Der mit 200000 Franken höchstdotierte Umweltpreis der Schweiz wird an die Forstbetriebsgemeinschaft am Blauen (FBG) verliehen, zu der Bättwil, Hofstetten-Flüh, Metzerlen-Mariastein und Witterswil im Solothurner Leimental und Ettingen BL gehören. Ökologisch und ökonomisch habe die FBG vorbildlich gearbeitet. «Meine vier Mitarbeiter und ich freuen sich riesig auf diesen Preis», erklärt Christoph Sütterlin, Revierförster und Betriebsleiter der Forstbetriebsgemeinschaft am Blauen. Der Preis der Sophie-und-Karl-Binding-Stiftung verpflichte aber auch, den hohen Standard in der Waldbewirtschaftung beizubehalten.

25 Schweizer Waldeigentümer oder Forstbetriebe haben seit 1987 den Preis erhalten. Von der Preissumme von total 200000 Franken kann die FBG 50000 selbst einsetzen, 150000 müssen in ein Projekt investiert werden. Ein Kuratorium aus renommierten Fachleuten entschied über die Vergabe des Preises.

Preissumme von 200000 Franken

Was hat die FBG am Blauen so Ausserordentliches geleistet? Seit der Gründung anno 2003 hat die FBG jedes Jahr schwarze Zahlen geschrieben, was in Anbetracht des angespannten Holzmarktes höchst beachtlich ist. Georg Schoop, Präsident des Kuratoriums, lobt aber auch den Forstbetrieb für sein ökologisches Verhalten. Obschon die Buche in dieser Region vorherrsche und für den Holzmarkt nicht attraktiv sei, produziere der Betrieb Energieholz für die Privatkundschaft und für Schnitzelfeuerungen. Die dunklen Wälder seien auch ausgelichtet worden, um mehr Lebensraum für Tiere, Vögel und Pflanzen zu schaffen.

Viel Lob erhält Förster Sütterlin für sein kommunikatives Verhalten. «Er arbeitet vorbildlich mit den Behörden, Waldbesitzern und der Bevölkerung zusammen», fährt Schoop weiter. Er gehe auf die Leute zu, erkläre ihnen den Sachverhalt und organisiere forstspezifische Anlässe und Exkursionen. Schliesslich hebt er auch die interkantonale Zusammenarbeit hervor, denn neben den vier Solothurner Gemeinden Bättwil, Hofstetten-Flüh, Metzerlen-Mariastein und Witterswil gehört auch die Baselbieter Gemeinde Ettingen zur Forstbetriebsgemeinschaft am Blauen.

Fünf Angestellte, 1264 ha Wald

Diese bewirtschaftet mit fünf Angestellten 1264 Hektaren Wald und verarbeitet 6000 Kubikmeter Holz. Nur 30 Prozent davon werden als gutes Stammholz verkauft, der Rest wird zu Energieholz verarbeitet. Zweijähriges Cheminéeholz kann im Forstwerkhof jederzeit bezogen werden. «Die FBG hat 54 Kilometer Waldränder bearbeitet und gepflegt», meint Martin Roth, Kreisförster Dorneck-Thierstein. Für die biologische Vielfalt hätten Christoph Sütterlin und sein Team enorm viel geleistet. Vorbildlich sei auch ein Waldlehrpfad von über 44 Kilometern, der bis ins Elsass führe und acht verschiedene Gemeinden einbeziehe. Wer also dem Baum auf die Spur kommen und gleichzeitig diese vorbildlich bewirtschaftete Waldlandschaft kennen lernen wolle, dem sei dieser Lehrgang empfohlen.

Vor 10 Jahren gewann Bucheggberg

Mit der FBG am Blauen geht der Binding Waldpreis zum zweiten Mal seit 1987 in den Kanton Solothurn: 2002 war die Forstbetriebsgemeinschaft Bucheggberg ausgezeichnet worden. Aus dem Baselbiet hatten 1995 die Bürgergemeinden Rothenfluh und Anwil den Waldpreis gewonnen.