Die FDP zweifle daran, dass damit zusätzliche Steuergelder eingenommen würden, sagte Marianne Meister im Namen ihrer Fraktion. Die Lohnmeldepflicht bedeute ein grosser Verwaltungsaufwand bei Kantonsverwaltung und Firmen. Die FDP werde einen Auftrag einreichen, mit dem Ziel, die Meldepflicht wieder abzuschaffen.

SVP-Sprecher Thomas Eberhard bezeichnete die Meldepflicht als Sinnbild für die ausufernde Bürokratie. Sie habe nichts mit Steuergerechtigkeit zu tun. Sie sei im Gegenteil ein Misstrauensvotum gegenüber Bürgern und Firmen. Den staatlichen Gelüsten nach einem gläsernen Bürger müsse der Riegel geschoben werden.

Aufwand und Bürokratie hielten sich in Grenzen, meinte demgegenüber Felix Lang für die Grünen. Bei der Suche nach Sozialhilfebetrügern sei auch kein Aufwand zu hoch. Die Grünen stellten Sozialhilfebezug auf eine Ebene mit Steuerbetrug oder -hinterziehung.

Die Mehreinnahmen aufgrund der Meldepflicht hätten schon im ersten Jahr nach der Einführung den Aufwand gedeckt, sagte Simon Bürki als Sprecher der SP-Fraktion. Der Zusatzaufwand für die Firmen halte sich in sehr kleinen Grenzen, da heute alles elektronisch abgewickelt werden könne.

Die Meldepflicht leiste einen wesentlichen Beitrag zur Steuergerechtigkeit, meinte Alois Christ für die gemeinsame Fraktion von CVP, EVP, GLP und BDP. Als Arbeitgeber könne er bestätigen, dass der Verwaltungsaufwand sehr klein sei.

Die Meldepflicht sei nie ein Thema mit Gesprächen mit Firmen, sagte Finanzdirektor Roland Heim (CVP). Viel grösser sei beispielsweise der Ruf bei den Firmen nach einer Quellensteuer.

Die Lohnausweise müssten so oder so ausgefüllt und abgeschickt werden. Der bürokratische Mehraufwand bestehe nur darin, eine zusätzliche Kopie ans Steueramt zu schicken. Heute würden bereits mehr als die Hälfte dieser Dokumente elektronisch versandt.