Kulturprojekt
Bodenkleber sollen Brücke schlagen zwischen heute und Landesstreik von 1918

Anfang dieser Woche sind in Solothurn, Olten und Breitenbach Bodenkleber mit Forderungen aufgetaucht. Jetzt ist klar, wer dahinter steckt: Das Kulturprojekt «Verschiebungen 18/18. Eine szenografische Annäherung an den Landesstreik».

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Die angebrachten Schriftzüge in Olten.

Die angebrachten Schriftzüge in Olten.

Projektteam

In Breitenbach auf dem Eugen-Saner-Platz, in Olten auf dem Vorplatz der Martin Disteli-Unterführung und in Solothurn auf der Kreuzackerbrücke tauchten in der Nacht auf Montag Kleber am Boden auf.

Darauf standen Sätze mit verschiedenen Forderungen. «Wir fordern das Stimmrecht für Frauen», «Wir fordern Lebensmittel für alle», «Wir fordern die Neuwahl des Nationalrates durch das Proporzsystem», sind einige davon.

Sprüche am Boden in Solothurn, Olten und Breitenbach
3 Bilder
in Olten auf dem Vorplatz der Martin Disteli-Unterführung...
... und in Breitenbach auf dem Eugen-Saner-Platz.

Sprüche am Boden in Solothurn, Olten und Breitenbach

Hansjörg Sahli

Seither wurde über den Urheber gerätselt. Nun ist klar, wer diese Bodenkleber angebracht hat. Es war das Team des Kulturprojekts «Verschiebungen 18/18. Eine szenografische Annäherung an den Landesstreik».

Die Bodenkleber würden Forderungen nennen, welche das Oltner Aktionskomitee bereits 1918 anlässlich des Landesstreiks gestellt habe, heisst es in einer Medienmitteilung. Über 250'000 Erwerbstätige legten damals ihre Arbeit in einem Generalstreik nieder. Das für die Schweiz einmalige historische Ereignis war auch für den Kanton Solothurn prägend.

«Verschiebungen 18/18. Eine szenografische Annäherung an den Landesstreik» will mit verschiedenen Aktionen an die folgenreichen Ereignisse erinnern und befragt sie auf ihre Bedeutung für die Gegenwart. Es führt historische Fakten und aktuelle Stellungnahmen aus unterschiedlichen Perspektiven zusammen. Begleitet wird das Projekt von der Solothurner Historikerin Edith Hiltbrunner.

Partnerprojekt von Pro Helvetia

«Verschiebungen 18/18. Eine szenografische Annäherung an den Landes-Generalstreik» ist eines von 12 Partnerprojekten der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.

Es wird im Rahmen der Initiative «Kulturelle Vielfalt in den Regionen» und mit Unterstützung von SoKultur realisiert.

Nebst Aktionen im öffentlichen Raum will sich das szenografische Projekt mit Hörstücken den unterschiedlichen Themen des Landesstreiks annähern. Dazu haben die drei jungen Solothurner Kulturschaffenden Alina Mathiuet, Simone Mutti und Sarina Pfluger seit Anfang des Jahres im ganzen Kanton mit unterschiedlichen Gesprächspartnern Interviews geführt.

Eine Vielzahl von Solothurnerinnen und Solothurnern haben im Juni Texte aus historischen Quellen aus der Zeit des Landesstreiks im Kanton eingesprochen. Die kurzen Audiostücke werden anlässlich der Vernissage am 9. November 2016 auf der Holzbrücke in Olten vorgestellt, bevor sie anschliessend durch den ganzen Kanton touren.

Erste Statements sind bereits am 20. August 2016 in Breitenbach (Eugen-Saner-Platz), Olten (Martin-Disteli-Unterführung) und Solothurn (Kreuzackerbrücke) zu vernehmen. (mgt/ldu)

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