Sie ist wunderschön, die neue Feuerstelle, die etwas abgelegen zwischen dem Sennhaus und dem Hinteren Weissenstein liegt. Trotzdem freuen sich nicht alle. In einem Leserbrief beschwerte sich ein älteres Paar kürzlich, dass das «Chänzeli» nicht mehr so sei, wie sie es in Erinnerung gehabt hätten. Es sehe aus, «als hätte eine Bombe eingeschlagen», äusserten sich die beiden noch während der Bauphase. Und jetzt zeigen Recherchen dieser Zeitung: Für die Grillstelle, die auf dem Land der Bürgergemeinde Solothurn steht, ist das obligate Baugesuch nicht eingereicht worden. Dies bestätigt auf Anfrage Robert Grütter vom Amt für Raumplanung. Das Baugesuch müsse nun nachgeholt und geprüft werden. Anlaufstelle ist die Baukommission Oberdorf. Weil es sich um ein Baugesuch ausserhalb der Bauzone handelt, redet allerdings der Kanton mit. Die Feuerstelle liegt in der Juraschutzzone.

«Bedürfnis ist da»

Das fehlende Gesuch erstaunt, steht doch an der neuen Feuerstelle prominent der Hinweis auf den noblen Erbauer, den Lions Club Solothurn. Und deren Präsident ist kein geringerer als Gaston Barth, seines Zeichens nicht nur Jurist, sondern gar Leiter Rechtsdienst bei der Stadt Solothurn. «Unser Club hat die Grillstelle lediglich gebaut. Das Formelle hat der Verein Pro Weissenstein erledigt», erklärt Barth auf Anfrage.

Tatsächlich geht die Idee, die nur wenige Meter entfernt bereits bestehende Grillstelle neu zu bauen, auf den Verein Pro Weissenstein zurück, der sich um das Landschaftsbild auf dem Solothurner Hausberg kümmert. Er hatte beschlossen, dass die Feuerstellen auf dem Berg saniert werden müssen.

Josef Zimmermann, Mitglied von Pro Weissenstein und Mitglied des Lions Club Solothurn, legte die Idee, das «Chänzeli» zu sanieren, dem Lions Club vor. Und der Service Club, der regelmässig Projekte fürs Gemeinwohl durchführt, hat den Antrag angenommen, wie Zimmermann erklärt. Auch zwei weitere der vier Grillstellen auf dem Hausberg sollen saniert werden. «Das Bedürfnis nach schön gestalteten und geordneten Feuerstellen auf dem Weissenstein ist da», bestätigt Werner Baumgartner, Präsident des Vereins Pro Weissenstein.

Baugesuch nachgeholt

Das fehlende Baugesuch sei nun nachgeholt worden, erklärt Josef Zimmermann: «Pro Weissenstein und die Bürgergemeinde Solothurn haben nachträglich das erforderliche Baugesuch bei der Gemeinde und dem Kanton zur Bewilligung eingereicht.» Werner Baumgartner ergänzt grundsätzlich, dass die Feuerstellen einen nennenswerten Beitrag zur Wiederbelebung des Berges leisten würden. Sie seien nicht zuletzt auch dazu gedacht, wilden Feuerstellen auf den Weiden vorzubeugen.

«Ich finde es schade, wenn Kommentare abgegeben werden, noch bevor das Projekt zu Ende gebracht wurde», sagt Pro Weissenstein-Präsident Werner Baumgartner zu den negativen Bemerkungen im Vorfeld. Schliesslich werde all diese Arbeit nur für die Besucher des Weissensteins geleistet. Zudem macht der Lions Club geltend, dass die alte Feuerstelle immer noch dort stehe, wo sie war. «Wir freuen uns jedoch über die überwiegend positiven Reaktionen, die wir seit der Fertigstellung entgegennehmen dürfen», so Baumgartner. Die Feuerstelle beim «Chänzeli» werde bereits rege genutzt. In der Umsetzung des Projekts habe Pro Weissenstein die Oberaufsicht übernommen, während der Lions Club die finanziellen Leistungen in Form eines fünfstelligen Betrages aufbrachte und sich 35 Mitglieder unter der Leitung von Lions Rolf Steiner zum Aufbau der Feuerstelle zur Verfügung gestellt hätten.

«Diese Aktivitäten sind für den Club die tollsten, da jeder etwas zum Erfolg beisteuern kann», sagt Josef Zimmermann. Insgesamt 240 Fronstunden hätten die Freiwilligen des Lions Club Solothurn geleistet. «Der Verein Pro Weissenstein ist dem Lions Club für diese grossartige Hilfe sehr dankbar», ergänzt Werner Baumgartner.