Busbetrieb Solothurn und Umgebung BSU
Busbetrieb präsentiert positives Geschäftsjahr: «Die Kundenzufriedenheit ist hoch»

Es war ein forderndes, aber letzlich erfolgreiches Geschäftsjahr für die Busbetriebe Solothurn und Umgebung.

Wolfgang Wagmann
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Die Verlängerung der Linie 2 über die Marktstrasse zum neuen Bellacher Bahnhof war im BSU-Geschäftsjahr ein wichtiges Ereignis.

Die Verlängerung der Linie 2 über die Marktstrasse zum neuen Bellacher Bahnhof war im BSU-Geschäftsjahr ein wichtiges Ereignis.

Thomas Ulrich

Zufriedene Gesichter an der Generalversammlung des Busbetriebs Solothurn und Umgebung BSU im Uferbau: Mehr Fahrgäste und mehr Gewinn brachte das Geschäftsjahr 2016. Verwaltungsratspräsident Ulrich Bucher: «Wir hatten ein positives Geschäftsjahr und die Kundenzufriedenheit ist hoch.» Bucher streifte eine weitere BSU-Busbeschaffung, bei der diesmal die Firma Hess nicht eingegeben habe und die deshalb «ohne Nebengeräusche» abgelaufen sei. «Mercedes hat das Rennen gemacht. Hess konzentriert sich auf Busse mit Elektroantrieb.»

Der BSU in Zahlen

45 Busse fahren auf 140 Kilometern

Der Busbetrieb Solothurn und Umgebung BSU setzte 2016 auf 9 Linien mit einer Gesamtlänge von 139,5 Kilometern 45 Busse ein. Das Netz wuchs gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Kilometer. Befördert wurden auf total 2,764 Mio. Wagenkilometern 6,675 Mio. Personen, 152 000 oder 2,3 Prozent mehr als noch 2015. Einem Betriebsaufwand von 19,085 Mio. Franken steht ein Betriebsertrag von 19,341 Mio. Franken gegenüber - darin enthalten ist die Abgeltung von 8,898 Mio. Franken. Daraus resultierte ein Betriebserfolg von fast 257 000 Franken – das sind fast 100 000 Franken mehr als noch im Vorjahr. Der Deckungsgrad beträgt damit 54,7 Prozent. Der durchschnittliche Personalbestand des BSU wuchs 2016 von 110 auf 118 Mitarbeitende. Noch zu den Schwarzfahrern: Der RBS-Kontrolldienst stellte unter 68 000 kontrollierten Personen fast 3000 ohne gültigen Fahrausweis fest. Das sind 4,4 Prozent der kontrollierten Fahrgäste oder 0,6 mehr als im Vorjahr. (ww)

Es sei aber nicht so, dass der BSU an solch innovativen Lösungen kein Interesse habe, «aber der Besteller müsste die Mehrkosten für eine solche Beschaffung übernehmen.» Sorgen bereitet Bucher der hohe Prozentsatz von Schwarzfahrern und was sich die Kontrolleure an Ausreden und Beschimpfungen anhören müssen. Begrüsst wurde die Abschaffung des «Katholischen Fahrplans» ab 2018 und des weiteren betonte der Verwaltungsratpräsident die Wichtigkeit von korrekten Fahrgastinformationen.

Freude und Opposition

Direktor Fabian Schmid äusserte seine Genugtuung über die weiteren Verbesserungen der Linienführung insbesondere seit Dezember die Möglichkeit, auch über Selzach und Lommiswil den neuen Bahnhof Bellach bei den Grederhöfen anzufahren. Neu sind bekanntlich auch zwei Busspuren für Taxis geöffnet worden, Widerstand gibt es jedoch nach wie vor aus der Anwohnerschaft gegen eine geplante Busschleife in Lommiswil. «Damit befasst sich derzeit das Bundesgericht», so Schmid.

Immer wieder ein Thema für den BSU und seinen Direktor sind neue Tempo-30-Zonen in Gemeinden mit einer Buslinie im entsprechenden Planungsperimeter. So aktuell in Biberist, wo bei einer Realisierung der Zone «30 bis 40 Fahrsekunden mehr für den Bus» einzukalkulieren wären – was das Einhalten des Fahrplans nicht vereinfache. Auch blickte Fabian Schmid auf die bevorstehende Gesamtüberprüfung des Busangebots im Kanton voraus - habe sich doch in Sachen Weiterentwicklung seit 2008 nichts mehr getan.

Panzer im Verwaltungsrat

Zugestimmt wurde einer ausserordentlichen Verlängerung der Amtsdauer des Verwaltungsrates um ein Jahr, also von 2017 bis 2022. Neu in das Gremium wurde Feldbrunnens Gemeindepräsidentin Anita Panzer anstelle von René Rudolf aus derselben Gemeinde gewählt. Bestätigt wurden weiter Präsident Ulrich Bucher (Zuchwil), Anton Probst (Bellach), Dominik Meyer (Steinhof), Hans Schatzmann (Wangen an der Aare) sowie Martin Selz (Leuzigen).

öV und Tourismus

In einem Kurzreferat beleuchtete Solothurns Tourismusdirektor Jürgen Hofer das Thema «öV und Tourismus in der Region Solothurn – miteinander oder nebeneinander?» Nach einem Überblick zur «touristischen Infrastruktur» im Kanton und der Region stellte Hofer die Gretchenfrage: «Miteinander oder Nebeneinander?» ans Uferbau-Plenum.

Das Ergebnis entsprach weitgehend auch der nüchternen Erkenntnis des Touristikers: Es herrsche eindeutig mehr Neben als Miteinander. Hofer bedauerte dies vor allem auch angesichts der rasanten Entwicklung, die vor allem die Hotellerie in der Region seit gut zehn Jahren genommen habe. «Doch der öV ist halt auf das Massengeschäft, die Pendler ausgerichtet», sah er eine Hauptproblematik.

Lange Entscheidungswege und viel Investitionsbedarf sind für ihn weitere Hürden, und noch immer harrten uralte Einzelfälle der Lösung, erwähnte er unter anderem den BSU-Endhalt mitten in Oberdorf statt bei der Seilbahn-Talstation. «Immerhin, es tut sich was», verwies Hofer auf das erfreuliche Novum, dass die SBB zusammen mit dem Kanton die Vermarktung der Bahnlinie Solothurn - Moutier vorantreiben möchten.

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