Während sonntags – eigentlich – keine Autos und Töffs auf den Solothurner Hausberg fahren dürfen, ist dies wochentags und am Samstag offiziell erlaubt. Die rund 110 öffentlichen Parkplätze auf dem Berg werden entsprechend rege benützt. Dies umso mehr, weil die längst angekündigte und verfügte Parkplatzbewirtschaftung noch immer auf sich warten lässt.

Seit die neue Gondelbahn vor knapp einem Jahr ihren Betrieb aufgenommen hat, dürfte das Parkieren nämlich nicht mehr gratis sein. So will es das Parkplatzregime, das der Regierungsrat im Rahmen des kantonalen Nutzungsplans vor einem Jahr bewilligt hat. Wer das Auto der Gondelbahn vorzieht, müsste für den Parkplatz bezahlen – und zwar mehr als für jenen an der Talstation in Oberdorf. Allerspätestens bis Ende Juni dieses Jahres hätten die Parkuhren installiert sein müssen.

Geeinigt hatten sich auf das neue Parkplatzregime der Kanton und die Gemeinde Oberdorf. Umgesetzt werden muss dieses indes von den Besitzer der öffentlichen Parkplätze auf dem Berg. Zum allergrössten Teil gehören diese dem Kurhaus. Anfang Jahr ist dieses von der Regiobank an eine Investorengruppe rund um das Hotelier-Ehepaar Arabelle und Tom Umiker aus Davos übergegangen. Von den neuen Besitzern war gestern niemand erreichbar.

Es scheint sich jetzt aber in Sachen Parkplatzbewirtschaftung etwas zu tun. So ist kürzlich beim Kanton ein Gesuch um die Baubewilligung einer elektrischen Zuleitung eingegangen, wie Rudolf Bieri auf Anfrage sagte. Er ist der stv. Chef im Amt für Raumplanung. Es dürfte also eine Frage der Zeit sein, bis man für das Parkieren auf dem Berg etwas zahlen muss – 2 Franken pro Stunde und 12 Franken pro Tag. Nur: Weshalb hat der Kanton die Installation der Parkplatzbewirtschaftung nicht besser kontrolliert? Bieri: «Wir befinden uns mit dem ganzen Verkehrsregime immer noch in der Einführungsphase und haben entsprechend viele Probleme zu lösen.»

«Wir hatten es nicht im Griff»

Ein Problem, das derzeit vor allem die Seilbahn Weissenstein AG beschäftigen muss, ist die Parkplatzsituation an der Talstation. Am 1. November, wo die neue Bahn den bislang grössten Ansturm in ihrer jungen Geschichte erlebte, waren die 400 Parkplätze in Oberdorf bereits um 11 Uhr morgens alle besetzt.

Trotz Verbot parkierten die Autos dann entlang der Weissensteinstrasse oder in Quartierstrassen bis nach Langendorf hinunter. Sie verstopften Liegenschafszufahrten – und verärgerten die Anwohner. «Wir hatten die Situation nicht im Griff», gesteht Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn Weissenstein AG. Und er gelobt Besserung: «Sobald die Parkplätze belegt sind, müssen sich die Securitas-Mitarbeitendenden sofort an zentralen Punkten bis nach Langendorf hinunter aufstellen und die Autofahrer konsequent zur Umkehr auffordern.»

Vor allem zu einem Umstieg auf die Bahn, in Langendorf oder bereits in Solothurn. Eher nicht infrage kommt für Stuber ein Shuttle-Bus vom Migros-Parkplatz in Langendorf aus. Ein solcher Bus würde die Zu- und Wegfahrt von den Parkplätzen an der Talstation verstopfen. Zudem würde ein Shuttle-Bus immer noch mehr Personen zur Talstation befördern und so die Warteschlange beim Einstieg in die Gondeln weitere verlängern. U

nd wie steht die Seilbahn Weissenstein AG zur Einführung eines Leitsystems? Per Ende Dezember 2016 müsste sie ein solches installieren; es sei denn, die Gemeindebehörden von Oberdorf verzichten im September 2016 darauf. Stuber: «Wir wollen die Probleme wenn immer möglich ohne Leitsystem lösen.» Ein solches System würde die Seilbahn nämlich mehrere 100 000 Franken kosten.