«Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.» Das schrieb die BKW AG Ende April in einer Medienmitteilung zum geplanten Kauf des Alpiq-Aktienpaketes an der Solothurner AEK Energie AG. Da der Berner Energiekonzern an der Schweizer Börse kotiert ist, müssen die Transaktionen aber offengelegt werden. So steht denn im Halbjahresbericht 2016 der BKW, dass für das Beteiligungspaket von insgesamt 53,7 Prozent an der AEK 120,3 Millionen Franken auf den Tisch geblättert wurden.

Dies bestätigt auf Anfrage Sabrina Schellenberg, stellvertretende Leiterin Media Relations. Das am 28. Juni übernommene Paket beinhalte neben der grossen Alpiq-Beteiligung von 38,7 Prozent auch die Alpiq-Anteile der Genossenschaft Elektra Birseck EBM (4,4 Prozent), der Genossenschaft Elektra Baselland EBL (2,7), der Solothurner Finanzberatungsfirma Toff AG (7,3) und weiterer Aktionäre (0,6). Basierend auf dem AEK-Aktienbestand von 6000 Aktien ergibt das umgerechnet einen bezahlten Aktienpreis von 37 337 Franken.

Fast 90 Millionen an die Alpiq

«Allen Aktionären wurde derselbe Preis pro Aktie bezahlt», sagt Schellenberg. Demnach erhielt Alpiq 86,7 Millionen, EBM 9,8 Millionen, EBL 6 Millionen, Toff 16,4 Millionen und die Einzelaktionäre 0,134 Millionen Franken. Zum Vergleich: Der Kurs der auf der Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank gehandelten AEK-Aktie lag damals bei rund 31 500 Franken.

Nach dieser Transaktion besitzt die BKW 93,2 Prozent der AEK-Anteile. Der Rest von 6,8 Prozent befindet sich weiterhin im Streubesitz. Ob diese Aktionäre auch noch ein Kaufangebot der BKW erhalten werden und wenn ja, zu welchem Preis, darüber gab es seitens der BKW keine Informationen.

AEK Onyx mit 80'000 Kunden

Vor gut einem Jahr gab der schuldengeplagte Oltner Energiekonzern Alpiq bekannt, dass er den Verkauf seiner Beteiligung an der AEK prüfe. Die BKW als zweite Alpiq-Grossaktionärin, damals mit 39,5 Prozent beteiligt, übernahm Ende April das Paket von der Alpiq.

Dann ging es rasch: Die neue Tochter AEK und die ebenfalls den Bernern gehörende Onyx Energie Mittelland AG in Langenthal gründeten im August die Betriebsgesellschaft AEK Onyx AG mit Hauptsitz in Solothurn. Diese nahm Anfang November den Betrieb auf. Sie zählt rund 80'000 Kunden und erwirtschaftet mit 250 Mitarbeitenden einen Umsatz von 230 Millionen Franken.