Das Klischee der langsamen Berner stimmt in diesem Fall nicht. Im Gegenteil. Erst Ende April gab der Berner Energiekonzern BKW die Übernahme der Solothurner AEK Energie AG bekannt. Jetzt gründet die neue BKW-Tochter AEK zusammen mit der ebenfalls den Bernern gehörenden Onyx Energie Mittelland AG in Langenthal eine gemeinsame Betriebsgesellschaft.

Suzanne Thoma, Chefin der BKW, sprach am Freitag an der Medienkonferenz von «einem logischen Schritt». Es mache wenig Sinn, zwei sehr ähnlich gelagerte Tochterfirmen getrennt zu führen. Es gehe darum, die beiden Firmen zu stärken und Mehrwert für die Kunden zu schaffen.

Walter Wirth, jetziger AEK-Direktor und CEIO der neuen Betriebsgesellschaft, versicherte, dass an der regionalen Verankerung beider Unternehmen nicht gerüttelt werde. «Die beiden Marken AEK und Onyx werden weitergeführt, für die Kunden und Partner ändert sich nichts.»

Ziel sei, gemeinsam über 100 Gemeinden und 400 KMU effizient und wettbewerbsfähig mit Strom und Dienstleistungen zu versorgen. Die Zusammenarbeit erfolge aus einer Position der Stärke und nicht der Schwäche.

Thoma betonte, dass es sich nicht um eine reine Kostenspar- und Effizienzübung handle. Ein Personalabbau stehe nicht im Fokus. Allerdings sei auch klar, dass es zu «Doppelspurigkeiten» kommen werde. Insbesondere im Management- und im Stabbereich könne es «im Einzelfall auch personelle Konsequenzen» haben. Über die Höhe eines allfälligen Abbaus könne derzeit keine Angaben gemacht werden. «Aber es wird keine Streichungen im grossen Stil geben.»

Ein Stellenabbau in den Betriebsabteilungen von AEK und Onyx sei derzeit zwar nicht geplant, aber es gebe auch keine Arbeitsplatzgarantie. «Mit der Gründung der gemeinsamen Betriebsgesellschaft sollen logischerweise auch die Kosten sinken.» Das Synergiepotenzial ergebe sich etwa in einer einheitlichen Netzbau- und Investitionsstrategie. Das Potenzial lasse sich aber im jetzigen Zeitpunkt nicht beziffern.

Sie hält fest: «Auch wenn Arbeitsplätze wegfallen ist das nicht gleichbedeutend mit Entlassungen.» Die BKW beschäftige rund 4000 Angestellte, was für die Mitarbeitenden auch Perspektiven und Chancen zur beruflichen Weiterentwicklung böten. Walter Wirth ergänzt: «Wir wollen wachsen und deshalb besteht auch die Aussicht, dass zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.»

Die AEK und ihre Tochterfirmen haben 2015 einen Umsatz von 146 Millionen Franken erwirtschaftet und beschäftigen 245 Mitarbeitende. Die Onyx AG in Langenthal zählt rund 100 Angestellte, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 105 Millionen Franken erzielten. Beide Firmen sind Stromversorger und Anbieter einer umfangreichen Dienstleistungspalette im Energiebereich.

Wie bereits erwähnt wird Walter Wirth die neue Betriebsgesellschaft als CEO leiten. Der Verwaltungsrat der AEK onyx AG setzt sich aus Vertretern der BKW zusammen. Um die regionale Verankerung zu gewährleisten, werde dem Verwaltungsrat ein sogenannter Beirat zur Seite gestellt. Dieser stehe unter der Leitung von Pirmin Bischof, dem jetzigen Verwaltungsratspräsidenten der AEK.