In der Wirtschaftswoche leiten die Maturandinnen und Maturanden, mit dem Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht, ein fiktives Unternehmen nach ihren eigenen Ideen, treffen Entscheidungen in Bereichen wie Finanzen, Personal, Produktion oder Absatz, und legen am letzten Tag Rechenschaft über ihre Geschäftsarbeit ab.

Fünfer und Sechser Gruppen bilden jeweils ein Unternehmen, das auf dem Brillenmarkt, auf dem Parfummarkt oder auf dem Wunschapparatemarkt, ihre Tätigkeit ausübt.

Jeder Maturand ist innerhalb seines Unternehmens für einen Bereich zuständig: Geschäftsleitung, Finanzen, Personal, Anlagen und Material oder Marketing. Möglich wird die Wirtschaftssimulation durch das computergestützte WIWAG. Ein interaktives Unternehmungsspiel, das von der Ernst Schmidheiny-Stiftung, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität St. Gallen, entwickelt wurde.

Zu Besuch bei der Glass Factory AG

«Geschäftsleiter» Manuel Weber zeigt sich zufrieden: «Bislang zahlt sich unsere Hochpreisstrategie aus. Wir waren das einzige Unternehmen auf dem Brillenmarkt, das von Anfang an viel riskiert hat. Unsere Mitarbeiter sind glücklich und wir haben eine gute Eigenkapital-Rentabilität.»

Zwar wiese die Glass Factory AG im Gegensatz zu ihren Konkurrenten einen geringeren Marktanteil auf, doch könne sie hohe Löhne bezahlen und ein qualitativ hochwertiges Produkt anbieten. «Im zwölften Geschäftsjahr haben wir die Qualität des Produktes gesteigert. Eine Preiserhöhung und eine geringere Produktion waren die Folge.

Leider hat sich das auf dem ausländischen Markt nicht ausgezahlt», weiss «Finanzchef» Nico Hunziker. Aus diesem Grund konzentriert sich das Unternehmen wieder auf das Inland.

Wirtschaftswoche der Kantonsschule Solothurn - Abschlusstag 21.12.2012

Wirtschaftswoche der Kantonsschule Solothurn - Abschlusstag 21.12.2012

Ausführliche Geschäftsberichte

In der Wirtschaftssimulation übernimmt die Fachkraft Wirtschaft und Recht, die Leitung. Zwei bis drei Fachlehrer überwachen den Markt, greifen in die verschiedenen Umweltsphären der Unternehmen ein, und stehen den Unternehmern mit Rat beiseite.

Roland Heim, Präsident der Fachschaft Wirtschaft und Recht, kündigt am vorletzten Tag die Prognose des kommenden Geschäftsjahres an: Normalisierung der Materialpreise, weniger Arbeitsentlassungen und ein neuer Konkurrent. Die «Geschäftsleitungen» der Unternehmen des Parfummarktes erhalten einen ausführlichen Geschäftsbericht, analysieren die Bilanz, die betrieblichen Detailinformationen und stellen das neue Budget auf.

Ob die Unternehmen die richtigen Entscheidungen getroffen haben, wird sich am Tag darauf herausstellen. «Während der Wirtschaftssimulation werden die Maturanden, mit allen Themen, die in den vergangenen Jahren behandelt wurden, gleichzeitig konfrontiert», erklärt Didier Müller, einer der drei Konrektoren der Abteilung Gymnasium.

Die Unternehmer vertiefen ihren Tätigkeitsbereich, lernen innerhalb der Geschäftsleitung mit Konflikten umgehen und sehen anhand der Geschäftsberichte, wie sich ihre Unternehmensstrategie auf die verschiedenen Bilanzkennzahlen und auf die Umweltsphären auswirken. «Am Anfang achten die Geschäftsleitungen meistens zu wenig auf die Qualität der Produkte», erklärt Fachlehrer Christoph Mathys. Der Ehrgeiz der Maturanden sei jedoch so gross, dass sie schnell einmal die richtigen Unternehmensstrategien finden würden.

Wohlwollende Unterstützung

Die Kantonsschule Solothurn setzt für die Wirtschaftswoche entsprechende Ressourcen ein. Die Maturaklassen und die gesamte Fachschaft Wirtschaft und Recht werden eigens dafür freigestellt, externe Kursleiter und Branchenexperten werden involviert. «Alle Fachlehrer haben bei der Ernst Schmidheiny-Stiftung einen zweitägigen Kurs besucht und sich mit dem Unternehmungsspiel WIWAG vertraut gemacht», sagt Fachlehrer Rudolf Schweizer.

Finanziert wird die Wirtschaftswoche von der Ernst Schmidheiny-Stiftung und von der Solothurner Handelskammer. «Man sieht, dass die Maturanden engagiert ans Werk gehen und es ihnen Spass macht. Wir werden die Wirtschaftswoche weiterhin unterstützen», erklärt Roland Fürst, Direktor der Solothurner Handelskammer.

Strategien und Werbespots

Am letzten Tag werden die Ergebnisse der unternehmerischen Tätigkeit vorgestellt. «Geschäftsleiter» Tobias Berger der 3AG verkündigt die zukünftige Unternehmensstrategie: Nachhaltigkeit, faire Lohnpolitik und die Weiterbildung des Personals werden im Vordergrund stehen.

Der Werbespot zum Abschluss überzeugt die «Aktionäre», dem Unternehmen treu zu bleiben. Landammann Peter Gomm zeigt sich zufrieden: «Es ist spannend zu sehen, wie die Maturanden die Unternehmen führen und Verantwortung tragen. Ich bin mir sicher: Die Zukunft der Solothurner Wirtschaft ist garantiert.»

Werbefilm der Firma «A & A» im Rahmen der Wirtschaftswoche Kantonsschule Solothurn

Werbefilm der Firma «A & A» im Rahmen der Wirtschaftswoche Kantonsschule Solothurn