Bistum Basel
Bischof Felix Gmür wünscht keinen zweiten Weihbischof

Der auf Ende 2014 zurückgetretene Weihbischof des Bistums Basel, Martin Gächter, wird keinen Nachfolger erhalten.

Christian von Arx
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Martin Gächter, Weihbischof von 1987 -2014.

Martin Gächter, Weihbischof von 1987 -2014.

Hansjörg Sahli

Der Diözesanbischof Felix Gmür erachtet einen zweiten Weihbischof neben dem bisherigen und weiterhin amtierenden Weihbischof Denis Theurillat als nicht notwendig. «Ich müsste einen zweiten Weihbischof wünschen; das habe ich aber nicht gemacht und werde es auch nicht tun», bekräftigt Bischof Gmür im Gespräch mit dieser Zeitung seinen Entscheid.

«Ich bin nicht krank»

Martin Gächter sei 1987 von Papst Johannes Paul II. als zweiter Weihbischof des Bistums Basel ernannt worden, weil der damalige Bischof Otto Wüst krank gewesen sei – «und ich bin nicht krank», erläuterte Gmür. Gächter hatte letztes Jahr am 11. November – seinem 75. Geburtstag – seinen Rücktritt eingereicht, und Papst Franziskus hatte die Demission am 22. Dezember angenommen. Seither war die Frage offen, wann ein Nachfolger ernannt würde. Nun stellt Bischof Felix Gmür klar, dass es keinen Nachfolger geben wird.

Rom zog das Wahlrecht an sich

Bei Gmürs Entscheidung dürften die Unterschiede beim Wahlrecht mitgespielt haben. Der Diözesanbischof von Basel wird bekanntlich aufgrund des Konkordats von 1828 zwischen den Bistumskantonen und dem Vatikan vom Domkapitel des Bistums gewählt und vom Papst bestätigt. Ebenfalls gemäss dem Konkordat steht es dem Bischof von Basel zu, einen Weihbischof für sein Bistum zu ernennen; man spricht darum vom sogenannten «konkordatären Weihbischof».

1987 wurde infolge der Erkrankung von Diözesanbischof Wüst erstmals ein zweiter Weihbischof für das Bistum Basel ernannt, eben Martin Gächter. Dabei zeigte sich, dass der Vatikan das Konkordat eher dem Buchstaben als dem Sinn nach interpretierte: Er gestand dem Bischof nur das Recht auf die Ernennung eines (also des ersten) Weihbischofs zu, beanspruchte jedoch die Ernennung des zweiten Weihbischofs für sich: «Die Auswahl der Person und damit der Wahlvorgang insgesamt wurde von der römischen Kurie durchgeführt», stellte ein Artikel in der Schweizerischen Kirchenzeitung 2001 fest. Indem er nun keinen neuen zweiten Weihbischof mehr beantragt, vermeidet Bischof Gmür diese Situation.

Gegen Abtrennung von Luzern

Im Zusammenhang mit den jüngsten Diskussionen um eine allfällige neue Bistumseinteilung in der Schweiz sieht Bischof Gmür keine Notwendigkeit, den Raum Luzern vom Bistum Basel abzutrennen und dafür ein eigenes Bistum Luzern zu gründen. «Das ist nicht nötig – ich bin zufrieden mit dem Bistum Basel, wie es ist», sagte Gmür, selber Luzerner, gegenüber dieser Zeitung.

Auch die Gründung eines neuen Bistums Luzern würde die Frage des Bischofswahlrechts aufwerfen. Das Recht der Domkapitel von Basel und St. Gallen, den eigenen Bischof selbst zu wählen, ist in der heutigen Weltkirche eine Ausnahme. Für alle andern Bistümer wird der Bischof von Rom ernannt.