Bürgerspital Solothurn
Wasser, Rauch, fehlerhafter Unterlagsboden: Nicht nur Corona hat die Bauarbeiten am neuen Spital verzögert

Die Verantwortlichen des neuen Solothurner Bürgerspitals blicken auf eine turbulente Zeit zurück. Die Inbetriebnahme verzögerte sich am Schluss um gut ein Jahr, es gab unerwartete bauliche Mängel und rund um das Neubauprojekt immer wieder kritische Stimmen. Ein Rückblick.

Noëlle Karpf
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Einblick in eines der Zimmer, in denen der Boden saniert werden musste.

Einblick in eines der Zimmer, in denen der Boden saniert werden musste.

Lea Durrer

2017: Drei Kunstprojekte sollen den Neubau, der in Entstehung ist, verschönern. Das war dem Kanton 800'000 Franken wert – was für Kritik sorgte. Ebenso wie die Tatsache, dass kaum regionale Künstlerinnen oder Künstler vertreten waren.

2017: Am Neubau wurde schon fleissig gebaut – dann sorgte die Praxis für Kinder und Jugendliche für Furore. Beziehungsweise: die Tatsache, dass diese nicht im Neubau untergebracht wird. Gelegt hat sich der Tumult nach kurzer Zeit, als klar war, dass sich die Ärztinnen und Ärzte, die bisher in der Gruppenpraxis im bisherigen Spital eingemietet waren, im ehemaligen Reha-Gebäude Platz finden werden.

2018: Apropos Reha: Das sorgte dann im darauf folgenden Jahr für Schlagzeilen. Es wurde bekannt, dass eine Altersklinik eröffnet wird – diese wird übrigens im Neubau Platz finden. Gleichzeitig wurde die Schliessung der letzten Reha-Klinik im Kanton Solothurn angekündigt. Was unter anderem Solothurner Personalverbände auf den Plan rief, die diesen Schritt stark kritisierten.

2019: Rund ein Viertel des siebten Obergeschosses im insgesamt achtstöckigen Neubau steht unter Wasser: Im Rahmen der Inbetriebnahme des Löschwassersystems kam es zu einem grösseren Wasserschaden.

Wasserschaden im Neubau des Bürgerspitals Solothurn.

Wasserschaden im Neubau des Bürgerspitals Solothurn.

Tele M1

2020: Nach dem Wasser kam das Feuer: Ebenfalls im siebten Stockwerk kam es in einer Decke zu einem Glimmbrand, die Feuerwehr musste ausrücken.

2020: Das jüngste unvorhergesehene Ärgernis in der Timeline: Der Parkettboden – auch zu diesem gab's im Vorfeld argwöhnische Äusserungen – machte Probleme. Beziehungsweise der Unterlagsboden. In der Folge wurde der Boden in sämtlichen Patientenzimmern saniert. Das kostet drei Millionen Franken. Zudem ist bis heute nicht geklärt, wer für diesen Schaden aufkommen muss.

Dann hielten sich während der Bauphase auch einige Gerüchte hartnäckig: Die Türen seien schmal genug, Garderoben seien vergessen gegangen, Liftschächte würden ins Leere führen. Diese Aussagen blieben aber eben eines: Gerüchte.

Im letzten Jahr hat zudem Corona auch der Solothurner Spitäler AG übel mitgespielt. Zum einen waren und sind natürlich die Fachpersonen belastet, die erkrankte Patientinnen und Patienten erhalten. Gleichzeitig schlägt sich die Pandemie auch im Geschäftsbericht wieder. Die finanziellen Folgen seien gravierend, hiess es kürzlich. Die Rechnung 2020 schloss die soH mit einem Verlust von 43,2 Millionen Franken ab.