Kantonaler Steuerrevisor

Buchprüfungen des kantonalen Steuerrevisor spülen Geld in die Staatskasse

Der kantonale Steuerrevisor bringt durchschnittlich 30 000 Franken zusätzlich in die Staatskasse, wenn er bei einer Firma über die Bücher geht.

Der kantonale Steuerrevisor bringt durchschnittlich 30 000 Franken zusätzlich in die Staatskasse, wenn er bei einer Firma über die Bücher geht.

Wenn der kantonale Steuerrevisor die Bücher einer Firma nachprüft, bringt das durchschnittlich 30 000 Franken an zusätzlichem Steuerertrag. Jetzt wird über eine Stellenaufstockung nachgedacht.

Steuerliche Buchprüfungen bei juristischen Personen und Selbstständigerwerbenden sorgen für mehr Steuereinnahmen. Dies geht aus einer Antwort des Regierungsrates auf eine Interpellation von Simon Bürki (SP, Biberist) hervor. Dieser wollte unter anderem wissen, welcher Steuerertrag von zusätzlichen Buchprüfungen zu erwarten sei.

30 000 Franken zusätzlichen Steuerertrag

Und die Antwort fällt überraschend aus. Demnach bringt im Durchschnitt eine steuerliche Prüfung bei den juristischen Personen einen zusätzlichen Steuerertrag von rund 30 000 Franken und bei den Selbstständigerwerbenden einen solchen von 6000 Franken. Dabei handle es sich explizit um Durchschnittswerte, hält auf Anfrage Marcel Gehrig, Chef des kantonalen Steueramtes, fest. Die Spanne sei gross und reiche von mehreren 100 000 Franken bis null Franken. Es gehe auch nicht um strafrechtliche Fälle im Bereich Steuerhinterziehung oder Steuerbetrug, sondern in der Regel um normale Aufrechnungen, Fragen des Ermessungsspielraums und um fehlerhafte Steuererklärungen.

Steuerrevisor generiert Einnahmen

Bei diesen Summen stellt sich die Frage, warum die Kadenz der steuerlichen Buchprüfungen nicht erhöht wird? Seit Längerem bemühe man sich beim Steueramt, so viele Abläufe wie möglich zu automatisieren, damit die Kontrollen erhöht werden könnten, sagt Gehrig. Letztlich sei es aber eine Frage der Personalpolitik respektive des Personalbestandes. «Deshalb werden zur Zeit Möglichkeiten zur Schaffung neuer Stellen evaluiert, damit die Prüfungstätigkeit erhöht werden kann.»

Dass dies tatsächlich etwas bringen könnte, ist in der Interpellationsantwort nachzulesen: «Ein zusätzlicher, qualifizierter und voll ausgebildeter Steuerrevisor oder -experte kann pro Jahr einen zusätzlichen Steuerertrag von rund einer halben Millionen Franken oder mehr generieren.» Dabei handle es sich um Bruttobeträge, der Personalaufwand sei darin nicht berücksichtigt, schränkt Gehrig ein.

Jeder 40. Abschluss wird geprüft

Im Kanton Solothurn werden bei einem Bestand von rund 8500 juristischen Personen durchschnittlich 220 Buchprüfungen pro Jahr durchgeführt; dies entspricht einer Quote von 2,6 Prozent. In den Nachbarkantonen liege dieser Wert zwischen 0,5 und 5,9 Prozent, wie es in der Interpellationsantwort heisst. Bei den rund 14 500 Selbstständigerwerbenden kommt es jährlich zu rund 230 Prüfungen (1,6 Prozent). Die Zahlen basieren auf den Steuerjahren 2008 bis 2010. Die Angaben für 2011 liegen noch nicht vor, weil diese Veranlagungen noch am Laufen sind.

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