Zivilstandsämter
Bis dass der Tod (oder das Gericht) uns scheidet

Peter Naef, Leiter Zivilstandsaufsicht des Kantons Solothurn, gibt Auskunft über Heirat und Scheidung von Frau und Herr Solothurner im Jahr 2014.

Fabiana Seitz
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Im vergangenen Jahr wurden 1145 Ehen geschlossen - 80 mehr als im Jahr davor (Symbolbild)

Im vergangenen Jahr wurden 1145 Ehen geschlossen - 80 mehr als im Jahr davor (Symbolbild)

Keystone

Die Solothurner wagten im Vergleich zum Jahr 2013 wieder eher den Schritt aller Schritte, der für viele als der grosse Liebesbeweis gilt. So wurden im vergangenen Jahr 1145 Ehen geschlossen, rund 80 Ehen mehr als im Jahr davor. Bei den gleichgeschlechtlichen Paaren wurde 16mal Ja gesagt, immerhin zwei Mal mehr als im Vorjahr. Gesamtschweizerisch werden jedes Jahr um die 40'000 Bünde fürs Leben geschlossen, davon rund 700 zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren. Tendenz eher sinkend, wie das Bundesamt für Statistik verrät.

Solothurner sind Romantiker. Viele wollen ihrem Traumprinzen bzw. ihrer Traumprinzessin auf dem Schloss den Ring an den Finger stecken. Jedes Jahr sind laut Peter Naef die Schlosstrauungen im Nu ausgebucht. Zur Auswahl stehen die Schlösser Waldegg, Neu-Bechburg, Wartenfels, Niedergösgen und Vorderbleichenberg. Doch nicht nur die Lokalität soll nicht einfach irgendeine sein, auch beim Datum lassen sich die Solothurner so einiges einfallen. Da seit dem 12.12.12 keine Schnapszahl mehr als Hochzeitstag zur Verfügung steht, werden die Leute erfinderisch und beginnen mit den Zahlen zu spielen, wie Naef verrät.

Seit zwei Jahren gilt nun in der Schweiz das neue Namensrecht, wonach angehende Eheleute ihren Ledignamen auch nach der Heirat beibehalten können, ganz dem Grundsatz der Gleichstellung von Mann und Frau folgend. Interessanterweise wird aber noch kaum vom neuen Namensrecht Gebrauch gemacht, viele Solothurner entscheiden sich für die Tradition und wählen den Nachnamen des Bräutigams als gemeinsamen Familiennamen. Gründe dafür sieht Naef darin, dass es wie immer zuerst mal Zeit braucht, bis sich neues Recht auch wirklich durchsetzt und eine allfällige Nachfrage dafür entsteht. Auch stehe der gemeinsame Nachname nach wie vor für Zusammengehörigkeit, was das gemeinsame Bündnis symbolisch noch verstärkt.

Wie so oft gibt es auch hier die andere Seite der Medaille. Im Jahr 2014 wurden im Kanton Solothurn insgesamt 530 von den Gerichten gemeldete Eheauflösungen im Zivilstandsregister beurkundet. Laut Bundesamt für Statistik sind vor allem junge Ehen scheidungsanfällig, jedoch ist auch ein Anstieg der Scheidungen nach einer längeren Ehedauer festzustellen. In Solothurn beträgt die durchschnittliche Ehedauer bei der Scheidung um die 15 Jahre. Gesamtschweizerisch betrachtet hat die Scheidungshäufigkeit in den letzten Jahren zugenommen, so lag die Scheidungsziffer 1970 noch bei 15%, heute erreicht sie 42%, es gehen also 42 von 100 Ehen in die Brüche.