonto. Und auch der Kanton als Nutzerin im Sinne des Lehrlingsturnens hält die ausstehenden Mietbeträge zurück. Weiter ist die Rede von unbezahlten Ausständen für Handwerkerarbeiten und von unbeglichenen Energierechnungen.

Notfallplan wäre bereit

Gegenüber der Stadt, die auch Baurechtgeberin des CIS-Grundstücks ist, kommuniziert der Verwaltungsrat des CIS in dieser Angelegenheit so, wie er es bislang meistens tat: nämlich gar nicht. «Er ist auch nicht erreichbar», weiss Christine Krattiger, Leiterin des Personal- und Rechtsdiensts der Stadt. Dennoch sei der Dinett-Konkurs bekannt. «Direkt hat er aber keine Auswirkungen auf den Betrieb des CIS.

Indirekt aber schon, da die CIS ein Aktivum von Dinett ist und somit in die Konkursmasse fällt», so Krattiger. Für den Fall, dass die CIS selbst Konkurs gehen sollte, verfüge die Stadt über ein Vorkaufsrecht für das Baurechtsgrundstück der CIS. «Voraussetzung dafür wäre aber die Bewilligung des Kredits.» Und je nach Höhe erfordere der Kredit eine Urnenabstimmung.

Für den Fall einer Konkurseröffnung über die CIS hält die Stadt – wie mehrfach berichtet – einen Notfallplan in der Hinterhand. «In diesem Fall kann der Betrieb für die Vereine und für den Kanton sichergestellt werden», so Krattiger. Ebenfalls könne die Tennis-Akademie ihren Betrieb fortsetzen. Ein kurzer Betriebsunterbuch müsse zwar in Kauf genommen werden: «Das Interesse der Stadt ist aber ganz klar, dass die CIS Halle so schnell wie möglich regulär von allen Kundinnen und Kunden weiterbenützt werden kann.»

Im Moment aber wird der reguläre Tagesbetrieb am Laufen gehalten. «Auch wird gemäss unseren Angaben regelmässig geputzt», sagt Krattiger. Und: Sowohl Strom- als auch Wasserversorgung seien intakt. «Nur Sanierungsmassnahmen sind unseres Wissens keine am Laufen.»

Auch der Kanton ist gerüstet

Auch beim Kanton spure man für den «worst case» vor, sagt Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli. Doch: «Unseres Wissens gibt es kein Konkursverfahren gegen das CIS.» Der Kanton ist dort für den Turnunterricht der Berufsschüler zur Miete. Sollte es aber tatsächlich zu einem Konkurs der Dinett-Tochter kommen, würde man seitens Kanton mit der Konkursverwaltung Rahmenbedingungen zur Aufrechterhaltung des Betriebs besprechen.

Mäusli zeigt sich zuversichtlich, dass es zu keinen grossen Unterbrüchen kommen wird. Doch auch für den schlimmst möglichen Fall sei man gerüstet: Turnen im Aussenbereich, eine mobile Halle oder die Verlegung in andere Sportanlagen nennt Mäusli als Ausweichoptionen.

Eine weiterere Nutzniesserin der Hallen ist die Eigenheimmesse, die dort vom 1. bis 4. März 2018 durchgeführt wird. «Unsere Messe ist wie eh und je ausgebucht, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die für uns wichtigsten Sanierungsarbeiten sind erledigt», sagt Co-Organisator Benno Krämer. «Zudem stehen wir auch im direkten Kontakt mit Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der CIS.»

Über die Notfallpläne der Stadt sei man informiert: «Wir sind deshalb überzeugt, dass unsere Messe auch 2018 wie geplant realisiert werden kann.» Alternative Standorte für die Messe mit rund 6000 Quadratmetern könne man nicht in Betracht ziehen, so Krämer.