FHNW
Bildungsdirektor Ankli: «Die Schule darf nicht weiter wachsen»

Der Solothurner Bildungsdirektor Remo Ankli zieht aus der Sicht des Kantons Bilanz zur Fachhochschule Nordwerstschweiz.

Elisabeth Seifert
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Bildungsdirektor Remo Ankli: «Die Studierendenzahlen dürfen nicht noch weiter wachsen.»

Bildungsdirektor Remo Ankli: «Die Studierendenzahlen dürfen nicht noch weiter wachsen.»

Oliver Menge

Angesprochen auf die Herausforderungen der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) muss der Solothurner Bildungsdirektor Remo Ankli nicht lange überlegen: «Durch den Zuwachs an Studierenden in den vergangenen zehn Jahren sind auch die Kosten für die vier Kantone stets gestiegen.»

Ein Faktum, dass neben Solothurn vor allem auch den Aargau und Baselland beschäftigt. Alle drei Kantone stehen unter einem hohen Spardruck. Bereits sind die Budgetdiskussionen für die Jahre 2018 bis 2020 angelaufen.

«Jetzt ist wichtig, dass wir die Entwicklung der Schule konsolidieren», lautet die Devise des Solothurner Bildungsdirektors für die Verhandlungen. Konkret bedeutet das: «Die Studierendenzahlen dürfen nicht noch weiter wachsen.»

Referenz an Ruth Gisi

In einem gewissen Widerspruch zum Sparauftrag der FHNW stehe allerdings der Bedarf der Wirtschaft an genügend Fachkräften, schildert Remo Ankli das Dilemma. Ausgaben für die Bildung erachtet Remo Ankli zudem als «grundsätzlich gut».

Ein Kostenfaktor seien neben der Anzahl der Studierenden auch die steigenden Aufwendungen für den Bereich Forschung. Ankli: «Die Forschung an einer Fachhochschule muss auf die Praxis ausgerichtet sein.» Ein Zeichen dafür, wie gut ihr das gelinge, sei der Anteil der Finanzierung über Gelder der Privatwirtschaft.

In Olten, an der Hochschule für Wirtschaft oder auch an der Hochschule für Angewandte Psychologie würden, betont Ankli, zahlreiche Forschungsprojekte mittels Aufträgen vonseiten der Wirtschaft finanziert.

Remo Ankli, seit August 2013 Solothurner Bildungsdirektor, sieht seine Aufgabe – in Zusammenarbeit mit den Regierungsräten der anderen Trägerkantone – vor allem in der Konsolidierung der FHNW.

Sein Vorgänger im Amt, Klaus Fischer, habe den Aufbau der FHNW mitbegleitet, wozu insbesondere auch die grossen Campus-Neubauten zählen. Ein besonderes Kränzchen windet er Bildungsdirektorin Ruth Gisi, die bei der Gründung der FHNW wesentlich dazu beigetragen habe, dass alle vier Kantone – unabhängig von ihrer Grösse – als gleichberechtigte Partner die Geschicke der FHNW mitbestimmen können.

Bern – die grosse Konkurrenz

Von den beiden Solothurner FHNW-Standorten ist vor allem Olten von Beginn weg eine Erfolgsgeschichte. Dies zeige sich den Studierendenzahlen aller drei Studienbereiche, der Wirtschaft, der Angewandten Psychologie und der Sozialen Arbeit.

An der Hochschule für Wirtschaft boomen auch die Weiterbildungslehrgänge. Ankli: «Diese sind alle selbstfinanziert und tragen so zum Erfolg der Schule bei.» Mit ein Grund für das gute Gedeihen des Standortes Olten sei sicher auch dessen zentrale Lage, betont Ankli.

Harzig verlief indes der Start der Pädagogischen Hochschule am Standort Solothurn. Die Studierendenzahlen sind aber auch hier, dem kleinsten aller FHNW-Standorte, vor allem seit 2010 stetig gewachsen. Belegten damals 185 Männer und Frauen einen der beiden Studiengänge im Primarschulbereich waren es 2015 immerhin 271.

Eine Konkurrenz für die PH am Standort Solothurn bleibt weiterhin die PH Bern, wo jährlich immer noch rund 50 Studierende aus dem Kanton Solothurn in einem Primarschulstudium eingeschrieben sind.

Keine Chance hatte im Übrigen am Standort Solothurn der Masterstudiengang Sekundarstufe I, der 2012 gestartet ist und per Studienjahr 2015/2016 mangels Interesse wieder aufgegeben werden musste.

Während dieser drei Jahre studierten die meisten angehenden Sek-I-Lehrpersonen aus dem Kanton Solothurn – je zur Hälfte – entweder an einem anderen Standort der PH FHNW oder an der PH Bern.

Obwohl sich Verlauf der letzten Jahre immer mehr Solothurner für ein Studium an einer Teilschule der FHNW eingeschrieben haben, studieren doch immer noch recht viele Solothurner an einer anderen Schweizer Fachhochschule, beobachtet Remo Ankli.

Aktuell belegen «nur» rund 50 Prozent der Solothurner FH-Studierenden einen Studiengang an der FHNW. In den Kantonen Aargau, Baselland und Baselstadt liegt dieser Anteil klar höher.

Remo Ankli erklärt dies vor allem mit der geografischen Lage von Solothurn: «Seit jeher orientieren sich die Solothurnerinnen und Solothurn sowohl nach Osten als auch nach Westen.»

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