Obergericht

Bordellbetreiberin wegen Menschenhandel verurteilt

Die Bordellbetreiberin hatte auf eine mildere Strafe gehofft. (Symbolbild)

Die Bordellbetreiberin hatte auf eine mildere Strafe gehofft. (Symbolbild)

Das Solothurner Obergericht sprach eine heute 54-jährige Schweizerin wegen Menschenhandels schuldig und verurteilte sie zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 35 Monaten.

Vor dem Solothurner Obergericht musste sich heute Mittwoch eine Schweizerin verantworten. Die in Thailand aufgewachsene Frau hatte in zwei einschlägigen Betrieben Prostituierte in sklavenähnlichen Verhältnissen zur Arbeit gezwungen.

In einem Fall sah es das Obergericht als erwiesen an, dass eine Agentur in Thailand eine Prostituierte angeworben und direkt in ein durch My A.* in der Solothurner Vorstadt betriebenes Bordell geschickt hatte. Laut Bundesgericht sei damit der Tatbestand des Menschenhandels erfüllt, sagte Obergerichtspräsident Hans-Peter Marti heute Mittwoch bei der Urteilsverkündung.

Auch die weiteren Schuldsprüche wegen gewerbsmässigen Drogenhandels (Crystal Meth), der illegalen Förderung der Prostitution, der mehrfachen Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts in Bereicherungsabsicht und der Geldwäscherei bestätigte das Obergericht.

Von den nun ausgesprochenen 35 Monaten (Vorinstanz 45 Monate) gewährt die zweite Instanz für 27 Monate den bedingten Vollzug. 224 Tage hatte My A. in Untersuchungshaft verbracht und das entspricht exakt den 224 Tagen, die unbedingt verbüsst werden müssen, weshalb My A. nicht mehr hinter Gitter muss.

Das relativ milde Urteil begründete das Obergericht mit der guten Prognose. My A. lebt mittlerweile in geordneten Verhältnissen und hat sich seit der Verhaftung 2015 nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Auf der anderen Seite erhöhte das Obergericht die zu bezahlenden Genugtuungen an die beiden am meisten betroffenen Opfer auf 12'000 beziehungsweise 9000 Franken.

Meistgesehen

Artboard 1