Erfolg

Biotechpionier Biogen feiert sich in Luzern

Die Firma Biogen baut in Luterbach. (Archiv)

Die Firma Biogen baut in Luterbach. (Archiv)

Das in der Schweiz gegründete US-Biotechunternehmen Biogen blickte in Luzern auf seine Geschichte zurück. Und zeigte sich stolz auf den neuen Standort Luterbach.

Das Wort «Pionier» fiel am Dienstag auffällig oft im KKL Luzern. Im grossen Stil feierte das US-Biotechunternehmen Biogen sein 40-jähriges Bestehen. Mit dabei: die Co-Gründer Phillip Sharp und der Schweizer Charles Weissmann. Sie waren Teil einer neunköpfigen Gruppe führender europäischer und amerikanischer Forscher im Bereich der Biotechnologie, die 1978 in Genf den Grundstein legten für die Erfolgsgeschichte.

Biogen sei ein «Pionier der Neurowissenschaften gewesen seit Tag 1», fasste CEO Michel Vounatsos die Firmengeschichte zusammen. Er verwies darauf, dass Biogen bei der Gründung das einzige weltweite Biopharmaunternehmen gewesen sei, das sich ausschliesslich den Neurowissenschaften widmete. Heute generiert der Konzern mit über 7500 Angestellten gut 12 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Der Erfolg liege darin, dass Biogen auf wenige Anwendungsgebiete fokussiere und so zum führenden Anbieter von Medikamenten zur Behandlung multipler Sklerose und Biosimilars (Generika von Biotech-Anwendungen) geworden sei, so Vounatsos. Das Unternehmen ist weiter führend in der Behandlung von spinaler Muskelatrophie (SMA) und strebt laut dem CEO die Marktführerschaft in weiteren Neuro-Behandlungen bei Krankheiten wie Alzheimer und Demenz an.

Klares Bekenntnis zur Schweiz

Der Bezug des US-Konzerns zur Schweiz geht also auf die Entstehung zurück. So steht der Firmenname auch für «Biological Geneva». Und obwohl Biogen Anfang der 80er-Jahre nach Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts umgezogen ist, blieb die Beziehung bestehen – und weiter vertieft: Seit 2004 ist der Sitz von Biogen International in Zug, vor ein paar Monaten erst zogen die gut 400 Mitarbeiter von der Stadt Zug nach Baar. Und in Luterbach baut Biogen für 1,5 Milliarden Franken eine hochmoderne biopharmazeutische Produktionsanlage, bis zu 600 Arbeitsplätze werden hier geschaffen.

Vollends in Betrieb genommen werden könne der Komplex südlich des Attisholz-Areals Ende 2020. Auf die Frage, warum die neue Fabrik gerade in Solothurn gebaut werde, bekannte sich CEO Vounatsos erneut klar zum Standort Schweiz: «Es ist wichtig für uns, eine Produktionsanlage zu errichten, die hochqualitativ ist. Und hier haben wir alles gefunden, was wir brauchen.» Biogen sei stolz darauf, in der Schweiz stationiert zu sein und von hier aus die Welt zu beliefern.

In Luterbach soll die «bisher innovativste Biopharmazie-Fabrik» entstehen, die laut dem Unternehmen vollautomatisiert und rund vier Mal produktiver als bestehende Anlagen sei. Angesprochen auf die Debatte über die hohen Medikamentenpreise respektive die Transparenz über deren Zustandekommen, die sich in den letzten Monaten intensiviert hat, meinte Vounatsos, er hoffe, dass die Gesellschaft weiterhin Innovation wertschätzen werde. Die Forderung nach Transparenz begrüsse Biogen jedenfalls.

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