Büren zum Hof
RBS-Projekte «Verlängerung S8»: Spatenstich für ein starkes Angebot

Per Ende 2022 soll die S8 von Jegenstorf nach Bätterkinden verlängert werden. Dienstagmorgen ist der Spatenstich zu den erforderlichen Bauprojekten erfolgt.

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Gemeinsam führten Beat Linder, Gemeindepräsident Bätterkinden, Urs Schär, Gemeindepräsident Fraubrunnen, und Peter Kropf, Vize-Gemeinderatspräsident von Jegenstorf, den offiziellen Spatenstich durch.

Gemeinsam führten Beat Linder, Gemeindepräsident Bätterkinden, Urs Schär, Gemeindepräsident Fraubrunnen, und Peter Kropf, Vize-Gemeinderatspräsident von Jegenstorf, den offiziellen Spatenstich durch.

zvg

Für diesen Angebotsausbau braucht es bauliche Massnahmen in den drei Gemeinden Bätterkinden, Fraubrunnen und Jegenstorf: Der Spatenstich für die drei Bauprojekte hat Dienstagvormittag in Büren zum Hof stattgefunden. Am feierlichen Anlass haben neben Regierungsrat Christoph Neuhaus und Christophe Beuret, Sektionschef Grossprojekte beim Bundesamt für Verkehr, auch Vertreterinnen und Vertreter der drei beteiligten Gemeinden teilgenommen.

Bis 2030 prognostiziert der Kanton Bern für den öffentlichen Verkehr eine Nachfragezunahme von rund 30 Prozent. Auf Basis dieser Prognose hat der RBS zusammen mit den Kantonen Bern und Solothurn ein Fahrplankonzept entwickelt, das einen schrittweisen Ausbau des Angebotes vorsieht. Eine der Grundlagen für diesen Angebotsausbau ist die Verlängerung der S8 bis nach Bätterkinden.

Damit die S8 jedoch bis nach Bätterkinden verlängert und das Angebot erweitert werden kann, sind bauliche Massnahmen notwendig. Diese werden im Rahmen von drei Bauprojekten umgesetzt:

  • Bätterkinden, Bau eines Wendegleises nördlich des Bahnhofs: Mit der Verlängerung der S8 halten per Dezember 2022 halbstündlich drei Züge in Bätterkinden. Nach Ankunft der S8 aus Jegenstorf kreuzen die RE-Züge wie aktuell in Bätterkinden. So können die Fahrgäste der S8 bequem in Richtung Solothurn umsteigen. Da zusätzlich die S8 in Bätterkinden einige Minuten pausiert, braucht es dort ein sogenanntes Wendegleis.
  • Bätterkinden–Büren zum Hof: Bau einer sogenannten Doppelspurinsel und Ausbau der Strecke für eine höhere Geschwindigkeit. In Büren zum Hof werden der Bahnhof und der Bahnhofsvorplatz ausgebaut. In Schalunen wird das Perron durchgehend erhöht und zudem eine Wartehalle mit Velounterstand gebaut.
  • Grafenried–Jegenstorf: Bau einer Doppelspur und Ausbau der Strecke für eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.

In Anwesenheit geladener Gäste und Vertretern von Kanton und Behörden haben die Präsidenten – resp. deren Stellvertreter – der beteiligten Gemeinden Fraubrunnen, Bätterkinden und Jegenstorf Dienstagvormittag in Büren zum Hof den offiziellen Spatenstich durchgeführt und damit den Startschuss für die drei Bauprojekte gegeben. Im Rahmen des feierlichen Aktes erläuterte der Berner Verkehrsdirektor Christian Neuhaus die Gründe für den Angebotsausbau beim RBS:

«Die Züge sind stark ausgelastet und alle Prognosen zeigen, dass die Nachfrage beim öffentlichen Verkehr zunehmen wird.»

Christophe Beuret lenkte als Sektionschef Grossprojekte im Bundesamt für Verkehr den Blick auf das grosse Ganze, also die vielen Bahnausbau-Projekte, die in der ganzen Schweiz geplant sind und die den öffentlichen Verkehr der Schweiz noch attraktiver machen werden. Dazu zählt er auch den wichtigen Ausbauschritt zwischen Solothurn und Bern.

Schnellerer Takt und kürzere Reisezeit

Die drei Bauprojekte ermöglichen einen ersten wichtigen Angebotsausbau auf der Strecke Solothurn-Bern: Ab dem Fahrplanwechsel 2022 wird die S8 halbstündlich von/nach Bätterkinden fahren. Sie bedient unterwegs alle Bahnhöfe und verbindet die Ortsteile der Gemeinde Fraubrunnen im Halbstundentakt. Für Schalunen und Büren zum Hof ergeben sich so halbstündliche Verbindungen nach Bern und Bätterkinden (mit Umsteigen in Solothurn).

Ebenfalls ab Dezember 2022 wird der RegioExpress RE tagsüber neu durchgehend im Viertelstundentakt verkehren. In Fraubrunnen hält der RegioExpress RE weiterhin halbstündlich. Zusammen mit der verlängerten S8 ergeben sich neu auch in Fraubrunnen vier Abfahrten pro Stunde und Richtung.

Dank der Geschwindigkeitserhöhung und der wegfallenden Halte in Schalunen, Büren zum Hof und Grafenried wird zudem die Fahrzeit zwischen Solothurn und Bern um drei Minuten verkürzt. Was nach wenig tönt, erzeugt eine grosse Wirkung, wie Regierungsrat Christoph Neuhaus in seiner Rede an der Spatenstichfeier weiter ausführte: «Dank der Verkürzung der Reisezeit sind Pendlerinnen und Pendler auf das ganze Jahr gesehen rund 25 Stunden weniger lang mit dem RBS unterwegs und gewinnen somit einen ganzen Tag Zeit.»

Streckensperrung im Sommer 2022

Die Bauarbeiten in Bätterkinden, Fraubrunnen und Jegenstorf starten bereits in der kommenden Woche und dauern bis Herbst 2022. Die Hauptarbeiten am Bahntrasse erfolgen dann gebündelt innerhalb einer intensiven Bauphase im Sommer 2022, was zu einem rund sechswöchigen Streckenunterbruch zwischen Lohn-Lüterkofen und Jegenstorf führen wird.

Die Kosten für die drei Bauprojekte «Wendegleis Bätterkinden», «Doppelspurinsel Bätterkinden-Büren zum Hof» und «Doppelspur Grafenried-Jegenstorf» belaufen sich auf rund 70 Mio. CHF. (szr)