René Strickler
Bisher gut gebrüllt. Wie lange noch?

René Strickler auf der verzweifelten Suche nach einem neuen Zuhause für seinen Raubtierpark - ein Kommentar von SZ-Chefredaktor Theodor Eckert.

Theodor Eckert
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René Strickler arbeitet mit seinen Tigern

René Strickler arbeitet mit seinen Tigern

Urs Byland

Seine blonde Mähne ist grau geworden. Die Jahre sind auch an René Strickler nicht spurlos vorbeigegangen. Doch der ewige Kampf um seinen Raubtierpark dürfte ebenfalls seinen Tribut gefordert haben.

Und, wie präsentieren sich die Mähnen seiner Löwen? An Glanz zugesetzt haben auch sie in ihrer gekündigten Bleibe nicht. Zusammen mit weiteren Wildtieren fristen sie in Subingen, in unmittelbarer Nachbarschaft der meistbefahrenen Schweizer Autobahn, ein Dasein auf Zeit.

Strickler ist vor Jahren auf seinen Reisen durchs Land mit seinen Vierbeinern im zentral gelegenen Kanton Solothurn hängen geblieben. Mittlerweile hat er in den jetzigen Standort enorm viel Arbeit und Geld gesteckt. Gewiss, in diesem Ausmass hat ihn dazu niemand gezwungen. Andererseits tendiert der Attraktivitätsfaktor einer tristen Anlage schnell einmal gegen null, wenn Investitionen ausbleiben. Genügend andere, flott herausgeputzte Freizeitangebote locken Besucher an.

René Strickler scheint so zäh wie seine Sibirischen Tiger. Sein Unternehmen, seine Wildkatzen sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt. Sein Engagement, sein Durchhaltewillen verdienen Respekt. Doch das Lebenswerk Stricklers ist in Gefahr. Die Suche nach einem neuen Standort ist noch schwieriger, als täglich all die hungrigen Mäuler in den Käfigen durchzufüttern. Machen wir uns nichts vor: Die vermeintliche Lösung Grenchen ist ein blasser Silberstreifen am Horizont. Wahrlich keine goldenen Zeiten für ein Projekt, das von putzigen Jungtieren und deren Hühnerhaut auslösenden Eltern lebt.