Rohbau steht
Bürgerspital prägt einen ganzen Stadtteil – wegen der Fassade

39'500 Kubikmeter Beton und 6500 Tonnen Stahl verbaut: Der Rohbau des Bettenhauses des Bürgerspitals Solothurn steht. Es wird schon bald das Gesicht des ganzen Stadtteils verändern – wegen seiner Fassade.

Sven Altermatt
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Das Bürgerspital Solothurn steht im Rohbau. Besuch auf der Baustelle am 7. Juni 2017. Für Besucher gibt es auf der Grossbaustelle viel zu beobachten: In luftiger Höhe sind Arbeiter mit den letzten Dachaufbauten beschäftigt.
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Noch in diesem Monat soll die Montage der markanten Fassade starten.
Im Innenhof sind die «Brise Soleil» vor den Fenstern bereits montiert.
Die Elemente halten lästige Sonnenstrahlen ab und sind doch völlig lichtdurchlässig
Im Lichthof bereits sichtbar, welche Züge bald die charakteristische Aussenfassade des Spitals annehmen wird.
Noch dauert es drei Jahre, bis im neuen Bürgerspital in Solothurn erstmals Patienten behandelt werden
Bald werden die Betonmischer abziehen können.
Das Tannli zur Aufrichte steht
39 '500 Kubikmeter Beton und 6500 Tonnen Stahl werden insgesamt verbaut
Bürgerspital Neubau am 7. Juli 2017
Der Blick von oben

Das Bürgerspital Solothurn steht im Rohbau. Besuch auf der Baustelle am 7. Juni 2017. Für Besucher gibt es auf der Grossbaustelle viel zu beobachten: In luftiger Höhe sind Arbeiter mit den letzten Dachaufbauten beschäftigt.

Thomas Ulrich

Noch dauert es drei Jahre, bis im neuen Bürgerspital in Solothurn erstmals Patienten behandelt werden. Doch schon jetzt ist klar: Das Schöngrün-Quartier wird mit dem Neubau sein Gesicht an einer prominenten Stelle markant verändern. Wie ein moderner Palast thront das siebenstöckige Gebäude zwischen Wiesen und Bäumen, so beeindruckend wie unaufgeregt. Gesamtprojektleiter Alfredo Pergola vom kantonalen Hochbauamt zieht Parallelen zur St.-Ursen-Kathedrale. «Das Spital wird die südliche Stadtseite so prägen, wie es die Kathedrale in der Altstadt tut.»

Der Rohbau des Bettenhauses steht. Und deshalb feierten am Mittwochabend alle, die am 340 Millionen Franken teuren Bau beteiligt sind, das traditionelle Aufrichtefest. Zuvor informierten die Verantwortlichen über den Stand der Bauarbeiten. Pergola betonte: «Es geht alles planmässig voran.» Derweil berichtete Urs Studer, der Infrastrukturchef des Bürgerspitals, dass die Vorfreude auf den Neubau unter den Spital-Angestellten immer wie stärker spürbar sei. «Es lässt sich erahnen, wie es sich anfühlen wird, hier zu arbeiten.»

Am 7. Juni 2017 feierten alle, die am 340 Millionen Franken teuren Bau beteiligt sind, das traditionelle Aufrichtefest. Das Erdgeschoss des neuen Flachbaus konnte vor seiner Einweihung als Festplatz herhalten.
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Baudirektor Roland Fürst würdigte die Beteiligten.
Peter Gomm
Innendirektor Peter Gomm, Verena Diener (Präsidentin des Verwaltungsrates der Solothurner Spitäler AG) und Baudirektor Roland Fürst
Gesamtprojektleiter Alfredo Pergola vom kantonalen Hochbauamt: «Das Spital wird die südliche Stadtseite so prägen, wie es die Kathedrale in der Altstadt tut.»
Roland Fürst, Urs Huber und Peter Gomm
SVP-Kantonsrat Hugo Schumacher
Stadtpräsident Kurt Fluri

Am 7. Juni 2017 feierten alle, die am 340 Millionen Franken teuren Bau beteiligt sind, das traditionelle Aufrichtefest. Das Erdgeschoss des neuen Flachbaus konnte vor seiner Einweihung als Festplatz herhalten.

Thomas Ulrich

Viel Licht für die Patienten

Tatsächlich ist im Lichthof bereits sichtbar, welche Züge bald die charakteristische Aussenfassade des Spitals annehmen wird. Es gibt keine Storen. Fest vor den Fenstern montierte Elemente mit dem klingenden Namen «Brise Soleil» haben grosse Auswirkung auf die Gestaltung des Gebäudes, weil sie ihre Position nicht verändern. Schon Le Corbusier wusste zu schätzen, dass die Elemente lästige Sonnenstrahlen abhalten und doch völlig lichtdurchlässig sind.

Für den Spital-Architekten Reto Gmür bildet die Fassade einen «Filter zwischen Intimsphäre und öffentlichem Bereich». Das Verhältnis zwischen Raum und Licht sei ein Eckpunkt des Baus. Alle 139 Patientenzimmer sind denn auch entlang der Fensterfronten angeordnet. Alfredo Pergola verwies darauf, wie wichtig Sonnenlicht für den Heilungsprozess der Patienten sein kann.

Die Visualisierung des neuen Solothurner Bürgerspitals zeigt den Bau von Nordosten aus gesehen.

Die Visualisierung des neuen Solothurner Bürgerspitals zeigt den Bau von Nordosten aus gesehen.

zvg

Betonmischer können abziehen

39'500 Kubikmeter Beton und 6500 Tonnen Stahl haben Angestellte des Strabag-Konzerns bis Ende Mai verbaut. «Die Baumeisterarbeiten am Bettenhaus sind so gut wie abgeschlossen», sagte Chefbauleiter René Wieland. Nun gehe es nur noch um Feinjustierungen. Bald werden die Betonmischer abziehen können.

Während Spezialisten in luftiger Höhe mit den letzten Dachaufbauten beschäftigt sind, ist in der Einstellhalle im Untergeschoss bereits der Gussasphalt eingebaut. Noch in diesem Monat soll die Montage der Fassade starten.

Abgeschlossen ist die Rohinstallation der Haustechnik im ersten Obergeschoss des zweigeschossigen Flachbaus, der sich im Westen an das Bettenhaus anschliesst. Parallel dazu sind Arbeiter mit der Installation des Flachdachs beschäftigt. Hier soll später ein Garten für die Patienten angelegt werden.

Auch im Innern kommen die Arbeiten voran: Bereits eingebaut sind mehrere der Liftanlagen, die auf der südlichen und der nördlichen Seite des Gebäudes über die ganze Länge von 140 Metern verteilt werden.

Weitere Millionen-Vergaben

Im Solothurner Amtsblatt füllen die Ausschreibungen für den Neubau regelmässig ganze Seiten. Die Bauherren haben bisher Aufträge in der Höhe von 213 Millionen Franken vergeben – 40 Prozent davon gingen an Solothurner Unternehmungen. Und das Hochbauamt plant schon die nächsten Millionen-Vergaben: In den nächsten Monaten sollen nicht nur Schreinerarbeiten im Innenausbau ausgeschrieben, sondern auch Operationstische beschafft werden.

Bezugsbereit wird das Haupthaus im Jahr 2020 sein. Einen genauen Termin wollen die Verantwortlichen derzeit noch nicht nennen. Nach dem Umzug, der nur wenige Tage dauern soll, wird das bestehende Bettenhaus abgerissen. Bis im Jahr 2023 wird dann noch der neue Wirtschaftstrakt gebaut.