Geschäftsjahr
Börsenboom bringt der Pensionskasse 400 Millionen

Für die kantonale Pensionskasse war es ein gutes 2017. Eine «sehr schöne Rendite» und ein Deckungsgrad von 108 Prozent, wurden am Donnerstag bekanntgegeben.

Urs Moser
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Die Pensionskasse Kanton Solothurn hat ein gutes Jahr hinter sich.

Die Pensionskasse Kanton Solothurn hat ein gutes Jahr hinter sich.

Hanspeter Baertschi

Landammann und Finanzdirektor Roland Heim geriet als neuer Präsident der Verwaltungskommission der verselbständigten kantonalen Pensionskasse PKSO schon fast ins Schwärmen: «Wir können auf ein sehr gutes Jahr zurückblicken, es wurde eine sehr schöne Rendite erzielt», meinte er am Donnerstag bei der Präsentation der provisorischen Zahlen.

In der Tat legte Direktor Reto Bachmann ein ansprechendes Ergebnis vor. Die Gesamtrendite von 8,5 Prozent auf dem Anlagevermögen entspricht einem Nettoergebnis von 403 Millionen Franken. Der Deckungsgrad stieg im vergangenen Jahr um über vier Prozentpunkte auf 107,9 Prozent und die Wertschwankungsreserven konnten um 212 auf 371 Millionen Franken aufgestockt werden.

Kapital wird höher verzinst

Eine frohe Botschaft für die Versicherten: Die Verwaltungskommission hat beschlossen, das Altersguthaben 2018 nicht wie letztes Jahr zum BVG-Mindestsatz von einem Prozent, sondern zu 1,5 Prozent zu verzinsen. Roland Heim will sich natürlich nicht auf Versprechen festlegen, aber er schliesst nicht aus, dass eine weitere Anhebung der Verzinsung möglich sein wird.

Das sind doch wenigstens wieder einmal erfreuliche Nachrichten, nachdem letztes Jahr die Senkung des Umwandlungssatzes von 6,02 auf 5,5 Prozent auf den 1. Januar 2019 verkündet werden musste.

Eine Massnahme, die tiefen Zinsen und der demografischen Entwicklung geschuldet ist. Mit der steigenden Lebenserwartung beziehen die Menschen logischerweise auch immer länger eine Altersrente. Bei einem zu hohen Umwandlungssatz müssen die aktiven Versicherten die Renten der Pensionierten mitfinanzieren, was nicht der Idee der zweiten Säule mit dem Kapitaldeckungsverfahren entspricht.

Bei ungenügender Finanzierung der Renten spielt es im Gegensatz zur AHV bei den Pensionskassen somit nur theoretisch keine Rolle, wenn sich das Verhältnis zwischen erwerbstätigen und pensionierten Versicherten verschiebt. Auch bei der PKSO hat sich das Verhältnis Aktive/Rentner im letzten Jahr weiter verschlechtert, wobei die Entwicklung flacher verlief als auch schon. Heute kommen 2,17 aktive Versicherte auf einen Rentenbezüger, vor zehn Jahren waren es noch 2,85.

Und der «dritte Beitragszahler» meint es nicht immer so gut mit den Pensionskassen wie jetzt gerade. 2015 zum Beispiel erzielte die PKSO eine Anlagerendite von 1,2 Prozent, 2011 waren es gerade 0,4 Prozent. Mit der Performance von 8,5 Prozent im vergangnen Jahr kann sich die PKSO auch im Vergleich mit anderen Vorsorgeeinrichtungen sehen lassen. Die Rendite liegt um 0,8 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Pensionskassenindices von UBS und Credit Suisse. Ein solches Ergebnis ist nur bei boomenden Aktienmärkten möglich.

Deutlich über 80 Prozent der Gesamtrendite erzielte die PKSO auf ihren Aktienanlagen, um die 13 Prozent auf Immobilien, die Obligationen sind beim aktuellen Zinsniveau schon fast vernachlässigbar. Das Anlagevermögen ist aber «nur» zu 35 Prozent in Aktien investiert, zu 20 Prozehnt in Immobilien und zu 45 Prozent in Obligationen.

Finish am Strategieprojekt

Sorgen bereitete der PKSO nach der Verselbständigung die Abwanderung von Anschlussmitgliedern, hauptsächlich Einwohnergemeinden, die um die 12 Prozent der Versicherten ausmachen. Dazu wurde letztes Jahr ein Strategieprojekt eingeleitet, um flexibler auf die Bedürfnisse der Anschlussmitglieder eingehen zu können.

Nähere Informationen dazu stellt die Verwaltungskommission für Ende März in Aussicht, wenn auch der detaillierte Geschäftsbericht vorliegen wird. Man habe aber bereits «Signale von wichtigen Gemeinden», die man überzeugen konnte, dass die PKSO ein «gutes und konkurrenzfähiges Gesamtpaket» in der beruflichen Vorsorge anbietet, so Roland Heim. Namentlich nannte er etwa Derendingen, Biberist und Gerlafingen, die sich entschlossen haben, ihr Personal weiterhin bei der PKSO zu versichern.

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