Bundesfeier
Nur 4 Höfe im Kanton Solothurn machen 1. August-Brunches – Alle sind ausverkauft

Der Bund hat zwar inzwischen Lockerungen zu den Corona-Massnahmen beschlossen, auch bezüglich Events. Trotzdem finden im Kanton Solothurn dieses Jahr am 1. August einige Hof-Brunches nicht statt. Diejenigen Anlässe, die durchgeführt werden, sind hingegen bereits ausverkauft.

Joel Dähler
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Wer an der Bundesfeier zum beliebten Bauernbrunch will, muss sich sputen, denn bei den Bauernhöfen ist eine rechtzeitige Voranmeldung nötig. Gerade in der Corona-Zeit wurden diverse Feierlichkeiten abgesagt. Andernorts wurden die Kapazitäten beschränkt.

Auf der Webseite www.hofsuche.brunch.ch können Höfe gefunden werden, die einen 1. August-Brunch anbieten. Bei den vier Standorten im Kanton Solothurn, bei denen dieses Jahr Brunches unter Einhaltung der Corona-Regelungen stattfinden, sind laut Webseite alle Plätze bereits ausgebucht. Das bestätigten sie auch auf Nachfrage.

Drei Höfe im Kanton Solothurn erzählen hier über ihre bevorstehenden 1. August-Brunches:

Berghof Montpelon in Gänsbrunnen

1. August-Brunch auf dem Berghof Montpelon oberhalb von Gänsbrunnen (Archiv).

1. August-Brunch auf dem Berghof Montpelon oberhalb von Gänsbrunnen (Archiv).

Patrick Lüthy

Für Elsbeth Lanz vom Berghof Montpelon stand der 1. August-Brunch solange auf der Kippe, bis der Bund Lockerungen bekannt gegeben hat. Es gäbe trotzdem die regulären Massnahmen, wie zum Beispiel die Abstandsregeln, dass sich Gruppen nicht durchmischen und dass in geschlossenen Räumen eine Maske getragen werden muss.

Eigentlich habe es Platz für rund 500 Gäste, so Lanz. Durch das angekündigte schlechte Wetter und die Coronavorschriften könne aber nicht die volle Kapazität belegt werden. Man sei nun mit rund 320 Plätzen ausverkauft.

«Normalerweise sind es im Kanton Solothurn so an die 12 Hof-Brunches, dieses Jahr sind es aber nur 4 Höfe.»

Der Grossteil der Plätze sei laut Lanz relativ schnell vergeben worden. «Nun muss ich regelmässig Leuten absagen, die noch nach einen Platz suchen. Man muss aber auch dazu sagen, dass wir eigentlich jedes Jahr ausgebucht sind.» Sie könne aber die Betroffenen verstehen, die dieses Jahr auf die Organisation eines Brunches verzichten: «Man braucht recht viel Platz, vor allem wenn alle unter einem Dach Platz haben sollen. Zudem ist es ein riesen Aufwand, aufgrund der Corona-Regelungen noch mehr als sonst.»

Ruttigerhof in Olten

Philipp Hengartner vom Ruttigerhof erzählt, dass es zuerst nicht sicher war, ob der 1. August-Brunch bei ihnen überhaupt statt finde. Es kam sehr drauf an, wie die Corona-Konzepte sein müssen:

«Bei uns sind es jetzt nur kleine Auflagen, da unser Brunch nicht drinnen, sondern draussen überdacht mit offnen Seiten sein wird.»

Hengartner habe rund 500 Plätze angegeben, aufgrund von Corona aber nicht ganz alle vergeben. Die Plätze seien relativ schnell, sogar schneller als sonst, weggegangen.

Hengartner kann aber auch andere Höfe verstehen, die aufgrund der Corona-Lage keinen Brunch organisieren. Gerade, wenn der Brunch drinnen in einem geschlossen Raum stattfinde, seien die einzuhaltenden Massnahmen nochmals grösser. «Zudem ist so ein 1. August-Brunch für die meisten kein grosser finanzieller Erfolg, wenn man den ganzen Aufwand rechnet.» So müsse jeder Hof für sich selber entscheiden, ob er sich dieses Jahr die Mühe machen will.

Nicht überall hat es noch freie Plätze für die 1. August-Brunches (Symbolbild).

Nicht überall hat es noch freie Plätze für die 1. August-Brunches (Symbolbild).

zvg

Bremgarten in Balsthal

Die für den 1. August-Brunch zuständige Klara Birrer-Schmid arbeitet für den Anlass mit dem Solothurner Bauernverband zusammen. Da stand laut Birrer-Schmid schon bald einmal fest, dass der Brunch durchgeführt werden könne. «Die genauen Rahmenbedingungen, also wie viele Personen und was die Corona-Massnahmen voraussetzen, waren aber lange Zeit ungewiss.» Man plane draussen zwischen dem Haus und dem Garten eine Blache als Dach zu spannen, so Birrer-Schmid. Da die Wetteraussichten aber nicht gut seien, könne man auch in den Stall ausweichen.

Birrer-Schmid ist erleichtert über die Lockerungen, welche die Durchführung des Brunches ermöglichen:

«Letztes Jahr mussten wir speziell alles in kleinen Portionen rausgeben. Dieses Jahr dürfen wir wieder aus grossen Schüsseln servieren oder beispielsweise den Käse am Stück lassen.»

Natürlich habe man aber auch Schutzauflagen wie beispielsweise Desinfektionsmittel. Mit 126 Plätzen seien auch sie ausgebucht. Das sei dieses Jahr sehr schnell gegangen. «Das könnte daran liegen, dass wir erst spät wussten, wie genau der Brunch nun aussehen wird und dementsprechend Reservationen entgegennehmen konnten.»

Klara Birrer-Schmid möchte nicht über andere Höfe urteilen, die den 1. August-Brunch dieses Jahr sein lassen: «Wir haben noch ein Bergbeizli. Damit haben wir die Infrastruktur für einen Brunch schon vorhanden, im Gegensatz zu einem Hof. So ist es für uns schon etwas einfacher. Deshalb kann ich versehen, wenn andere Höfe dieses Jahr darauf verzichten.»

Eventuell Glück in Nachbarskantonen

Auch der Stüdelihof in Bellach ist laut Hof-Brunch-Webseite mit seinen rund 200 Plätzen ausgebucht. Gesamtschweizerisch werden aber über 200 Höfe angezeigt, die einen Brunch veranstalten. So könnte es Stand Mittwoch im Aargau auf dem Hof Rümlisberg in Vordemwald oder auf dem Allmendhof in Beinwil noch freie Plätze haben. In Bern wird beispielsweise die Hegi Schüür - Farmerrock in Roggwil als noch nicht ausgebucht angezeigt. Im Baselland hingegen sind alle drei teilnehmenden Hof-Brunches ausverkauft.

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