Kanton Solothurn

Bis in 20 Jahren ist das ganze Blei in den Kugelfängen weg

Die ersten Schiessanlagen im Kanton Solothurn sind saniert, bis das Projekt abgeschlossen ist, dauert es noch. Bis 2039 soll alles Blei im Boden beseitigt sein.

231 Schiessanlagen gibt es im Kanton Solothurn. 144 davon sind noch in Betrieb. Bis vor rund zehn Jahren wurden die Geschosse beim allergrössten Teil der Anlagen von natürlichen Kugelfängen aufgenommen. In aller Regel waren dies Erdwälle. «Die Kugeln, die beim Schiesssport verwendet werden, enthalten viel Blei und Antimon», erklärte Stephan Margreth (Projektleiter Abteilung Boden, Amt für Umwelt) am Mittwoch an einem Medienanlass. Diese Substanzen seien sowohl für Menschen als auch Tiere ab einer gewissen Konzentration gesundheitsschädigend. Blei sei zudem nicht nur im Boden ein Problem, es könne auch ins Grundwasser gelangen. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren alle Schiessanlagen eingezäunt und mit Warnschildern versehen.

Während in anderen Kantonen bereits mit den Sanierungsarbeiten begonnen wurde, liess man sich im Kanton Solothurn Zeit. Einerseits weil man sich Gedanken über die Finanzierung machte (siehe Kasten unten). Man rechnet mit Kosten von insgesamt 70 Mio. Franken, wobei der Bund einen Anteil von rund 20 Mio. Franken übernehmen wird. Andererseits wählte man auch ein spezielles Verfahren.

So werden immer mehrere Schiessanlagen gemeinsam untersucht und danach ein Bericht erstellt. Dabei wird aufgezeigt, wie stark das Erdmaterial belastet ist, wie viel Erde abgetragen werden muss und wie gross die Fläche ist, auf der Blei nachgewiesen werden kann. «Der Kanton wurde in 19 Lose oder Sanierungsregionen aufgeteilt», erklärt Margreth. Das Wasseramt wurde 2018 als Pilotregion erkoren und diesen Juni startete man dort die eigentlichen Sanierungsarbeiten.

Material wird vor Ort aussortiert

Bei der 300-Meter-Schiessanlage auf dem Steinhof zeigten die kantonalen Behörden, wie bei der Sanierung vorgegangen wird. «Alles Erdmaterial, das mit Blei und Antimon belastet ist, wird mit einem Bagger abgetragen.» Noch vor Ort werde das Material triagiert. «Die Erde, die am stärksten belastet ist, wird direkt in eine Bodenwaschanlage gefahren. Dort werden die Schadstoffe ausgewaschen und das Blei rezykliert.» Die restliche Erde werde später in Deponien abgelegt.

Wenn die Messwerte im Boden das Sanierungsziel von 200 mg Blei/kg erreichen, werden die Schiessanlagen rekultiviert. Das heisst, sie werden mit sauberer Erde wieder aufgefüllt. Die künstlichen Kugelfänge, die in den letzten Jahren bei allen Anlagen eingerichtet wurden, bleiben bestehen. Hinter den Kugelfängen werden zudem Erdwälle aufgeschüttet. Diese dienen der Sicherheit von Mensch und Tier, sollte eine Kugel einmal ihr Ziel komplett verfehlen.

Parallel zu den Arbeiten im Wasseramt werden zurzeit die Schiessanlagen in acht Gemeinden im Schwarzbubenland untersucht, 2020 geht es im westlichen Thal weiter und 2021 sind Untersuchungen in der Region Gösgen vorgesehen. «Die nächsten Sanierungsarbeiten haben wir allerdings auf 2021 verschoben. Wir haben festgestellt, dass die Vorarbeiten doch einige Zeit brauchen.» Abgeschlossen werden die Arbeiten voraussichtlich in rund 20 Jahren.

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