Gesellschaft und Armee
Blattmann wirbt bei Arbeitgebern für Armee: «Nirgendwo ist Weiterbildung besser und günstiger»

Die Solothurner Offiziersgesellschaft lud zum Referat mit dem Chef der Armee André Blattmann ins Migros-Verteilzentrum nach Neuendorf. Er warb für die Weiterentwicklung der Armee.

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Im Migros-Verteilbetrieb Neuendorf: (v.l.) André Blattmann, Chef der Armee; Hans Kuhn, Direktor Migros-Verteilbetrieb und Hausherr; Roland Fürst, Landammann, und Philippe Arnet, Präsident der kantonalen Offiziersgesellschaft.

Im Migros-Verteilbetrieb Neuendorf: (v.l.) André Blattmann, Chef der Armee; Hans Kuhn, Direktor Migros-Verteilbetrieb und Hausherr; Roland Fürst, Landammann, und Philippe Arnet, Präsident der kantonalen Offiziersgesellschaft.

Bruno Kissling

Seit letztem Jahr führt die Offiziersgesellschaft des Kantons Solothurn ihren «Tag Gesellschaft und Armee» zusammen mit dem Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverband und der Solothurner Handelskammer durch. So konnte am Donnerstag der Präsident der Offiziersgesellschaft Philippe Arnet im Migros-Verteilbetrieb in Neuendorf gegen 100 Zuhörer begrüssen.

Sie wollten insbesondere vom Chef der Armee André Blattmann mehr über die aktuelle Sicherheitslage der Schweiz und die Weiterentwicklung der Armee (WEA) erfahren.
Zunächst überbrachte Roland Fürst, Landammann und Gäuer, die Grüsse der Solothurner Regierung.

Er gratulierte der Offiziersgesellschaft zum «Schulterschluss» anlässlich des Tages der Gesellschaft und Armee mit Handelskammer und Gewerbeverband. Schliesslich erziele der politische Einfluss auf diese Weise die grösste Wirkung. «Hier im Verteilbetrieb der Migros brummt der Solothurner Wirtschaftsmotor zuverlässig», und er sei sicher, dass dies weiterhin so bleibe.

Über die Sicherheitslage der Schweiz zu sprechen, sei eine wichtige Sache, so Fürst. Denn: «Unsicherheit ist Gift für Gesellschaft und Wirtschaft.» Die Bedrohungslage sei in Europa gestiegen und damit die Herausforderung an unsere Gesellschaft, wie darauf zu reagieren sei. «Unsere Milizarmee ist unsere einzige Sicherheitsreserve», nahm Fürst eine Aussage von André Blattmann vorweg.

Der Chef der Armee, André Blattmann, zeigte sich beeindruckt von der Grösse des Migrosverteilzentrums in Neuendorf. Diese Anlage, ebenso wie das Paketpostzentrum in Härkingen, der Bahnhof Olten oder das Kernkraftwerk Gösgen seien «kritische Infrastrukturen», und daher extrem wichtig nicht nur für den Kanton Solothurn, sondern für die ganze Schweiz.

«Es ist nicht zu erwarten, dass jemand in den kommenden Jahren mit Panzern an der Grenze steht», illustrierte Blattmann die Veränderungen der Bedrohungslage heute. Kriege im Ausland, Terror und Cyberattacken bedrohten die Schweiz stärker als vor Jahren, begann er eine Lagebeurteilung.

BodLuv: «Politische Gründe»

Das Land mit robusten und modernen Mitteln zu schützen, sei die Doktrin der WEA. Kritiker der Armee würden sechs Irrtümern erliegen, meinte der Armeechef: Es brauche keine Armee für die Hilfe nach Naturkatastrophen, bei Strom- oder Energieausfällen, beim Schutz ziviler Veranstaltungen, bei Gefährdungen der inneren Sicherheit.

Die Armee sei überflüssig, weil Konflikte nur noch am Computer stattfänden, und ebenso unnötig seien Friedensförderungsmassnahmen im Ausland. Dem allem widersprach Blattmann, indem er einen Film über die Tätigkeitsfelder der Armee präsentierte.

Mit der WEA habe das Parlament der zukunftsweisenden Entwicklung der Armee zugestimmt, und: Dass das Beschaffungsprojekt BodLuv (Bodenluftverteidigung) von Bundesrat Parmelin sistiert wurde, «hat politische Gründe. Das muss geklärt werden», meinte der Armeechef.

Zum Schluss warb Blattmann bei den Arbeitgebern für die Armee. «Nirgendwo bekommen Ihre Mitarbeiter eine bessere und günstigere Weiterbildung als bei der Armee. Schreiben Sie doch in ihre nächste Stellenanzeige ‹Militärische Kader werden bevorzugt›.»