«Die Schliessung des Kabelwerkes ist ein Drama», reagiert Dieter Künzli, Gemeindepräsident von Breitenbach, auf die angekündigte Schliessung des Kabelwerkes durch den französischen Konzern Nexans. Der Entscheid sei ein schwerer Schlag für die Betroffenen und bedeute den Verlust von 166 Arbeitsplätzen sowie des Herzstücks der industriellen Fertigung.

«Die Schliessung schwächt die Region als Wirtschaftsstandort und stärkt die unheilvolle Entwicklung hin zu einer Schlafregion.» Die Standortbedingungen, etwa die Verkehrsanbindung, müssten unbedingt verbessert werden. «Hier erwarte ich vom Kanton in Zukunft konkrete Massnahmen.» Mit dem Fabrik-Aus verliert Breitenbach den zweitgrössten Arbeitgeber.

Vernünftiger Sozialplan gefordert

«Wir verurteilen die Schliessung des Kabelwerkes aufs Schärfste», sagt Vanessa von Bothmer, Leiterin des Industriesektors bei der Gewerkschaft Unia Nordwestschweiz. «Wir fordern zumindest einen vernünftigen Sozialplan, der den Betroffenen soziale Sicherheit sowie beste Unterstützung bei der Job-Vermittlung garantiert.»

Dasselbe fordert die Gewerkschaft Angestellte Schweiz. Damit sollen auch jene aktiv unterstützt werden, die ein Stellenangebot im Werk in Cortaillod erhalten werden, erklärt Verbandssprecher Hansjörg Schmid. Am 30. Oktober finde eine Sozialpartner-Information statt, an welcher das Nexans-Management detaillierte Angaben, Fakten und Zahlen für den Entscheid auf den Tisch legen müsse. «Während der anschliessenden Konsultationsphase soll alles versucht werden, um die Totalschliessung zu verhindern und das Ausmass des Stellenabbaues zu reduzieren.»

Vorerst keine Kündigungen

Die Konzentration der Produktion im Werk in Cortaillod soll bis Ende 2015 vollzogen werden, erklärt Nexans-Länderchef Francis Krähenbühl. In den kommenden zwölf Monaten würden keine Kündigungen ausgesprochen. Zwar erhalten 108 der 166 Angestellten in Breitenbach ein neues Job-Angebot in Cortaillod. Aber selbst Krähenbühl erwartet nicht, dass angesichts der Distanz viele Beschäftigte das Angebot annehmen werden.