Stellenabbau
Bosch will in Zuchwil bis 2016 rund 330 Arbeitsplätze abbauen

Der Elektrowerkzeugehersteller Bosch Power Tools möchte die Fertigung von Werkzeugen zur Holzbearbeitung in Zuchwil bis 2016 stufenweise einstellen. Davon betroffen sind rund 330 Arbeitsplätze. Insgesamt zählt der Standort 660 Mitarbeiter.

Merken
Drucken
Teilen
Mit der «Bündelung von Fertigungskapazitäten» soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessert werden.

Mit der «Bündelung von Fertigungskapazitäten» soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessert werden.

Zur Verfügung gestellt

Die Fertigung und Entwicklung der Produkte soll künftig im ungarischen Miskolc erfolgen, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Durch die «Bündelung von Fertigungskapazitäten» soll die Wettbewerbsfähigkeit wieder hergestellt werden, heisst es.

«Sozialverträglicher Abbau»

«Wir bedauern dies sehr», wird Henning von Boxberg, Vorsitzender des Bereichsvorstands des Bosch-Geschäftsbereichs Power Tools, zitiert. Leider sei jedoch eine wirtschaftliche Fertigung der Werkzeuge zur Holz- und Oberflächenbearbeitung in Zuchwil nicht mehr möglich»

Bosch führe derzeit Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen. Auch laufe in der Schweiz ein Konsultationsverfahren. Sollten keine Alternativen gefunden werden, wolle man die Stellen «sozialverträglich» abbauen, beispielsweise durch vorzeitige Pensionierungen. Betriebsbedingte Kündigungen liessen sich jedoch nicht ausschliessen, schreibt das Unternehmen weiter.

Hoher Wettbewerbsdruck

Die Werkzeuge aus Zuchwil könnten sich auf dem Markt nur schwer behaupten, da sie mit den billigeren Produkten der Wettbewerber zu konkurrieren hätten. Auch der Wechselkurs des Schweizer Franken wirke sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit aus.

In Miskolc sind derzeit rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt. Durch die Ansiedlung der Fertigung für das Holzsegment könnten dort bis Ende 2016 rund 320 Arbeitsplätze entstehen.

Gewerkschaften: «Unhaltbar»

Gewerkschaften protestierten umgehend. «Unia wehrt sich gegen den von Bosch angekündigten Kahlschlag», hiess es in einer Reaktion. Der Abbau von 330 Arbeitsplätzen und die Schliessung einer traditionsreichen Fabrik aufgrund kurzfristiger Profitüberlegungen seien ein Schlag ins Gesicht der qualifizierten, leistungsfähigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zuchwil.

«Dies umso mehr, da die Bosch Gruppe Schweiz im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1.4 Milliarden Franken erwirtschaftete. Die Konsultationsfrist solle um einen Monat bis zum 20. Januar verlängert werden.

Die Gewerkschaft Syna fordert insbesonders für die 60 Lernenden eine Anschlusslösung. «Die Frist von 30 Tagen, gemäss solothurnischem Gesetz, wird hierzu nicht reichen. Deshalb begrüsst Syna den Entscheid der Firma, in diesem Punkt Entgegenkommen zu zeigen und die Frist zu verlängern.»

Begründung erstaunt

Auch die Angestellten Schweiz haben in einer Mitteilung Stellung bezogen. «Wir sind erstaunt, dass die Massnahme unter anderem mit dem starken Schweizer Franken begründet wird. Dieses Argument sticht schon eine ganze Weile nicht mehr, da sich dank wesentlich stärkerer Teuerung im Ausland als in der Schweiz die Margen wieder verbessert haben», kritisieren sie eine der Begründungen.

Neben Lösungen zum Erhalt möglichst vieler Stellen und Lehrstellen fordern sie eine aktive Unterstützung der entlassenen Mitarbeiter bei der weiteren Stellensuche. Für ältere Angestellte seien spezielle Massnahmen zu ergreifen. «So kann zum Beispiel das Alter für Frühpensionierungen von 60 auf 58 gesenkt werden», wird vorgeschlagen. Dabei müssten Härtefälle aber auf jeden Fall vermieden werden: «Dies ist die Robert Bosch AG ihrem guten Namen schuldig!» (ckk/nik)