Kanton Solothurn
«Bremst guten Restart der Wirtschaft»: Gewerbeverband steht Maskenpflicht skeptisch gegenüber

Der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband steht der Maskenpflicht in Einkaufsläden skeptisch gegenüber. Er versteht den Zeitpunkt der Einführung nicht und bittet den Regierungsrat, dies noch einmal zu überdenken.

Merken
Drucken
Teilen
Auch in Läden im Kanton Solothurn Basel-Stadt müssen ab dem 3.September Masken getragen werden. (Archiv)

Auch in Läden im Kanton Solothurn Basel-Stadt müssen ab dem 3.September Masken getragen werden. (Archiv)

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Basel-Stadt, Zürich, Freiburg, Neuenburg, Jura und weitere Westschweizer Kantone haben eine Maskenpflicht in Läden eingeführt. Seit Freitag ist auch bekannt, dass der Kanton Solothurn ab kommenden Donnerstag eine solche Maskenpflicht einführt.

Der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband hat am letzten Donnerstag anlässlich der Präsidentenkonferenz das Thema diskutiert. «Das Resultat war eindeutig», wie der Verband in einer Mitteilung schreibt. Im Gegensatz zu verschiedenen «Die Präsidentinnen und Präsidenten der Gewerbevereine und Berufsverbände stehen einer Maskenpflicht skeptisch bis ablehnend gegenüber.»

Die Präsidentinnen und Präsidenten der lokalen Gewerbevereine würden vor allem befürchten, dass die generelle Maskenpflicht in Läden die ohnehin schon angeschlagenen Umsätze erneut einbrechen lässt. «Shoppen mit Maske relativiert ein positives Einkaufserlebnis stark und eine Maskenpflicht dürfte vor allem im Non-Food-Bereich dazu führen, dass die Kunden auf Online-Bestellungen ausweichen», schreibt der Gewerbeverband. «Viele Gewerbler haben auch Angst, künftig Polizist spielen zu müssen. Jemand, der keine Maske anziehen will, müsste aus einem Laden verwiesen werden. Das ist aber einfacher gesagt als getan.»

Anders tönte es noch in der Umfrage dieser Zeitung beim Gewerbe zu einer allfälligen Maskenpflicht. «Wenn der Kanton Solothurn sich für eine Maskentragepflicht in den Läden entscheidet, dann würden wir das befürworten», sagte Hans Ruedi Kern, der bei «Gewerbe Olten» für den Detailhandel zuständig ist. Mit einem Umsatzrückgang zu Beginn der Massnahme sei aber schon zu rechnen.

Warum jetzt?

Der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband gibt sich «erstaunt über den raschen Stimmungsumschwung der Solothurner Regierung». Der Nutzen der Maske sei während Monaten, insbesondere in den schlimmsten Zeiten der Epidemie bestritten gewesen. Die Fallzahlen im Kanton seien immer tief gewesen und «sie bleiben durchschnittlich weiterhin relativ tief».

Noch am Weissenstein-Forum vom vergangenen Mittwoch hatte die Volkswirtschaftsdirektorin erklärt, dass noch Mittel für eine eventuelle Eskalationsstufe vorhanden sein müssten. Aus diesem Grund werde die Maskenpflicht laufend überprüft. «Zwei Tage später soll nun die Situation eskaliert sein?», fragt sich der Gewerbeverband.

Staatliche Vorschriften ausgedehnt

Der kgv nehme die Pandemie ernst. Mit der Freiheit des einzelnen Bürgers müsse man aber vorsichtig umgehen. Nach wie vor würden die Beschlüsse des Bundesrates zur Handhabung von Schutzkonzepten gelten. Und diese Massnahmen müssten eingehalten werden. «Es steht zudem jedem Einwohner frei, eine Maske zu tragen oder nicht.» Unter dem Deckmantel der Epidemie würden nun aber die staatlichen Vorschriften mehr und mehr ausgedehnt und die Eigenverantwortung der Bürger zusehends beschnitten.

«Wir rufen deshalb den Regierungsrat dazu auf, die generelle Maskentragpflicht zu überdenken», schreibt der Verband. Eine Maskenpflicht solle erst eingeführt werden, wenn sie aus epidemiologischer Sicht unabdingbar ist und dadurch noch schärfere Massnahmen verhindert werden könnten.

Auch die kantonale SVP befürchtet Nachteile für das Gewerbe im Kanton. Sie bezeichnet den Beschluss als «unverhältnismässiges Masken-Diktat». Diese «Bevormundung der Gesellschaft» sei «unverzüglich rückgängig zu machen», heisst es. (mgt/ldu)