Demografische Entwicklung
Bis 2020 will Kanton 300 zusätzliche Betten in Pflegeheimen schaffen

Die Bevölkerung wird immer älter. Das hat auch Auswirkungen auf die Pflegeheime. Der Kanton Solothurn hat eine Pflegeheimplanung 2020 ausgearbeitet, in der er festlegt: 300 Betten sollen bis 2020 neu geschaffen werden.

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Die demografische Entwicklung fordert mehr Betten in Pflegeheimen. Symbolbild

Die demografische Entwicklung fordert mehr Betten in Pflegeheimen. Symbolbild

AZ

Lebten im Jahre 2012 noch rund 13‘000 Personen im Alter von 80 Jahren und älter im Kanton Solothurn, werden es im Jahre 2020 rund 16‘500 oder 3‘500 mehr sein. «Die Pflegeheimplanung muss mitberücksichtigen, dass das Älterwerden der Gesellschaft weitergeht und im Jahre 2030 über die Babyboom-Generation wohl 25‘500 und im Jahr 2050 35‘000 Menschen im Alter 80+ zählen wird», schreibt die Staatskanzlei in einem Communiqué.

«Auch wenn vor einem Heimeintritt verstärkt Dienstleistungen zur Pflege und Betreuung zu Hause oder in besonderen Wohnformen zur Verfügung stehen und ausgebaut werden müssen, muss die Anzahl der Heimbetten trotzdem erhöht werden.»

Zwischen 550 und 750 neue Betten

Die Pflegeheimplanung 2020 geht davon aus, dass im Kanton Solothurn in den nächsten Jahren, je nach Berechnungsgrundlagen und unter Berücksichtigung von Demenz-Erkrankungen zwischen 550 und 750 Betten neu geschaffen werden müssten, sofern die bisherige Praxis fortgeschrieben würde.

Gehe man jedoch davon aus, dass von den rund 800 Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen der Pflegestufe 1 - 3 (geringe bis leichte Pflege) ein grosser Teil über ambulante Dienstleistungen länger zu Hause gepflegt und betreut werden, könnten deren Betten in Heimen in Pflegebetten für mittlere und schwere Pflege umgewandelt werden.

Drei-Kreis-Modell

Daher rechtfertige sich, vorerst bis 2020 nur 300 Betten neu zu schaffen und das heutige Angebot von 2‘750 auf 3‘050 Betten in den Pflegeheimen zu erhöhen. In dieser Zahl sind 50 Passerelle-Betten der soH Spitäler AG eingeschlossen. Die gesamte Bettenzahl entspricht als Faustregel rund 18,5 Prozent der 80+-jährigen oder 35 Prozent der 85+-jährigen Bevölkerung im Jahr 2020.

Um die Verteilung der Pflegebetten besser zu koordinieren, wird ein Drei-Kreis-Modell vorgeschlagen: Region Solothurn-Grenchen, Region Olten-Oensingen und Region Dorneck-Thierstein.

Der Solothurner Regierungsrat hat den Entwurf zur Pflegeheimplanung 2020 beschlossen und schickt die Vorlage nun in die Vernehmlassung. Die Vernehmlassung dauert bis zum 24. Mai 2013. (ldu)

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