Auftragsvergabe
Biogen will regionale Firmen berücksichtigen

Vom Bau der Produktionsstätte in Luterbach des Biotechkonzerns Biogen soll auch die regionale Wirtschaft profitieren. Allerdings beschränkt das riesige Ausmass des Projektes die Chancen für regionale Firmen.

Franz Schaible
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Bis 2018 Soll für 1 Milliarde Franken in Luterbach eine biopharmazeutische Anlage entstehen.

Bis 2018 Soll für 1 Milliarde Franken in Luterbach eine biopharmazeutische Anlage entstehen.

Illustration/zvg

Alles, was mit dem Bau der Produktionsstätte für biopharmazeutische Basisstoffe des US-Konzerns Biogen zusammenhängt, ist gigantisch. Auf dem Südareal der ehemaligen Zellulosefabrik Borregaard in Luterbach wollen die Amerikaner eine Milliarde Franken investieren. Seit dem Spatenstich Ende Januar laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren.

Generalunternehmerin ist die Jacobs Switzerland GmbH, welche zur Jacobs Engineering Group mit Hauptsitz in Kalifornien gehört. Dabei handelt es sich um einen Weltkonzern mit über 60 000 Beschäftigten, die 2015 einen Umsatz von 12 Milliarden US-Dollar erwirtschafteten. Jacobs ist mit 230 Büros in 30 Ländern vertreten. Jacobs gilt als einer der weltweit grössten Anlagebauer für die Industrie, insbesondere im Pharma- und Biopharmabereich.

«Keine Lippenbekenntnisse»

Umso erfreuter zeigt sich Andreas Gasche, Geschäftsführer des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbandes, dass die beiden Weltkonzerne gewillt seien, «auch viele regionale Unternehmen am Bau zu beteiligen».

Für einmal sei das Wort «Zusammenarbeit» nicht nur ein Lippenbekenntnis, heisst es im Communiqué der Solothurner Handelskammer und des Gewerbeverbandes. Seit Anfang Jahr stehe man in engem Kontakt mit Biogen und Jacobs. Allerdings schränkt Gasche ein, dass aufgrund der Grösse des Baus «das Wort regional ziemlich breit gefasst werden muss». Bislang hätten aber doch mehrheitlich Schweizer Firmen, darunter auch etliche aus der Grossregion Solothurn, einen Zuschlag erhalten.

«Es gibt keinen Heimatschutz»

Auch Markus Ziegler, Mitglied Geschäftsleitung von Biogen Switzerland AG, hebt die Grösse des Bauprojektes hervor, welches sich in «europäischen Dimensionen» bewege. Es brauche Firmen, die über entsprechende Kapazitäten verfügten und trotz engem Zeitrahmen Qualitätsarbeit liefern könnten. Zudem spiele der Preis natürlich auch eine Rolle. Man sei bestrebt, Anbieter aus der Region zu engagieren. «Es gibt aber keinen Heimatschutz. Dennoch hat es auch viele Schweizer Firmen unter den Auftragnehmern.»

Gasche spricht von einer «erfreulichen Vergabepolitik». Er sei jetzt schon lange im «Geschäft», aber das sei «das erste Mal, dass die Regionalität so gross geschrieben wird.» Er sieht die Wirtschaftsverbände als Vermittler. Deshalb wurde mit www.baustelle.kgv-so.ch eine Plattform geschaffen, auf welcher sich interessierte Firmen eintragen können. Wichtig sei, dass nicht nur Betriebe aus dem Baugewerbe gesucht würden. Auf die Liste habe Jacobs mit einem Passwort Zugriff, um sich mit den Interessenten in Verbindung setzen zu können.

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