Troubadour
Neues Album von Ruedi Stuber, Liedermacher seit 50 Jahren

Der Troubadour Ruedi Stuber veröffentlicht mit der seinen Begleitmusikern, der «schweigenden Mehrheit», eine neue CD.

Fränzi Zwahlen
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Ruedi Stuber und die schweigende Mehrheit.

Ruedi Stuber und die schweigende Mehrheit.

Marc Henzi

«Wos Frömdi hett, si Fründe derbi, wo me noni hett lehre kenne». So eine der ersten Liedzeilen, die Ruedi Stuber (*1953) an der vergangenen Präsentation seiner neuesten CD singt. Und so weiss man als Zuhörer auch ganz genau: Es ist der Konzert-Abend eines Liedermachers in der Tradition der Berner Troubadours. Der gebürtige Balsthaler und seit vielen Jahren in Riedholz lebende, heute pensionierte Lehrer Ruedi Stuber lud zusammen mit seiner Begleitband «die schweigende Mehrheit», Kurt Studer und Kurt Meyer in die Scheune des Schlosses Waldegg. Die neueste CD mit dem Titel «Hermine» soll vorgestellt werden.

Doch nicht allein deshalb hat Stuber an zwei Konzert-Sets zu je einer Stunde mit corona-bedingt jeweils 30 Zuhörer geladen. Es ging auch um sein 50-jähriges Bühnenjubiläum als Liedermacher, welches eigentlich im vergangenen Jahr hätte gefeiert werden sollen. Und es ging nebst diesen beiden erfreulichen Tatsachen auch um eine Traurige: Dem Gedenken an den langjährigen Bassisten der «schweigenden Mehrheit», Martin Albrecht, der im vergangenen Jahr überraschend verstarb und der auf der neuen CD noch zu hören ist. Ihm wurde in einer Schweigeminute gedacht und Ruedi Stuber erinnerte an ihn, als Mann von trockenem Humor und von grosser Zuverlässigkeit.

Fränzi Zwahlen

Ruedi Stuber begann 1970 seine Troubadour-Tätigkeit und war von 1972 bis 1980 Mitglied der Berner Troubadours. Nach einer Pause startete er seine Liedermacher-Karriere neu 1990, teils solo, teils mit seiner Begleitband, der «schweigenden Mehrheit». 2013 wurde ihm ein Preis für Literatur des Kantons Solothurn zugesprochen, denn - wie er selbst so schön sagt: «Beim Liedermacher steht der Text, seine Aussagen im Zentrum.» Und er beschrieb beim Auftritt auch, wie er vom Texten bis hin zum Verfasser des Newsletter als Liedermacher alles in Personalunion tätigt. «Ausser beim Technischen, da ist Kurt Studer mit seinem Tonstudio der Meister des Fachs.»

Überraschende und alltägliche Lebensgeschichten

Ruedi Stuber präsentierte einige seiner 19 Lieder, die auf «Hermine» zu finden sind. Hervorzuheben sind die Chansons des schweizerisch-französischen Liedermachers und Schriftstellers Michel Bühler (*1945), die Stuber kongenial ins Schweizerdeutsche zu übersetzen wusste. Es sind Lebensgeschichten, teils tragisch, teils sehr alltäglich. Besonders schön ist ein Lied, welches Stuber anlässlich der Verleihung des Kunstpreises 2015 an den Künstler und Maschinenbauer Paul Gugelmann komponierte. Und zum ersten Mal in seinem Leben habe er auch ein Lied mit ungereimten Text verfasst, berichtete Stuber schmunzelnd.

Hinweise: Die CD ist erhältlich bei: www.ruedistuber.ch. Nächste Auftritte: 23.5. La Chappella Bern; 30. 7. Genussabend Eventus Oberhofen; 25.9. Kulturkeller Gerlafingen mit Ernst Burren.