«Die Eröffnung des neuen Standorts ist ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Schweiz», sagte Johanna Friedl-Naderer, Leiterin Europa, Kanada und internationale Partnermärkte, vor dem illustren Publikum im ebenso illustren Neubau. Zur Erinnerung: 2004 war Biogen in Zug gerade einmal mit 30 Mitarbeitenden vertreten.

In der Tat ist das Unternehmen seither massiv gewachsen – und ist in einer expansiven Investitionsphase. Neben Baar erfährt vor allem der Standort Luterbach eine atemberaubende Erweiterung. Derzeit werden 1,5 Milliarden Franken in eine hochmoderne biopharmazeutische Anlage investiert. Diese wird nach Aussage Markus A. Ziegler, Director Corporate Affairs, «gegen Ende dieses Jahres den Betrieb aufnehmen».

Neurowissenschaft im Fokus

Damit verbunden ist auch ein Arbeitsplatzausbau, der sich auf rund 600 Stellen beziffert. Biogen, laut Eigendefinition «Pionier auf dem Gebiet der Neurowissenschaften» und nach der Gründung 1978 eines der ersten globalen Biotechnologie-Unternehmen, hat grosse Pläne. Konkret geht es um den Ausbau des Medikamenten-Portfolios in den Bereichen Multiple Sklerose und Spinale Muskelatrophie. Zudem betreibt Biogen neurowissenschaftliche Forschung zu Therapiezwecken. Dabei insbesondere auch im Zukunftsmarkt Alzheimer und Demenz.

Ende Jahr geht es los

Jüngst wurde die Anlegerschaft aufgeschrekt, als Biogen den Abbruch der Studien um das Alzheimer-Medikament Aducanumab auf, die zusammen mit dem japanischen Partner Eisai vorangetrieben worden waren. Analysten rechneten mit einem erheblichen Umsatzanteil des Medikaments bis 2025. Daraus wird nun nichts. Zudem läuft bei einigen Blockbustern bald der Patentschutz ab. Und die Folgen für die neue Anlage in Luterbach? Ziegler sagt es so, ohne sich zum heutigen Zeitpunkt auf die Äste hinauszulassen: «Die hochmoderne biotechnologische Produktionsanlage in Luterbach ist für die Produktion verschiedener Biopharmazeutika ausgelegt. Biogen arbeitet unverändert weiter an der Inbetriebnahme des Werks.»