Solothurn zeigte sich von seiner Sonnenseite, als der Bundesrat heute Vormittag im Kleinbus vor dem Von-Roll-Haus neben der St. Ursen-Kathedrale eintraf. Dort hielt er unter Ausschluss der Öffentlichkeit seine Sitzung ab, anschliessend stellte sich Bundespräsidentin Doris Leuthard den Fragen der Presse.

Hoher Besuch: Der Bundesrat kommt in der Kantonshauptstadt an

Hoher Besuch: Der Bundesrat kommt in der Kantonshauptstadt an

Der Bundesrat ist unter grossen Sicherheitsvorkehrungen (und bei strahlendem Sonnenschein) in Solothurn eingetroffen. 

Wie es dem Bundesrat in Solothurn gefalle, wollte ein Journalist wissen. In ihrer Antwort lobt Leuthard die Architektur der Kantonshauptstadt. «Wir sind immer etwas neidisch, was Städte für wunderschöne Häuser in ihrem Eigentum wissen.» Entsprechend freue es sie, dass der Bundesrat in einem «so schönen Ambiente» habe tagen können.

Obwohl der Bundesrat die Solothurner Bevölkerung nach der Pressekonferenz zu einem Apéro einlud, schien Leuthard bereits vorher Durst zu verspüren: «Wo kann ich hier ein Öufibier bekommen?», fragte sie in die lachende Runde. Gemäss Informationen des Solothurner Chefredaktors ist Brauer Alex Künzle bereits mit einer Kiste unterwegs.

Bundespräsidentin Doris Leuthard spricht zur Presse:

«Grosses Privileg für den Bundesrat»

Als die Landesregierung am Mittag aus dem Von-Roll-Haus trat, kam unter den über 300 anwesenden Personen Applaus auf. Die Stimmung auf dem sonnigen Kronenplatz, wo es einen Apéro mit Bürgerwein, Zopf und Oliven gab, war von Beginn an unkompliziert und herzlich.

"Es ist ein grosses Privileg für den Bundesrat, dass wir uns mit ihnen so ohne Grossaufgebot der Polizei und ohne Angst haben zu müssen, treffen dürfen", sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard.

Wer beobachte, was auf der Welt alles passiere, der wisse, dass diese Errungenschaft und dieses Gut enorm wichtig seien. Der Bundesrat schätze es sehr, mit der Bevölkerung sprechen zu können und zu erfahren, was diese beschäftige, sagte die gutgelaunte Bundespräsidentin weiter in ihrer kurzen Ansprache auf der Treppe zur Kathedrale.

Bundesrats-Apéro in Solothurn

Bundesrat Apéro in Solothurn

Selfies, Selfies und Gespräche

Die vielen jungen und alten Leute, Schweizer und Ausländer, liessen sich die Chancen nicht entgehen, die sieben Mitglieder der Landesregierung kurz persönlich begrüssen zu können. Geredet wurde einiges, und vor allem wurden viele Selfies und Gruppenbilder mit dem hohen Besuch aus Bern gemacht. Die Bundesrätinnen und Bundesräte machten gelassen mit - und genossen es fast ein wenig, für einmal wie Stars wahrgenommen zu werden.

Bundespräsidentin Leuthard sagte es so: "Wenn um uns herum Unsicherheit besteht, Regierungen kommen und gehen, gewisse Präsidenten manchmal ein bisschen unflätig sind und die Grenzen überschreiten, ist die Schweiz eben immer unaufgeregt, stabil und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen."

Der Kanton Solothurn stehe für den Bundesrat meistens nicht zu oberst auf der Traktandenliste, räumte die Bundespräsidentin ein. Das sei jedoch ein gutes Zeichen. Der Kanton löse seine Probleme selbst und überlasse die anderen dem Bundesrat. Und welche Beziehung die Aargauer Bundesrätin selber zu den Solothurnern habe, wollte beim vorgängigen kurzen Medientreffen eine Journalistin von Leuthard wissen. Die Antwort: "Es sind einfach die Nachbarn zu den Aargauern."

Zum zwölften Mal durchgeführt

Erstmals 2010 begann der Bundesrat, Sitzungen ausserhalb der Mauern des Bundeshauses – «extra muros» – abzuhalten. Damit sollte die Verbundenheit mit diversen Landesteilen ausgedrückt werden. 

Bis jetzt besuchte der Bundesrat das Tessin und das Jura im 2010, danach folgten Besuche in Uri, im Wallis und in Basel-Stadt im 2011. 2012 stattete der Bundesrat dem Kanton Schaffhausen einen Besuch ab, 2013 hielten sie ihre Sitzung im Kanton Waadt, 2014 in Schwyz, 2015 im Kanton Freiburg und 2016 in den Kantonen Waadt und Glarus. Dieses Jahr wird die Sitzung «extra muros» zum zwölften Mal durchgeführt. (mbr/sam/sda)